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Niedrigste Kriminalitätsrate und beste Aufklärungsquote

München, 18. März 2015 (stmi). "In Bayern leben heißt sicherer leben!" Dieses Fazit hat heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in München bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalstatistik 2014 gezogen.

Polizisten neben Polizeiautos © Bayerns Polizei

Zum einen sei mit der niedrigen Kriminalitätsbelastung von 5.164 Straftaten pro 100.000 Einwohner (2013: 5.073) das Straftatenrisiko in Bayern bundesweit am geringsten. Zum anderen konnte die Bayerische Polizei ihre ohnehin schon sehr gute Aufklärungsquote auf 64,4 Prozent steigern (2013: 64,1 Prozent). "Damit haben wir deutschlandweit voraussichtlich auch die beste Aufklärungsquote", so Herrmann. Bundesweit wird regelmäßig nur etwas mehr als die Hälfte aller Straftaten aufgeklärt (2013: 54,5 Prozent). Herrmann: "Bayern ist mit Abstand das sicherste Bundesland."

Leichter Rückgang der Straftaten - ohne ausländerrechtliche Verstöße

Die Zahl der Straftaten in Bayern stieg im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 650.868 (2013: 635.131 Fälle). Dieser Anstieg ist laut Herrmann auf den starken Zustrom von Asylbewerbern zurückzuführen. So hat sich die Zahl der Verstöße gegen das Aufenthalts- und das Asylverfahrensgesetz von 23.852 auf 43.271 erhöht. "Ohne diese ausländerrechtlichen Verstöße hätten wir 2014 einen leichten Rückgang der Straftaten um 0,6 Prozent gehabt." Den größten Anteil am gesamten Straftatenaufkommen haben die Diebstahlsdelikte (194.099 Fälle, +0,9 Prozent), gefolgt von den Vermögens- und Fälschungsdelikten (115.947 Fälle, +0,6 Prozent).

Rückgang bei Gewaltkriminalität

Eine erfreuliche Entwicklung gab es nach den Worten Herrmanns bei der Gewaltkriminalität. Sie ging 2014 um vier Prozent auf 19.229 Straftaten zurück. "Vor zehn Jahren hatten wir noch 13 Prozent mehr Gewaltfälle", erläuterte der Innenminister. 39,1 Prozent der 19.730 überführten Gewalttäter waren alkoholisiert. "Damit zeigt sich einmal mehr, dass Alkohol der Aggressionsverstärker Nummer Eins ist", mahnte Herrmann. Von den 115 Mordfällen, 2,5 Prozent weniger als 2013, wurden 2014 fast alle aufgeklärt (97,4 Prozent). Einen Fallzahlenrückgang gab es zudem bei den gefährlichen und schweren Körperverletzungen (15.481 Fälle, -3,6 Prozent) sowie bei den Raubdelikten (2.507 Fälle, -4,3 Prozent).

Regelung zur digitalen Spurensicherung erforderlich

Sehr deutlich ging 2014 in Bayern auch die Internetkriminalität zurück, um 12,5 Prozent auf 21.261 Straftaten. "Eine Entwarnung gibt es aber bei der Internetkriminalität nicht", so der Innenminister. Der verursachte Schaden liege mit rund 15 Millionen Euro (2013: 17 Millionen Euro) immer noch sehr hoch. Außerdem seien 2014 die Sexualstraftaten im Internet deutlich um 14,5 Prozent auf 1.025 Fälle angestiegen. Der sexuelle Missbrauch von Kindern übers Internet habe sich sogar im Vergleich zu 2013 um 57,8 Prozent auf 243 Taten erhöht. Nicht zufrieden ist der Innenminister mit der geringen Aufklärungsquote, die alle Fälle der Internetkriminalität eingerechnet nur bei 46,8 Prozent liegt. "Zwar leisten unsere mehr als 300 Internetspezialisten bei der Bayerischen Polizei eine hervorragende Arbeit", betonte der Minister. "Wir brauchen aber dringend eine vernünftige Regelung zur digitalen Spurensicherung, also Mindestspeicherfristen von Telekommunikationsverkehrsdaten. Nur dann haben unsere Ermittler das nötige Handwerkszeug, um auch die digitalen Spuren der Täter gerichtsfest nachverfolgen zu können."

