Diese Seite speichert Informationen in sog. Cookies in Ihrem Browser. Mit der Nutzung erklären Sie sich damit einverstanden. Mehr Informationen und Widerruf

Bayerische Staatsmedaille Innere Sicherheit

München, 5. November 2013 (stmi). Staatsminister Joachim Herrmann hat heute erstmals die Bayerische Staatsmedaille Innere Sicherheit verliehen.

Die Bayerische Staatsmedaille Innere Sicherheit wird für außergewöhnliche Verdienste um die Innere Sicherheit in Bayern verliehen. © Bayerisches Landeskriminalamt

Mit der Staatsmedaille würdigt der Freistaat außergewöhnliche Verdienste um die Innere Sicherheit in Bayern. Staatsminister Joachim Herrmann: "Die Wertigkeit und Exklusivität der Staatsmedaille sieht man daran, dass sie an maximal 15 Personen pro Jahr verliehen wird."

"Alle Persönlichkeiten, die heute die Staatsmedaille erhalten, haben durch ihren Einsatz politische, gesellschaftliche oder wissenschaftliche Meilensteine im Bereich der Inneren Sicherheit gesetzt. Allen heute Ausgezeichneten danke ich persönlich wie im Namen der gesamten Bayerischen Staatsregierung aufs Herzlichste für Ihr beispielhaftes Wirken. Die heute verliehene Staatsmedaille soll auch ein Ansporn für andere sein, sich in ähnlicher Weise für die Innere Sicherheit einzusetzen", so Staatsminister Herrmann bei der heutigen Feierstunde.

Fotos der Veranstaltung zum kostenlosen Download finden Sie in der Zum Thema-Box in der Rubrik Downloads.

Dr. Günther Beckstein

Erstmalige Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit am 5. November 2013 in München an Dr. Günther Beckstein © Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotograf: Christoph Schedensack

Staatsminister Joachim Herrmann über den Bayerischen Ministerpräsidenten a.D.:

Du stehst wie kein anderer für die Innere Sicherheit in Bayern und Deutschland. Es fällt schwer, aus Deinen so umfassenden und vielfältigen Verdiensten einzelne besonders hervorzuheben. Du bist ein zutiefst politischer Mensch. Die Jahre, in denen vor allem und vor allen Du die Innere Sicherheit in Bayern geprägt und verantwortet hast, waren unzweifelhaft die Jahre hier in diesem Haus. Ihm hast Du von 1988 bis 1993 als Staatssekretär und von 1993 bis 2007 als Staatsminister gedient, bevor Du Bayerischer Ministerpräsident wurdest. Es waren bewegte Zeiten und ich kann die Dinge nur anreißen, die Dich in Anspruch genommen haben: Die erfolgreiche Arbeit der Polizei und der Sicherheitsbehörden unter Deiner Verantwortung haben bundes- und europaweit Maßstäbe gesetzt. Du bist für eine verstärkte Nutzung von Gentechnik und Biometrie bei der Strafverfolgung eingetreten. Du hast Dich für eine sachgerechte Asyl- und Einwanderungspolitik eingesetzt und Dich auch vor heiklen Themen nicht gescheut, zum Beispiel der Forderung nach Abschiebung jugendlicher Intensivtäter aus dem Ausland - der Fall „Mehmet“ ist noch jedem in Erinnerung. Du hast Bayern zum Spitzenland der Sicherheit gemacht!

Professor Dr. Reinhard Böttcher

Erstmalige Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit am 5. November 2013 in München an Professor Dr. Reinhard Böttcher © Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotograf: Christoph Schedensack

Staatsminister Joachim Herrmann über den Präsidenten des Oberlandesgerichts a.D.:

