Maßnahmen für mehr Cybersicherheit

München, 13. Dezember 2016 (stmi). Anlässlich des aktuellen Cyberangriffs auf die Deutsche Telekom, von dem Ende November rund 900.000 Kunden betroffen waren, fordert Innenminister Joachim Herrmann bundesweite Verbesserungen für mehr Cybersicherheit. Er sieht dabei vor allem die Hersteller von IT-Produkten in der Verantwortung.

Symbolbild Cybersicherheit: Ein Schloss mit binären Zahlen
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„Für viele Hersteller spielt Sicherheit bei der Entwicklung ihrer Produkte leider keine große Rolle. Ihr Fokus liegt darauf, innovative Produkte möglichst schnell auf den Markt zu bringen.“ Laut Herrmann müssen die Hersteller von in Deutschland vertriebenen internetfähigen IT-Produkten bundesgesetzlich verpflichtet werden, Sicherheitsmaßnahmen nach dem Stand der Technik umzusetzen und Sicherheits-Updates bei bekannt gewordenen Schwachstellen in ihren Produkten bereitzustellen. Ebenso könnten die Verbraucher für mehr IT-Sicherheit sorgen, wenn sie sie bewusst einfordern. Herrmann: „Die Sicherheit des Produkts muss neben Preis und leichter Bedienbarkeit genauso in die Kaufentscheidung einbezogen werden. Die Investition in die Sicherheit heute ist der beste Schutz vor kostspieligen Folgen durch Computerkriminalität von morgen.“ Gütesiegel für IT-Sicherheit von IT-Produkten können hier für mehr Transparenz sorgen. Herrmann: „Die Verbraucher sehen dann beim Kauf leichter, welches Produkt sicher ist und von welchem sie die Finger lassen sollten."

Sensibilisierung und Aufklärung stärken

Ein weiteres Ziel zum Schutz vor Internetkriminalität ist eine stärkere Sensibilisierung und Aufklärung der Nutzer und Verbraucher. Herrmann: „Wir wollen einer leichtfertigen Nutzung entgegentreten. Digitale Sorglosigkeit kann fatale Folgen haben. Grundregeln der Cybersicherheit müssen – wie der Sicherheitsgurt im Straßenverkehr – für alle Nutzer zur Selbstverständlichkeit werden. Dazu gehört auch, dass alle einen aktuellen Virenschutz verwenden und Sicherheitsupdates regelmäßig durchführen.“ Weiter fordert Herrmann, die Kapazitäten der Sicherheitsbehörden zur Cyberabwehr in ganz Deutschland zu erhöhen. Bayern ist insbesondere mit seinem Cyber-Allianz-Zentrum beim Bayerischen Landesamt für Verfassungsschutz bereits stark aufgestellt. Das Zentrum wird noch weiter personell verstärkt. Der grenzenlosen Vernetzung der Kommunikationssysteme und der grenzüberschreitenden Kriminalität im Netz ist laut Herrmann ein schlagkräftiges Vorgehen der Sicherheitsbehörden durch international kooperatives Handeln entgegenzusetzen. Dazu gehört nicht nur ein verbesserter internationaler Datenaustausch, sondern auch eine Verbesserung der Befugnisse und Fähigkeiten der Sicherheitsbehörden zur Bekämpfung von Cybercrime im eigenen Land.

Speicherfristen verlängern

Außerdem verlangt der Innenminister, die Speicherfristen für Bestands- und Nutzungsdaten von Telekommunikations- und Telemedienanbietern zu verlängern und gesetzliche Befugnisse zu schärfen: „Da die Kommunikation zunehmend verschlüsselt erfolgt, laufen herkömmliche Mittel zur Telekommunikationsüberwachung ins Leere. Wir brauchen insbesondere eindeutige Auskunftspflichten ausländischer Anbieter und eine Klarstellung, welche Telekommunikationsquellen überwacht werden können.“

Weitere Informationen zu den Forderungen der Staatsregierung für mehr Cybersicherheit finden Sie hier.