Mehr aufgedeckte Rauschgiftfälle

Deutlich gestiegen ist die Zahl aufgedeckter Fälle von Rauschgiftkriminalität (insgesamt 38.939 Fälle, +8,4 Prozent). Das liegt laut Herrmann vor allem an den verstärkten Polizeikontrollen. 2014 stellte die Bayerische Polizei insgesamt 29.718 Konsumeinheiten Ecstasy, 433,2 Kilogramm Marihuana, 172,5 Kilogramm Amphetamin, 74,9 Kilogramm Haschisch, 59,4 Kilogramm Kokain, 23,8 Kilogramm Heroin und 10,6 Kilogramm Crystal sicher. 359 Rauschgiftdelikte wurden an Schulen festgestellt und damit deutlich mehr als in den Vorjahren (2012: 260 Fälle; 2013: 320 Fälle). Bei 75 Prozent der an Schulen festgestellten Rauschgiftdelikte war Cannabis im Spiel. "Die aus Tschechien importierte Teufelsdroge 'Crystal' ist weiterhin ein großes Problem", ergänzte Herrmann. Rund ein Drittel der bayernweit insgesamt 3.098 Verstöße mit Crystal wurden im Grenzgebiet zu Tschechien festgestellt. 21 Personen seien 2014 daran in Bayern gestorben (2013: 18 Personen). "Die Bekämpfung der gefährlichen Modedroge ist daher auch 2015 ein besonderer Schwerpunkt der Bayerischen Polizei."

Mehr Einbrüche - Einbruchssicherungen sind wirkungsvoll

Grund zur Sorge bereitet Herrmann vor allem die Einbruchskriminalität. "Wohnungseinbrecher sind weiterhin bundesweit auf dem Vormarsch, leider auch in Bayern", erklärte Herrmann vor dem Hintergrund der bayernweit 8.210 für 2014 gemeldeten Fälle (+28,6 Prozent). In Bayern sei das Einbruchsrisiko mit 65 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner aber trotzdem erheblich geringer, als anderswo (Bundesdurchschnitt 2013: 186 Einbrüche). In Nordrhein-Westfalen beispielsweise liege das Risiko, Opfer eines Wohnungseinbruchs zu werden, rund fünfmal so hoch (2013: 313 Wohnungseinbrüche pro 100.000 Einwohner). Herrmann kündigte an, den Fahndungs- und Ermittlungsdruck gegen Einbrecherbanden weiter zu erhöhen. Schon ab 23. März 2015 werde die Bayerische Polizei eine großangelegte bayernweite Kontrollaktion fortsetzen, die im November 2014 zur Festnahme von 75 Straftätern geführt hatte. Außerdem kommt die bundesweit einmalige Prognosesoftware 'Precobs' zum Einsatz. Ein weiterer Baustein ist laut Herrmann das von der Bayerischen Polizei entwickelte und erst kürzlich vorgestellte neue EU-Projekt ''Danube Property Crime Project'. An dem Projekt zur internationalen Zusammenarbeit gegen reisende Einbrecherbanden nehmen neben der Bayerischen Polizei auch Österreich, Bulgarien, Rumänien und Serbien sowie das Bundeskriminalamt und Europol teil. Ergänzend appellierte Herrmann, bei verdächtigen Beobachtungen sofort die Polizei über die kostenlose Nutrufnummer 110 zu verständigen und die eigene Wohnung zu schützen. "Dass rund 44 Prozent der Wohnungseinbrüche im Versuchsstadium stecken bleiben, zeigt, wie wirkungsvoll auch günstige Sicherungsmöglichkeiten wie spezielle Fensterverriegelungen sein können."