Luftbild des Regensburger Doms © Herbert Stolz, Regensburg

Luftbild des Regensburger Doms

Baukultur in Bayern

Baukultur beschreibt die von Menschen gebaute Umwelt und ihren Umgang damit. Kein Bauwerk steht für sich allein. Alle zusammen bilden sie unsere gebaute Umwelt und prägen unser tägliches Leben. Baukultur schafft Lebensqualität. Jedes Bauvorhaben ist somit von öffentlichem Interesse und sollte funktionale, gestalterische und technische Qualität besitzen. Baukultur beschränkt sich nicht nur auf Architektur, sondern umfasst Verkehrsinfrastruktur, Städtebau und Stadterneuerung, Landschaftsarchitektur und Denkmalschutz. Die Kultur des Bauens hat in Bayern einen hohen Stellenwert. Ziel der Bayerischen Staatsbauverwaltung ist es, bei all ihren Bauprojekten und Maßnahmen die Baukultur in Bayern zu erhalten, zu fördern und weiterzuentwickeln.

Baukultur braucht Öffentlichkeit und eine Diskussion über die Qualität des Planens und Bauens. Mit der Verleihung der Leo-von-Klenze-Medaille, dem Bayerischen Staatspreis für Architektur und der Veranstaltungsreihe „Qualität zählt“ wollen wir eine breite Öffentlichkeit für das Thema Baukultur gewinnen.

Baukultur im Staatlichen Hochbau

Durch die staatliche Hochbauverwaltung werden in Bayern über 25.000 staatliche Gebäude mit über 2.500 Baudenkmälern in ganz Bayern betreut. Als größter öffentlicher Bauherr im Hochbau sind wir Vorbild für kommunale und private Bauherren. Der Erhalt und die denkmalgerechte Pflege des baukulturellen Erbes gehören dabei zu unseren vornehmsten Aufgaben. Dazu zählen weltberühmte Bauwerke wie die Würzburger Residenz, der Regensburger Dom oder die Königsschlösser Ludwig des Zweiten, aber auch Verwaltungsbauten, Hochschul- und Klinikareale und Kasernen. Das reiche Erbe Bayerns ist zugleich Ansporn, auch Neues hinzuzufügen, neue Bauqualität zu schaffen. Gemeinsam mit freischaffenden Architekten und Ingenieuren, Kammern und Verbänden ist es ein zentrales Anliegen im Staatlichen Hochbau, die Kultur des Bauens in der heutigen Zeit nachhaltig weiterzuentwickeln, Entwicklungsträger für neue Ideen zu sein und dabei auf bewährte Bauweisen nicht zu verzichten.

Baukultur im Städtebau

Lebendige Dörfer und Städte mit reicher Tradition und wertvollem baulichen Erbe prägen maßgeblich die regionaltypischen Siedlungsstrukturen Bayerns. Sie sind über Jahrhunderte gewachsen und tragen maßgeblich zum positiven Selbstverständnis und zur Lebensqualität ihrer Bewohner bei. Zur Erhaltung und nachhaltigen Weiterentwicklung werden die Gemeinden und Städte bei städtebaulichen Planungen beraten und unterstützt. Einen besonderen Stellenwert hat hierbei die Förderung von Pilotprojekten und Modellvorhaben, die anderen Gemeinden zum Vorbild dienen. Ergänzend werden Ergebnisse städtebaulicher Forschungsvorhaben zu spezifischen Problemstellungen der Siedlungsentwicklung veröffentlicht. Damit wird Planungs- und Baukultur im Städtebau gefördert.

Baukultur in Städtebauförderung und Wohnungsbau

Eine gut gestaltete Umwelt bedeutet Lebensqualität - in den eigenen vier Wänden, in der Nachbarschaft und in der Stadt, in der wir wohnen und arbeiten. Aktuell führen die demografischen Entwicklungen, die energetischen Anforderungen und die größer gewordene Bandbreite an unterschiedlichen Lebensstilen zu besonderen Herausforderungen bei der Gestaltung unseres Lebensraums und bieten zugleich vielfältige Chancen zur Weiterentwicklung unserer Städte und Wohnquartiere. Zur Stärkung der regionalen Identität unterstützen wir deshalb mit der Städtebauförderung Städte, Märkte und Gemeinden bei der Modernisierung des baulichen Erbes für neue Nutzungen, um ihre Attraktivität auszubauen. Qualität beim Wohnen gewährleisten die Wohnraumförderung und der Studentenwohnheimbau die Menschen mit schmalem Budget das Wohnen in einem ansprechenden Umfeld ermöglichen. Die Innovationsfähigkeit des bayerischen Wohnungsbaus zeigt der Experimentelle Wohnungsbau, der sich mit den anregenden Ideen gebauter Modellprojekte Zukunftsaufgaben beim Wohnen widmet.

Baukultur im Straßenbau

Straßen und Brücken prägen die Kulturlandschaft ganz wesentlich. Die Einbindung ist dann gelungen, wenn die Straße nicht als Fremdkörper, sondern als selbstverständlicher Teil der Landschaft wahrgenommen wird. Ein wichtiger Aspekt im Straßen- und Brückenbau ist die regionaltypische Vielfalt, Eigenart und Schönheit unserer gewachsenen Kulturlandschaft bei der Planung zu berücksichtigen. Aus der Synthese von landschaftsbezogener Gestaltung, ökologischen Belangen und technischen Standards wird Baukultur.

Ingenieurbauwerke, insbesondere Brücken, sind wesentlicher Bestandteil unserer Infrastruktur. Sie sind Dokumente der Ingenieurbaukunst und Baukultur ihrer Zeit und können das Bild unserer Städte und unserer Kulturlandschaft  aufwerten und bereichern. Der Schlüssel für gut gestaltete Brücken liegt im interdisziplinären Handeln von Ingenieuren, Architekten und Landschaftsplanern. Mehr Informationen zum Brückenbau erhalten Sie unter Brückenbau.

Baukultur in der Landschaftsplanung

Kultur ist alles, was der Mensch gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Die Landschaftsplanung verbindet die beiden Pole Kultur und Natur, indem sie in einem ganzheitlichen Planungsansatz sowohl die Gestaltung und Nutzung der Natur zulässt und gleichzeitig die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes nachhaltig sichert. Stellt man die Landschaftsplanung in den baulichen Kontext, so ist sie ein wesentlicher Baustein der kommunalen Bauleitplanung, der Straßenplanung und der Gestaltung urbaner Räume. Mehr Informationen zum Thema Kulturlandschaft gestalten erhalten Sie auf unserer Themenseite.