Brenner Basistunnel: Baustellenbesuch

München, 6. Juni 2016 (stmi). Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann spricht sich uneingeschränkt für den Bau des Brenner Basistunnels und den Ausbau seiner Zulaufstrecken aus.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter, Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann und Südtirols Landesrat Florian Mussner beim Besuch der Baustelle des Brenner Basistunnels
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

"Der Brenner Basistunnel beseitigt das Nadelöhr Brennerpass und erhöht sprunghaft die Wettbewerbsfähigkeit der Schiene gegenüber dem Personen- und Güterverkehr auf der Straße. Der Tunnel verkürzt den See- und Landweg zwischen Bayern und Fernost sowie zu den Mittelmeeranrainern gegenüber den Nordseehäfen und hilft, umweltbelastende Umwegverkehre zu vermeiden." Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann spricht sich deshalb uneingeschränkt für den Bau des Brenner Basistunnels und den Ausbau seiner Zulaufstrecken aus. Auf einer Tagung nach der Besichtigung der Baustelle des Basistunnels in Innsbruck sagte Herrmann, dass er sich außerordentlich freue, dieses Projekt im Entwurf des Bundesverkehrswegeplans 2030 in der höchsten Dringlichkeitsstufe zu sehen.

Breite Akzeptanz schaffen

Herrmann betonte vor den anwesenden verantwortlichen Kommunalpolitikern aus den Anrainergemeinden der Zulaufstrecken, wie wichtig es ihm sei, die Region bei der Suche nach geeigneten Trassen und der Planung eng einzubinden. Herrmann: "Ich will eine breite Akzeptanz für dieses für Bayern so wichtige Infrastrukturprojekt sicherstellen." Die Bayerische Staatsregierung setze sich im Rahmen der Aktionsgemeinschaft Brennerbahn seit nunmehr 25 Jahren für den Brenner Basistunnel und gegenüber Deutscher Bahn und Bundesregierung für den Ausbau der nördlichen Zulaufstrecke ein. Dabei würden die gemeinsam mit der österreichischen Eisenbahngesellschaft ÖBB laufenden Vorplanungen gut voranschreiten. Seit Anfang dieses Jahres erarbeite ein Streckenplaner grobe Trassierungsvorschläge aus technischer Sicht. Für den Raum Rosenheim werde aktuell eine Korridorstudie erstellt, auf deren Basis der Streckenverlauf in diesem Bereich entwickelt werden soll. Die DB und die ÖBB setzen sich in lokalen und regionalen Dialogforen mit Vertretern der Gemeinden und Landkreise sowie Repräsentanten von Bürgerinitiativen, Umweltverbänden und der Wirtschaft an einen Tisch. Herrmann: "Dort werden deren Anliegen erörtert und mögliche Lösungswege in einem direkten und offenen Dialog diskutiert." Das Trassenauswahlverfahren im Inntal werde von einem regionalen Projektbeirat begleitet. In einem übergeordneten Lenkungskreis tauschen sich Vertreter der Ministerien Österreichs, des Bundes und Bayerns regelmäßig mit ÖBB und DB über den Projektstand aus.

Quantensprung für Wettbewerbsfähigkeit der Schiene

Das Ziel ist insbesondere, der bayerischen Wirtschaft einen besseren Zugang zu den Mittelmeeranrainern sowie auch zum wichtigen Handelspartner China zu verschaffen. Über das Mittelmeer ist der See- und Landweg nach Bayern deutlich kürzer und damit auch umweltschonender als über die Nordsee. Zudem sollen schnellere, längere und schwerere Güterzüge eine leistungsfähige Alternative zum Lkw bieten und so den Straßengüterverkehr über den Brenner reduzieren. Herrmann abschließend: „Wir wollen die LKWs von der Straße runter auf die Schiene bringen. Der Brennerkorridor ist somit nicht nur schonend für die Umwelt, sondern trägt auch zu mehr Lebensqualität der Anrainer bei, die im Moment noch unter dem Schwerlastverkehr leiden.“