Sie haben die Fähigkeiten und die Verantwortung der Justiz für die Innere Sicherheit in unser Gemeinwesen eingebracht und sich dabei hohe Verdienste erworben. Jurist zu sein, das weiß niemand besser als Sie, beschränkt sich eben nicht im Vollzug von Gesetzen und Verordnungen, sondern geht weit darüber hinaus: Die Justiz und der Jurist sollten stets über die konkrete Anwendung des Rechts hinaus an das denken, was gut und korrekt für den einzelnen Menschen und die Gesellschaft insgesamt ist. Dazu gehört auch die Wahrung der Inneren Sicherheit, der Sie in vielen Verwendungen gedient haben: Ich nenne nur Ihre Tätigkeit als Leiter der Strafrechtsabteilung im Staatsministerium der Justiz, als Präsident des Oberlandesgerichts Bamberg ab 1994 und als Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs ab 1996. Daneben haben Sie Jahrzehnte als Lehrbeauftragter für Strafrecht gewirkt, waren Mitglied der Bioethik-Kommission der Staatsregierung und haben ehrenamtliche Funktionen in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und beim Diakonischen Werk übernommen. Besonderen Respekt nötig mir ein Satz ab, mit dem Sie zum Thema „Opferschutz und Opferhilfe“ zitiert werden: Dies sei eine „für das Gemeinwesen unverzichtbare Aufgabe, in deren Dienst ich mich gerne stellen werde“, sagten Sie bei Ihrer Wahl zum Bundesvorsitzenden des Weißen Rings e.V., dessen Ehrenvorsitzender Sie bis heute sind.

Professor Dr. Wolfgang Eisenmenger

Erstmalige Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit am 5. November 2013 in München an Professor Dr. Wolfgang Eisenmenger © Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotograf: Christoph Schedensack

Staatsminister Joachim Herrmann über den Ordinarius für Rechtsmedizin und Vorstand des Instituts für Rechtsmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München:

Sie verkörpern das forensische Element in der Inneren Sicherheit, denn Sie sind Mediziner und Arzt. Sie haben Ihr Leben nach Studium und Approbation, Promotion und Habilitation ganz in den Dienst der Rechtsmedizin gestellt. Dieser Weg hat Sie bis zum Ordinarius für Rechtsmedizin und Vorstand des Instituts für Rechtsmedizin der LMU München gebracht. Die Rechtsmedizin, früher auch Gerichtsmedizin genannt, umfasst die Entwicklung, Anwendung und Beurteilung medizinischer und naturwissenschaftlicher Kenntnisse für die Rechtspflege sowie die Vermittlung arztrechtlicher und ethischer Kenntnisse für die Ärzteschaft. Sie geht damit weit über das hinaus, was das landläufige Bild des Rechtsmediziners ausmacht, wie wir alle es aus einschlägigen Fernsehkrimis kennen, nämlich die Obduktion von Leichen, um Beweise für die Ermittlungen zu sichern. Ihr umfassendes Werk kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass Sie Präsident zweier bedeutender Gesellschaften waren, nämlich der Deutschen Gesellschaft für Rechtsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Medizinrecht. Was sich wie ein Wortspiel anhört, beschreibt treffend den Bogen Ihres Wirkens: Sie haben in der Rechtsmedizin als Arzt praktiziert und im Medizinrecht die juristischen, ethischen und standesrechtlichen Aspekte Ihres Fachbereichs gestaltet. Zahllos sind die Fälle, die im hiesigen Institut für Rechtsmedizin durch Ihre Hände gegangen sind.

Gabriele Karl-Linderer

Erstmalige Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit am 5. November 2013 in München an Gabriele Karl-Linderer © Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotograf: Christoph Schedensack

Staatsminister Joachim Herrmann über die Gründerin des Vereins "Opfer gegen Gewalt":

Ihr Engagement kann ich nur bewundern. Sie gründeten 1996 den Verein „Opfer gegen Gewalt e.V.“ und sind dessen erste Vorsitzende. Dies ist umso bemerkenswerter, als Ihnen ein Jahr zuvor das schlimmste Schicksal widerfahren ist, das einer Mutter passieren kann: Ihr einziges Kind wurde Opfer eines grausamen Mordes. Umso bewundernswerter ist der Weg, den Sie genommen haben, um den Tod Ihrer 18-jährigen Tochter auf eine ganz besondere Art zu verarbeiten. Sie setzten sich über viele Jahre aufopferungsvoll für die Belange von Verbrechensopfern ein. Ihr Verein versteht sich als Ansprechpartner für Opfer von Gewalttaten und deren Angehörige. Er leistet überwiegend ehrenamtliche Beratung und Aufklärung und vermittelt Hilfen für Verbrechensopfer. Dabei arbeiteten Sie konstruktiv mit den Beratungsstellen für Frauen und Kinder bei allen Dienststellen der Bayerischen Polizei zusammen. Mit Ihrer unermüdlichen Überzeugungsarbeit zur Anzeige vermittelten Sie die Opfer zur Polizei und begründeten damit in vielen Fällen die unerlässliche Vertrauensbasis als Bindeglied zwischen Opfer und Polizei. Darüber hinaus waren Sie persönlich, unterstützt durch den damaligen Staatsminister der Justiz Hermann Leeb, auch maßgebliche Impulsgeberin einer Gesetzesinitiative zum Thema „Opferanwalt“.

