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Start » Bauen » Städtebauförderung » Aufgaben » Besondere Anerkennungen Kempten
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Bayerischer Bauherrenpreis Stadterneuerung 2009 - Energieeffiziente Erneuerung

Besondere Anerkennung

Bauherrin
Höß + Maucher GbR,
Kempten

Architekturbüro
Maucher + Höß Architekten BDA, Kempten

Haustechnikbüro
Ingenieurbüro Hirdina, Kempten

© Hermann Rupp, Kempten



Kempten

Ein Baudenkmal wiederentdeckt

Auf der Suche nach neuen Räumen für das eigene Büro entdecken die Bauherren und Architekten ein leer stehendes Lagergebäude im Herzen der Kemptener Altstadt. Als nach einigen Untersuchungen erkennbar wird, dass die mittelalterliche Stadtmauer durch das Gebäude verläuft, wird es nachträglich als Einzeldenkmal geschützt. Die Architekten vermeiden konsequent Eingriffe in die schützenswerte Bausubstanz. Historische Wände werden vom Putz befreit und als Sichtmauerwerk konserviert. Die alte Stadtmauer mit ihren Zinnen und Schießscharten, alten Durchgängen und Einbauten wird sichtbar gemacht.

Die neue Nutzung verlangt eine neue Gebäudetechnik. Leitungen, Schalter und Steckdosen werden entweder im Boden oder in den wenigen neuen Gipskartonwänden verlegt. Ein Wärmedämmverbundsystem hüllt das ganze Gebäude wie eine zweite Haut ein. In dieser Ebene liegen flächenbündig die neuen, nach Außen zu öffnenden Fenster. Das Umbaukonzept legt die historische Substanz frei, ergänzt sie behutsam mit modernen Einbauten und macht so den Charakter des Hauses wieder sichtbar. Die Maßnahme wurde im Rahmen des Bayerischen Städtebauförderungsprogramms unterstützt.

Juryprotokoll

Verblüffend an dieser Umbaumaßnahme zu einer Arbeitsstätte ist, dass das Baudenkmal – ein denkmalgeschütztes Gebäude, das zum Teil aus dem 11. Jahrhundert stammt – erst nach der Sanierung und energetischen Ertüchtigung als Denkmal wahrnehmbar wurde. Die zurückhaltenden Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, etwa das Wärmedämmverbundsystem sowie die Isolierverglasung, dazu der Verzicht auf Heizkörper an historischen Wänden, sind geeignet, das Gebäude auch baukulturell zu stärken. Der Verzicht auf Veränderungen im größeren Maßstab stärkt zugleich das identifikatorische Potenzial des Hauses. Modellhaft wird hier gezeigt, wie sich werthaltige Innenstadträume technologisch aufrüsten und architektonisch entdecken lassen.