Ergebnis Zensus 2011

Fürth, 28. Mai 2014 (stmi). Die neuen Basisdaten zu Bevölkerung, Wohnsituation und Erwerbstätigkeit aus dem Zensus 2011 stellte Innenminister Joachim Herrmann heute vor. Auf diesen Informationen bauen alle politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Planungsprozesse bei Bund, Ländern und Gemeinden.

Logo Zensus 2011

Der Zensus 2011 war die erste Volkszählung in Deutschland seit 1987. In Bayern wurden rund 545.000 Haushalte im Rahmen einer Stichprobe befragt und rund 3,4 Millionen Auskunftspflichtige für die Gebäude- und Wohnungszählung angeschrieben. Ein Vergleich des Zensus 2011 mit dem Ergebnis der Volkszählung aus dem Jahr 1987 zeigt in Bayern eine dynamische Bevölkerungsentwicklung. So ist die Einwohnerzahl Bayerns um rund 1,5 Millionen von gut 10,9 Millionen auf knapp 12,4 Millionen Einwohner in den letzten 25 Jahren gestiegen. Bis heute sind noch rund 200.000 Menschen dazugekommen.

Wohnsituation

Die Zahl der Wohnungen ist seit 1987 um 31,1 Prozent gewachsen. Jedem bayerischen Bürger stehen heute durchschnittlich 43,9 Quadratmeter Wohnfläche pro Person zur Verfügung. Im Jahr 1968 waren dies noch 24,3 Quadratmeter. "Das bedeutet eine phänomenale Steigerung an Lebensqualität", so Herrmann. Ein Einpersonenhaushalt bewohnt durchschnittlich 73 Quadratmeter Wohnfläche, Paare ohne Kinder haben 49,8 Quadratmeter zur Verfügung, Paare mit einem oder mehreren Kindern 33,8 Quadratmeter pro Person und alleinerziehende Haushalte 42,6 Quadratmeter. Der Bauminister sieht weiterhin einen großen Bedarf an neuem Wohnraum: "Insbesondere in den Ballungsräumen brauchen wir deutlich mehr Wohnungen.“ Gut jeder Zweite lebt in Bayern in seiner eigenen Wohnung. Fünf Jahrzehnte vor dem Zensus lag die Wohneigentumsquote noch bei 41,3 Prozent, zum Zensusstichtag bei 51,0 Prozent.

Erwerbstätigkeit

Die Arbeitsplätze in Bayern konzentrieren sich nach der Auswertung des Zensus 2011 zu einem ganz erheblichen Anteil auf die kreisfreien Städte. Rund 40 Prozent der Erwerbstätigen in Bayern haben ihren Arbeitsort in den kreisfreien Städten – nur 21,2 Prozent wohnen jedoch auch in der kreisfreien Stadt, in der sie arbeiten. Der Freistaat muss deshalb nach den Worten Herrmanns bei seiner Verkehrspolitik ein besonderes Augenmerk auf die Pendler legen: "Ich denke dabei vor allem an Verbesserungen im öffentlichen Nachverkehr sowie an eine stärkere Verknüpfung der Verkehrsträger." Hier zeigt sich, dass es in Bayern allgemein starke Einpendlerströme von den Landkreisen in die kreisfreien Städte gibt. Der größte Pendlerüberschuss ist in der kreisfreien Stadt Schweinfurt festzustellen, gefolgt von Coburg, Regensburg, Erlangen und Passau.

Zensusdatenbank und weitere Ergebnisse

Die Zensusdatenbank steht allen Nutzern kostenlos zur Verfügung und ermöglicht es, aktuelle Daten abzurufen, sie regional zu vergleichen und dynamische Kreuzkombinationen von Merkmalen vorzunehmen. Interaktive Kartendarstellungen runden das Datenangebot ab.

Weitere Informationsangebote zu den Ergebnissen des Zensus 2011 an, unter anderem eine Broschüre mit einem Querschnitt der wichtigsten Zensusergebnisse für Bayern sowie umfassende Statistische Berichte zu den Themenbereichen Bevölkerung, Haushalte und Wohnsituation in den bayerischen Gemeinden.