Landessieger - Memmingen
Ehem. Kattunfabrik © J. M. Lang, Memmingen
Zangmeisterstraße © Guido Mayr, Saarbrücken
Zangmeister-Passage © Guido Mayr, Saarbrücken
Memmingen - Zangmeister-Passage
Öffentlich-private Kooperation
Ein heruntergekommener Block mit einer ehemaligen Kattunfabrik in seiner Mitte stand in unmittelbarer Nachbarschaft zum Marktplatz leer. Unter Federführung einer Baugenossenschaft gelang es, durch den Block eine neue Passage zu legen und mit unterschiedlichen Nutzungen zu füllen. Die unmittelbar am Marktplatz gelegene "Kattunfabrick", die erste Memminger Fabriketage, war in den letzten 100 Jahren als Lager fehlgenutzt, größtenteils leer stehend und sich selbst überlassen. Trotz der prominenten Lage hatte diese Situation auch in den angrenzenden Häusern zu Leerstand und Verwahrlosung geführt.
Durch privates Engagement konnte dieser für die Geschichte und das Bild der Stadt wichtige Komplex erhalten und mit einer altstadttypischen Mischung aus Läden, Dienstleistung, Praxen und Wohnungen wieder mit Leben gefüllt werden. Mit der Wiederherstellung der historischen Passage quer durch den Block ist die Fußgängerzone mit der Stadthalle mit Großgarage und den Grünflächen im Wallbereich auf kurzem Weg verbunden.
Die Voraussetzungen für dieses funktionierende Konzept waren insbesondere
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- die Entwicklung der Nutzungsmischung unter Beteiligung der Wirtschaft noch während der Planungsphase,
- die Einbindung des Projekts in das Verkehrskonzept (fließender und ruhender Verkehr, Fußgängernetz),
- die Wahl eines positiv besetzten Namens zur Identifizierung der Bürger mit dem Projekt,
- eine qualitätvolle architektonische Gestaltung sowie
- eine Baupartnerschaft zwischen Bauherrin, Architekten, Denkmalpfleger, Stadtarchäologe, Heimatpfleger und Stadtverwaltung.
Jury-Beurteilung
Die Konversion eines brachliegenden Altstadtgeländes wurde hier unter Beteiligung privater Eigentümer auf vorbildliche Weise gelöst. Besonders überzeugen kann die aufeinander abgestimmte, kleinteilige Nutzung, die entlang der Zangmeister-Passage kombiniert werden konnte und die in durchaus ansprechender architektonischer Qualität umgesetzt wurde: Neben zehn Wohnungen gibt es Büros und Praxen, Läden, ein Café, Räume für das Arbeitsgericht und einen von Dritten nutzbaren Veranstaltungssaal in der ehemaligen Kattunfabrik. Beispielhaft ist in diesem Fall gerade auch die Art, wie kommunale und private Aktivitäten gebündelt werden konnten.