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Der Südpunkt in der Nürnberger Südstadt hat ein vorbildliches energetisches Konzept. © ateliers xpo Michael Aust GmbH

Der Südpunkt in der Nürnberger Südstadt hat ein vorbildliches energetisches Konzept.

Energetische Stadterneuerung – integriert planen und handeln

Klimaschutz und Klimawandel sind bei der Anpassung von Stadt und Ortsquartieren an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger zu wichtigen Handlungsfeldern städtebaulicher Erneuerungsmaßnahmen und damit auch der Städtebauförderung in Bayern geworden.

  •  Von großer Bedeutung für eine erfolgreiche energetische Stadterneuerung ist, dass bereits auf Quartiersebene Lösungsmöglichkeiten für die Themen Energieversorgung, Energieeinsparung, Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien aufgezeigt werden.
  •  Bei der Gebäudesanierung ist neben der klassischen Modernisierung und Instandsetzung die energetische Erneuerung in den Vordergrund getreten. Dabei gilt es, etwa in der Abwägung einer effektiven Fassadendämmung oder von Anlagen der Energiegewinnung auf dem Dach mit dem Denkmalschutz, Lösungen zu finden, bei denen das unverwechselbare Gesicht unserer Städte, Märkte und Gemeinde bewahrt und weiterentwickelt werden kann.

Im Rahmen der energetischen Stadterneuerung unterstützt die Städtebauförderung Bayerns Programm übergreifend Städte und Gemeinden in Erneuerungsgebieten bei folgenden Maßnahmen:

  • Erarbeitung quartiersbezogener Energiekonzepte im Rahmen integrierter städtebaulicher Entwicklungskonzepte
  • Energieeffizienz bei kommunalen und privaten Baumaßnahmen
  • Energieeffizienz bei kommunalen Programmen und Fonds
  • Sanierungsberatung für Kommune und Private, die neben städtebaulichen und baukulturellen Aspekten auch Fragen der Energieeinsparung und Energieeffizienz umfasst.

Die Vorbereitung – quartiersbezogene Energiekonzepte

Energieleitplan Thüngersheim © Klaus J. Schulz, Architektur und Stadtplanung

Um die Gesamtenergiebilanz gewachsener Stadt- und Ortsteile mit ihrer meist stark verdichteten Bauweise und einer Vielzahl von ortsbildprägenden und denkmalgeschützten Gebäuden deutlich zu verbessern, gilt es Einsparpotenziale an den Einzelgebäuden mit quartiersbezogenen Lösungen zur Wärme- und Stromgewinnung - wie zum Beispiel Blockheizkraftwerke, Photovoltaik oder Fernheizung – zu verbinden. Wird eine angemessene und bauphysikalisch richtige Sanierung des Gebäudebestandes mit einer Netzversorgung mit einem hohen Anteil regenerativer Energien gekoppelt, lässt sich so der Primärenergiebedarf in gewachsenen Stadt- und Ortskernen deutlich senken. Erzielbare Energiesparpotenziale im Gebäudebestand haben jedoch wesentliche Auswirkungen auf den Aufbau und den wirtschaftlichen Betrieb von örtlichen Wärmenetzen. Daher sind quartiersbezogene Energiekonzepte das entscheidende Instrument zur Vorbereitung und Steuerung des energetischen Stadterneuerungsprozesses. Bei der Novellierung des Baugesetzbuchs 2013 wurde § 136 BauGB "Städtebauliche Sanierungsmaßnahmen" entsprechend ergänzt. Die energetische Beschaffenheit, die Gesamtenergieeffizienz der vorhandenen Bebauung und der Versorgungseinrichtungen des Gebiets sind nun zusätzliche Kriterien für die Beurteilung, ob in einem Gebiet städtebauliche Missstände vorliegen.

Iphofen – Energienutzungsplan
Thüngersheim – Energienutzungsplan
Mainbernheim - Solarkataster

Energieeffizienz bei privaten und öffentlichen Baumaßnahmen

Nördlingen Bräugasse 8, 10 und 12 © mbi Mittnacht; Beratende Ingenieure, Würzburg

Während die energetischen Anforderungen an den Neubau seit Jahren steigen und in absehbarer Zeit zu Passiv- und Nullenergie- oder sogar zu Plusenergiehäusern führen werden, bleibt der Altbaubestand hinter diesen Standards zurück. Um die Bestandsgebäude innerhalb gewachsener Stadt- und Ortsteile für Mieter und Eigentümer attraktiv zu erhalten, ist es wichtig, zeitgemäße Nutzungsanforderungen zu ermöglichen und den Primärenergiebedarf und die Bewirtschaftungskosten zu reduzieren. Die Sanierung des Altbaubestands sollte wegen seines zum Teil über Jahrhunderte reichenden Alters sowohl unter energetischen als auch baukulturellen Gesichtspunkten erfolgen. Da der Primärenergieverbrauch eines Gebäudes sowohl durch Verbesserungen an der Gebäudehülle als auch im Bereich der Gebäudetechnik und der Energieversorgung gesenkt werden kann, lassen sich auch im Altbaubestand - aber auch für Baudenkmäler und ortsbildprägende Gebäude - gestalterisch und energetisch ansprechende Sanierungslösungen finden.

Nördlingen – Bräugasse 8, 10 und 12
Schwabach, Boxlohe 5

Energetische Stadterneuerung – Gute Beispiele als Vorbilder

Donauwörth Forum für Energie und Bildung © Büro Mann und Partner/München

Energieeffizientes Planen und Bauen reduzieren den Energiebedarf von Gebäuden erheblich. Durch besondere Anstrengung bei der Energieeinsparung und durch deutlich effizientere Energiestandards können öffentliche Bauherren sichtbar ihre Vorbildfunktion wahrnehmen. Die Städtebauförderung unterstützt daher Städte und Gemeinden bei vorbildlichen energetischen Modernisierungsmaßnahmen im Gebäudebestand und in Ausnahmefällen auch beim Neubau. Daneben können auch besonders energieeffiziente Gebäudemodernisierungen privater Bauherren zeigen, dass hohe Energiestandards auch bei Umbau des Bestands erreicht werden können.

Nürnberg, Südpunkt (Passivhausstandard)
Donauwörth, Forum für Energie und Bildung (Passivhausstandard)
Nürnberg, Stadtbibliothek

Energieeffizienz bei kommunalen Programmen und Fonds

Die Gemeinde kann in Erneuerungsgebieten zur vereinfachten Förderung kleinerer privater Maßnahmen gemeindliche Förderprogramme, zum Beispiel zu Fassadeninstandsetzungen, auflegen. Durch die Entwicklung und Förderung modellhafter kommunaler Energie-Aktionsprogramme und die Erweiterung von bestehenden kommunalen Programmen, zum Beispiel der Fassadenprogramme um die Energiekomponente kann eine breite Öffentlichkeit erreicht und mobilisiert werden. Im Rahmen eines von der Regierung zu bewilligenden Jahresbudgets entscheidet die Gemeinde selbst über die Mittel und weist deren zweckentsprechende Verwendung summarisch nach.

Mainbernheim - Kommunales Fassadenprogramm