Deutliche Verstärkung des Wohnungsbaus

München, 10. August 2015 (stmi). Gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden hat Innen- und Bauminister Joachim Herrmann über Maßnahmen zur deutlichen Verstärkung des Wohnungsbaus informiert.

Dr. Ulrich Maly, Vorsitzender des Bayerischen Städtetages, Thomas Karmasin, Erster Vizepräsident des Bayerischen Landkreistages, Dr. Uwe Brandl, Präsident des Bayerischen Gemeindetages sowie Innen- und Bauminister Joachim Herrmann informieren über Maßnahmen zur Verstärkung des Wohnungsbaus
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Bis Ende Juli sind bereits 47.767 neue Asylbewerber nach Bayern gekommen - mehr als im ganzen letzten Jahr. Rund ein Drittel der Antragsteller darf dauerhaft in Deutschland bleiben. Sie brauchen Wohnraum. Der rasante Anstieg der Asylbewerber verschärft nach den Worten von Innen- und Bauminister Joachim Herrmann die ohnehin angespannte Wohnungsmarktsituation im preisgünstigen Segment. "Bayern wird seine jeweils für 2015 und 2016 veranschlagten Wohnraumfördermittel in Höhe von 242,5 Millionen Euro noch dieses Jahr um weitere 50 Millionen Euro und 2016 um weitere 100 Millionen Euro aufstocken", so der Minister. Herrmann übte zugleich scharfe Kritik am Bund. Die bisherigen Kompensationszahlungen in Höhe von 518 Millionen Euro seien zur Lösung des Problems absolut unzureichend: "Der Bund muss sich mit mindestens zwei Milliarden Euro jährlich beteiligen." Außerdem müssten Mietwohnungsneubauten endlich wieder degressiv abgeschrieben werden können. Damit werde ein dringend notwendiger zusätzlicher Anreiz zum Bauen gesetzt, so der Minister.

Zuschüsse von bis zu 300 Euro pro Quadratmeter

Der Freistaat Bayern hat seit 2010 bis 2014 rund 25.000 Wohnungen und Heimplätze staatlich gefördert und dafür rund 1,1 Milliarden Euro investiert. Nach Beschluss des Ministerrates vom 4. August 2015 erhöht sich das Fördervolumen in diesem Jahr auf 292,5 Millionen Euro, 2016 auf sogar 342,5 Millionen Euro. Künftig erhalten Investoren Zuschüsse von bis zu 300 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, wenn sie geförderten Wohnraum für die Dauer von sieben Jahren anerkannten Flüchtlingen zur Verfügung stellen. Herrmann: "Es freut mich auch, dass die Kirchen und die Bayerische Versorgungskammer große Bereitschaft signalisiert haben, sich bei diesem Thema einzubringen, etwa durch eigene Grundstücke, über kirchliche Wohnungsbauunternehmen oder Kapitalinvestitionen."