Professor Dr. Manfred Schreiber

Erstmalige Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit am 5. November 2013 in München an Professor Dr. Manfred Schreiber © Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotograf: Christoph Schedensack

Staatsminister Joachim Herrmann über den Polizeipräsidenten von München a.D. und Ministerialdirektor a.D. am Bundesinnenministerium:

20 Jahre standen Sie an der Spitze der Münchner Polizei, bevor Sie in das Bundesministerium des Innern an der Graurheindorfer Straße in Bonn gingen. Sie übernahmen das Polizeipräsidium München in schwierigen Zeiten. Das Ansehen der Münchner Polizei war nicht zuletzt wegen der „Schwabinger Krawalle“ im Juni 1962 an einem Tiefpunkt angelangt. Sie schafften die Kehrtwende und schlugen einen neuen Kurs ein. Mit Sätzen wie „Unsere Pflichterfüllung ist nicht nur in der Durchsetzung der Gesetze, sondern in ihrer vernünftigen Handhabung zu sehen“ und „Ob wir einschreiten, bestimmt der Gesetzgeber, wie wir ein-schreiten, ist unsere eigene Entscheidung“ gaben Sie die Richtung vor. Sie bauten die Vorläufer des Psychologischen Dienstes auf. Sie richteten die Funktion der Jugend- und der Kontaktbeamten ein und machten diesen bei jeder Polizeiinspektion zur festen Größe. Sie hatten in Ihrer Amtszeit aber auch schwere Einsätze, die ich nicht verschweigen möchte. Sie haben Ihnen ein Höchstmaß an Pflichterfüllung abverlangt. Ich erinnere an den ersten Bankraub mit Geiselnahme in Deutschland 1971 in der Prinzregentenstraße und den Überfall auf die Mannschaft Israels bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München.

Dr. Wiebke Steffen

Erstmalige Verleihung der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit am 5. November 2013 in München an Dr. Wiebke Steffen © Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr; Fotograf: Christoph Schedensack

Staatsminister Joachim Herrmann über die Expertin auf dem Gebiet "Kriminologische Forschung und Polizeiliche Kriminalprävention":

Sie sind sowohl in Bayern als auch bundes- und europaweit eine gefragte und renommierte Expertin für Themen der Kriminologischen Forschung und Polizeilichen Kriminalprävention. Als echtes „Nordlicht“ sind Sie, gebürtig aus Delmenhorst in Niedersachsen, vor genau 35 Jahren in den Dienst des Bayerischen Landeskriminalamtes getreten und haben seitdem in vielen Bereichen gewirkt. Schon ein Jahr nach Ihrem Amtsantritt in München wurde 1979 die Kriminologische Forschungsgruppe der Bayerischen Polizei neu eingerichtet, deren Leiterin Sie wurden. Damit übernahmen Sie die erste polizeiinterne kriminologische Forschungseinrichtung eines Landes überhaupt. So ging es weiter: Als Leiterin des Dezernats „Forschung, Statistik, Prävention“ trugen Sie Mitte der 90er Jahre entscheidend zu einer Intensivierung der Diskussion um die Themen Kriminalprävention und bürgernahe Polizeiarbeit in Deut-schland bei. Sie waren viele Jahre Vertreterin Bayerns und zum Teil Vorsitzende verschiedener Kommissionen und Projekte des Bundes und der Länder. Ihr Engagement geht aber weit über den polizeilichen Dienstbereich hinaus. So wirken Sie in der Opferschutzorganisation Weißer Ring e.V. mit. Als Mitglied des Bundesvorstandes und Vorsitzende des Fachbeirates Vorbeugung setzen Sie sich nachhaltig für die Opfer von Verbrechen ein. Auch die Arbeit des Deutschen Jugendinstituts in München unterstützten Sie lange in dessen Beirat.