Tunnelsicherheit
Tunnel sind Teil der Straße. Die verkehrlichen Verhältnisse sollen daher in Tunneln grundsätzlich denen der Straße entsprechen. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich bei gleicher Fahrleistung im Tunnel ein Unfall ereignet, ist geringer als im Durchschnitt im Freiland. Wenn es aber zu einem Unfall im Tunnel kommt, dann sind die Folgen schwerer als im Freiland.
Jeder zweite Tunnelunfall ist (nach einer österreichischen Unfallauswertung) auf zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zurückzuführen, und viele Unfälle ereignen sich aufgrund überhöhter Geschwindigkeiten, d.h., die wirksamste Unfallabwehrmaßnahme ist das Einhalten der Regeln der Straßenverkehrsordnung. Unabhängig davon betreiben die Baulastträger Unfallvorsorge im großen Umfang. Dabei gehen Sie davon aus, dass sich aus ganz "normalen" Unfällen Katastrophen mit Tunnelbränden entwickeln könnten. Aufgrund der Erkenntnis, dass in den ersten Minuten nach dem Unfall eine Rettung noch am besten möglich ist, dass es aber mindestens 5 - 10 Min. dauert, bis die Rettungsdienste vor Ort sind, wird der
Selbstrettung
besonderes Gewicht gegeben. Das wirkt sich auf die Sicherheitseinrichtungen im Tunnel aus: So sollen z.B. die Notausgänge maximal 300 m auseinander liegen; oder es ist vorgesehen, dass die Fluchtwegkennzeichen einen maximalen Abstand von 25 m haben und 1 m über dem Notgehweg zu montieren sind, damit bei schlechter Sicht im Tunnel (z.B. durch Rauch) diese innenbeleuchteten Zeichen besser erkannt werden.
Je nach Tunnellänge werden die Tunnel zur Sicherheit
beleuchtet
und
belüftet.
Bei den Sicherheitseinrichtungen für den Verkehr unterscheiden wir
Bauliche Anlagen
(Seitenstreifen (Standstreifen) - Pannenbuchten - Notausgänge, Flucht- und Rettungswege - Notgehwege - glatte Ausbildung der Wände - Höhenkontrolle - Betriebswege - Leiteinrichtungen und Elemente der visuellen Führung)
Kommunikationseinrichtungen
(Notrufstationen - Videoüberwachung - Tunnelfunk - Verkehrsfunk/Radio - Lautsprecheranlagen)
Brandmeldeanlagen
(Manuelle Brandmeldeeinrichtungen - Automatische Brandmeldeeinrichtungen)
Löscheinrichtungen
(Handfeuerlöscher - Löschwasserversorgung) sowie
Brandnotleuchten und Fluchtwegkennzeichnung.
Einige Beispiele für die Tunnelausstattung zeigen die beiden folgenden Bilder:
Einen ganz wesentlichen Sicherheitsgewinn können die Verkehrsteilnehmer durch richtiges Verhalten selbst beitragen.
Richtiges Verhalten bei der Einfahrt in den Tunnel
- Geschwindigkeit anpassen
- Abstand einhalten
- Verkehrszeichen und -signale beachten
- Abblendlicht einschalten
- Radio einschalten und Durchsagen beachten
- Sonnenbrille abnehmen
- Nur in Notfällen anhalten
Richtiges Verhalten bei Stau
- Verkehrszeichen und -signale beachten
- Abstand halten
- Radio einschalten und Durchsagen beachten
- Lautsprecherdurchsagen beachten
- Bei stehendem Verkehr Motor abstellen, Auto nicht verlassen
- Lüftung abstellen, Fenster schließen
Richtiges Verhalten bei Panne oder Unfall
- Warnblinkanlage einschalten
- Pannenbucht aufsuchen oder rechts heranfahren
- Fahrzeug absichern (Warndreieck)
- Notruf absetzen (wer, wo, was)
- Notgehweg benützen
Richtiges Verhalten bei Rauchentwicklung und Brand - Rauch gefährdet Ihr Leben
- Am Fahrbahnrand halten
- Abstand halten
- Motor abstellen
- Zündschlüssel stecken lassen
- Fahrzeug sofort verlassen
- Notruf absetzen
- Löschversuch
- Durchsagen beachten
- Flüchten zum nächsten Notausgang, Gepäck liegen lassen
Weiterführende Links
Broschüre und Faltblatt des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS)