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Grünbrücke über die Bundesautobahn A 71 Schweinfurt-Erfurt bei Münnerstadt, Landkreis Bad Kissingen, Unterfranken © Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Grünbrücke über die Bundesautobahn A 71 Schweinfurt-Erfurt bei Münnerstadt, Landkreis Bad Kissingen, Unterfranken

Lebensräume verbinden

Die Bayerische Straßenbauverwaltung trägt diesem Ziel neben umweltschonendem Planen mit ihrem Amphibienschutzprogramm und dem Bau von Grünbrücken und Grünunterführungen Rechnung.

Amphibienschutzprogramm der Bayerischen Straßenbauverwaltung

Hinweis auf eine Gefahrenstelle durch eine Laichwanderung von Amphibien © Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Amphibien gehören auch in Bayern zu den stark gefährdeten Tiergruppen. Auf ihren regelmäßigen Wanderungen zu den Laichgewässern müssen die Tiere oftmals Straßen queren oder werden von ehrenamtlichen Helfern über die Straße gebracht. 2006 hat die Oberste Baubehörde in Kooperation mit dem Bund Naturschutz erstmalig umfassend alle Amphibienwanderwege an überörtlichen Straßen erfasst. Diese bayerische Aktion ist in Deutschland einmalig und hat Vorbildfunktion für alle anderen Bundesländer.

Auf dieser Grundlage entstand das Amphibienschutzprogramm 2010 bis 2015 der bayerischen Straßenbauverwaltung, mit dem die Wege für Helfer und Tiere sicherer werden sollen. Das Programm hat sich zum Ziel gesetzt, die 39 bedeutendsten Amphibienquerungen an Bundesfern- und Staatstraßen in Bayern - sofern es mit einem vertretbaren Aufwand technisch machbar ist - durch die Errichtung von stationären Schutzsystemen nachzurüsten. Die Investitionen hierfür wurden mit einer Gesamtsumme von 11,4 Millionen Euro veranschlagt. Mit dem Amphibienschutzprogramm leistet die bayerische Straßenbauverwaltung auch einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der bayerischen Biodiversitätsstrategie.

Der Bau von neuen Amphibientunneln und festen Leitwänden ist ein entscheidender Beitrag, um die Sicherheit auf bayerischen Straßen zu erhöhen und Amphibienlebensräume zu erhalten.

Grünbrücken

Grünbrücke über die Bundesstraße B 2 neu zur Verbindung der Lech-Auen bei Stettenhofen, Landkreis Augsburg, Schwaben © Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Das Bayerische Landesamt für Umwelt hat mit Unterstützung der Straßenbauverwaltung ein "Konzept zur Erhaltung und Wiederherstellung von bedeutsamen Wildtierkorridoren an Bundesfernstraßen" entwickelt. Mit diesem Konzept liegt für die grundsätzliche Frage, wo Grünbrücken benötigt werden, eine wertvolle Entscheidungsgrundlage vor. Dieses Bayerische Konzept ist auf das Konzept der "Länderübergreifenden Achsen des Biotopverbunds" des Bundesamtes für Naturschutz abgestimmt.

Der Schwerpunkt liegt auf der Wiederherstellung von großräumigen Wanderkorridoren an Bundesfernstraßen, beispielsweise für Luchs, Wildkatze und Rotwild. Dieser ergibt sich aus den naturräumlichen Gegebenheiten Bayerns. Die nordbayerischen und ostbayerischen Mittelgebirge vom Spessart über Rhön, Hassberge, Frankenwald, Fichtelgebirge bis zum Oberpfälzer Wald und Bayerischen Wald bilden einen nahezu geschlossenen Waldkorridor. Dieser setzt sich in unseren Nachbarländern mit dem Odenwald, dem Thüringer Wald und dem Erzgebirge fort.

Ausschnitt aus dem "Konzept zur Erhaltung und Wiederherstellung von bedeutsamen Wildtierkorridoren an Bundesfernstraßen" des Bayerischen Landesamtes für Umwelt im Beriech des Fichtelgebirges, Oberfranken © Bayerisches Landesamt für Umwelt

An der A 3 werden bereits beim derzeit laufenden sechs streifigen Ausbau im Spessart und Steigerwald fünf neue, große Querungsmöglichkeiten mit angelegt. Außerdem werden im Zuge des sechs-streifigen Ausbaus der A 8 zwischen Augsburg und Günzburg zwei Grünbrücken in den "Westlichen Wäldern" errichtet werden.

An der A 7 durch die Rhön und der A 93 zwischen Fichtel- und Erzgebirge befinden sich zwei Wildtierkorridore, die als prioritär eingestuft sind. Hier stehen aber keine Ausbaumaßnahmen an. Mit dem Konjunkturprogramm II hat der Bund erstmalig finanzielle Mittel für Maßnahmen zur Wiedervernetzung von Lebensräumen von Wildtieren an bestehenden Bundesfernstraßen bereitgestellt. Dies erfolgte im Vorgriff auf ein Bundesprogramm Wiedervernetzung. Mit Mitteln des Konjunkturprogramms II hat die bayerische Straßenbauverwaltung an der A  7 und der A 93 Querungshilfen nachgerüstet.

Mit diesen Grünbrücken wird ein Ziel der Bayerischen Biodiversitätsstrategie umgesetzt, nämlich die Trennwirkung von Straßen zu vermindern und die ökologische Durchlässigkeit zu erhöhen. Mit Grünbrücken können die Tiere bei ihren oft weiträumigen Wanderungen die Straße gefahrlos queren.

Der Bau einer Grünbrücke umfasst nicht nur die reine Erstellung des Brückenbauwerks. Auf der Grünbrücke müssen für die Tiere Möglichkeiten zur Deckung geschaffen werden. Daher werden Grünbrücken mit Sträuchern und Bäumen bepflanzt. Auf dem Bauwerk und den anschließenden 50 Metern werden parallel zur Autobahn Schutzwände errichtet. Sie verhindern, dass die Wildtiere durch Licht und Lärm irritiert werden. Außerdem ist es sehr wichtig, dass im weiteren Umfeld um die Grünbrücke eine weitestgehende Jagdruhe erreicht wird. Hier arbeiten wir mit den Jagdberechtigten eng zusammen.

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