Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes und des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten

München, 16. Februar 2017 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Hermann Steinmaßl ausgehändigt und das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für langjährige ehrenamtliche Tätigkeit an Mechthilde Wieland überreicht.

Bundesverdienstkreuz am Bande

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitaiven Bereich.

Hermann Steinmaßl

Hermann Steinmaßl und Innenminister Joachim Herrmann
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Hermann Steinmaßl aus Fridolfing, Landkreis Traunstein, begann seine politische Karriere bereits im Jahre 1971 als Mitglied beziehungsweise Ortsvorsitzender der Jungen Union in Fridolfing. Über zwei Jahrzehnte war er Mitglied des Gemeinderates. Daneben war er von 1978 bis 2014 Mitglied des Kreistages des Landkreises Traunstein, davon 12 Jahre Vorsitzender der CSU-Fraktion. Außerdem von 1982 bis 1998 Mitglied des Bezirkstages Oberbayern und anschließend bis 2002 Mitglied des Bayerischen Landtags. Das Amt des Landrats des Landkreises Traunstein hat Hermann Steinmaßl zwölf Jahre mit größtem Engagement ausgeübt. Das Thema Wirtschaftsförderung war für ihn „Chefsache“. Die landkreiseigene „Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH“ fungiert seither als zentraler einheitlicher Ansprechpartner für alle Belange der Wirtschaft. Es wurden zahlreiche Pilotprojekte initiiert, wie zum Beispiel die Breitbandinitiative, ein Güterumschlagsterminal oder ein Hotelmasterplan. Im Bereich der Energiepolitik des Landkreises hat Hermann Steinmaßl  wichtige politische Signale gesetzt. Hier wird jede Form der regenerativen Energien eingesetzt. Der Landkreis belegte damit regelmäßig erste und zweite Plätze in der Solarbundesliga. Aber auch Großprojekte, wie Geothermie- und Wasserkraftanlagen, wurden zuverlässig unterstützt.

In seiner Eigenschaft als Landrat war er auch Aufsichtsratsvorsitzender der damaligen „Kreiskliniken Traunstein – Trostberg GmbH“. Dank seines großen Elans hat er sich in die Belange des Krankenhauswesens eingearbeitet und es maßgeblich mitgestaltet. Sein besonderer Verdienst war die Gründung der „Kliniken Südostbayern AG“, welche aus der Fusion verschiedener Kliniken im Jahre 2009 entstanden ist, wodurch eine hochwertige medizinische Versorgung in der Region sichergestellt wurde. Ebenso führte er 2007 eine neue Gesellschaftsform und ein neues Entgeltsystem zur Sicherung der drei Kreisaltenheime, deren Aufsichtsratsvorsitzender er ebenfalls lange war, ein. Im Jahre 2006 wurde dann auf seine Initiative hin die „Traunsteiner Seniorenkonferenz“ gegründet. Dieses Netzwerk zielt auf die Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen in allen Lebensbereichen ab. Als Aufsichtsratsvorsitzender der „Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Traunstein mbH“ hat er sich mit großem Engagement für Sozialwohnungen im öffentlich geförderten Wohnungsbau eingesetzt. Die Nachhaltigkeit für den Erhalt der Kulturlandschaft und des Brauchtums tragen ebenfalls seine Handschrift. Mit seinem Einsatz konnte die landkreiseigene Stiftung „Hilgerhof“ in eine Kultur- und Begehungsstätte umgewandelt werden, die weit über die Grenzen des Landkreises hinaus Akzente für die Kultur des Chiemgaus setzt. Als Vorsitzender des Vereins „Musiksommer zwischen Inn und Salzach e. V.“ hat er die Konzertreihe maßgeblich gefördert und unterstützt.

In seiner Position als Vorsitzender der „Arbeitsgruppe LEP“ beim Bayerischen Landkreistag brachte er sich nachhaltig in die Diskussion um die Novellierung des Bayerischen Landesplanungsgesetzes und um die Fortschreibung des Landesentwicklungsprogramms Bayern ein. Ziel war es, den ländlichen Raum zu stärken. Schließlich war er seiner Eigenschaft als Landrat 12 Jahre lang Mitglied des Präsidiums der EuRegio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein und drei Jahre deren Präsident. Die EuRegio ist ein grenzüberschreitender Zusammenschluss von Gemeinden, Landkreisen und Interessenvertretungen und damit eine ausgesprochen wichtige Plattform und Motor für die Zusammenarbeit zwischen den bayerischen und Salzburger Gemeinden, Behörden und Einrichtungen.

Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten

Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten wird seit 1994 als ehrende Anerkennung für langjährige hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit verliehen. Es erhalten Personen, die sich durch aktive Tätigkeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen hervorragende Verdienste erworben haben. Die Verdienste sollen vorrangig im örtlichen Bereich erbracht worden sein und in der Regel mindestens 15 Jahre umfassen.

Mechthilde Wieland

Mechthilde Wieland und Innenminister Joachim Herrmann
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Mechthilde Wieland aus Baldham, Landkreis Ebersberg, hat sich fast 40 Jahre lang in den Dienst der österreichisch-bayerischen Freundschaft gestellt und sich als langjährige „Geschäftsführerin“ und damit Leib und Seele der Österreichisch-Bayerischen Gesellschaft (ÖBG) e.  V. bleibende Verdienste erworben. Die Österreichisch-Bayerische Gesellschaft wurde 1955 gegründet und ist Teil des Weltbundes der Österreicher im Ausland. Es ist eine typisch österreichische Tradition, auf diese Weise die Österreicher im Ausland zusammenzubringen und die Beziehungen sowohl zur Heimat als auch zum Gastland zu pflegen. So ist auch die ÖBG bei uns in Bayern ein wichtiges politisches, kulturelles und gesellschaftliches Bindeglied zwischen den Menschen unserer beider Nationen geworden. Die Aktivitäten, die Mechthilde Wieland gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem langjährigen Präsidenten der ÖBG, Carl Paul Wieland, entfaltet hat, sind beeindruckend. Mit internationalen Symposien in Österreich und München, der Herausgabe von Büchern und Filmen, der Jugendarbeit und Kulturreisen, zum Beispiel zum Neujahrskonzert nach Salzburg, hat sie die Harmonie des Zusammenlebens gefördert. Beinahe legendär sind die „Kaiserbälle“, die sie mit zum Teil hohem finanziellem Eigenrisiko organisiert hat und die Empfänge aus Anlass des Österreichischen Nationalfeiertages am 26. Oktober. Mechthilde Wieland hat dies alles ermöglicht, indem sie die Geschäftsstelle der ÖBG im Ehrenamt (weitgehend alleine) geführt hat. Sie hat große Feste organisiert, aber im Kleinen auch die Buchführung gemacht und Briefmarken auf hunderte Einladungen geklebt. Dies ist typisch für die, die im Hintergrund arbeiten und Vieles damit erst möglich machen. Frau Wieland hat aktiv und selbstlos einen Beitrag für die Völkerverständigung geleistet.