Anerkennung - Ansbach
beide Fotos © Stadt Ansbach
Ansbach – Ehemalige Hindenburgkaserne
Studieren statt exerzieren
Die am Rande der Altstadt gelegene Hindenburgkaserne aus Wilhelminischer Zeit, deren bauliche Ursprünge auf das 18. Jahrhundert zurückgehen, bot der Stadt die Möglichkeit für eine klassische Konversion: Nach dem Abzug der amerikanischen Streitkräfte konnte hier 1996 eine Fachhochschule mit mittlerweile 1.000 Studenten angesiedelt werden.
Die innerstädtische Lage dieses Hochschulareals bietet Dozenten und Studenten optimale Rahmenbedingungen: kurzer Weg zur Altstadt über eine Fußgängerbrücke, Nähe zum Sportzentrum und zu öffentlichen Grünflächen, guter Anschluss an das Hauptstraßennetz. Das gesamte ehemalige Kasernengelände umfasst 12 Hektar, die Fachhochschule ist auf einer westlichen Teilfläche angesiedelt. Die unter Denkmalschutz stehenden Backsteingebäude wurden der neuen Nutzung angepasst und durch Neubauten ergänzt. Durch die konzeptionelle Einbindung der alten Gebäude orientiert sich die interne Struktur der Hochschulanlage sehr stark an der Strenge der historischen Situation. Der Charakter des zwischen den Neubauten gelegenen Hofes ruft so den früheren Exerzierplatz in Erinnerung, während der nördliche Bereich mit seinem alten Baumbestand die Campusatmosphäre britisch-amerikanischer Hochschulen anklingen lässt.
Der öffentliche Raum profitiert davon, dass das Hochschulgelände verkehrsfrei gestaltet werden konnte. Die erforderlichen Stellplätze wurden auf einem nördlich gelegenen Areal untergebracht.
Mit der Wiedernutzung der ehemaligen Kaserne durch eine Fachhochschule gelang es, rund 1.000 Studentinnen und Studenten nach Ansbach zu holen. Vom Zuzug dieser jungen Menschen profitiert die gesamte Stadt.
Jury-Beurteilung
Die Möglichkeit, an diesem strategisch wichtigen Standort – nur wenige hundert Meter von der gotischen Altstadt entfernt – die neue Fachhochschule unterzubringen, stellt den Glücksfall einer neuen Nutzung dar. In einem sehr kompakten Modell wurde zwischen den erhaltenen Kasernenbauten im Norden und im Süden der neue Campus errichtet: in der Mitte liegen der neue Hörsaal und die Bibliothek, im Südwesten die Mensa und am Ostrand neue Kammbauten mit Laborbereichen und der Wirtschaftsinformatik. Lange Fassadenfronten aus alter und neuer Bausubstanz formen im Inneren des Campus einen geschützten Bereich, der auch angesichts seiner Lage entlang der B13 grundsätzlich überzeugt. Die schematische Ausformulierung der Platzsituation im Inneren lässt allerdings einige Wünsche offen.