Weniger Schadstoffe durch Lastenfahrräder

Nürnberg, 16. März 2017 (stmi). Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hat heute gemeinsam mit dem 2. Bürgermeister der Stadt Nürnberg Christian Vogel, mit Dr. Michael Fraas, Stadtrat und Wirtschaftsreferent der Stadt Nürnberg und Professor Dr. Ralf Bogdanski der Technischen Hochschule Nürnberg den Startschuss für ein neues Fahrrad-Pilotprojekt gegeben. In einem ersten Praxistest wollen die beiden Paketdienstleister DPD und GLS ihre Transporte in Nürnberg mit Lastenfahrrädern erledigen.

Verkehrsminister Joachim Herrmann sitzt auf dem Lastenfahrrad eines Lieferdienstes
© CNA e.V.

Bis Oktober dieses Jahres soll nun geprüft werden, wie viel Geld und CO2 diese Idee einsparen kann. Herrmann: „Gerade mit dem Fahrrad ist man flexibler unterwegs in der Innenstadt und beeinträchtigt weniger den Verkehr. Die Vorteile hinsichtlich Lärm- und Schadstoffemissionen liegen auf der Hand. Deshalb unterstützen wir das Projekt auch gerne mit 153.000 Euro.“

Aufgrund des zunehmenden Internethandels wächst die Branche von Kurier-, Express- oder Paketdiensten enorm. Mit den Paketen steigt auch der Lieferverkehr. Der Großteil der Zustellungen auf der sogenannten „Letzte Meile“ konzentriert sich laut Herrmann auf die Ballungsräume. Herrmann: „Der Kostenanteil für die letzten Meter an den Gesamtkosten der Paketdienstleistung ist für den Unternehmer sehr hoch. Außerdem belastet der Transport die Umwelt.“ In den Fahrzeugen, die meist am Straßenrand für die Zeit der Auslieferung stehen bleiben und damit den Verkehrsfluss behindern, sieht Herrmann eine Gefahr für die Verkehrssicherheit. Die neue Idee soll nun die Belastungen entscheidend verringern.

Zwischenlagerung in "Mikro-Depots"

In sogenannten „Mikro-Depots“, das können Anhänger, Container oder Immobilien sein, sollen die Pakete zwischengelagert werden. Von dort holen die Fahrer mit den Lastenfahrrädern Ihr Transportgut ab und bringen es bis zur Haustür. In Nürnberg wurden zwei Immobilien als Mikro-Depot angemietet. Im Moment steckt das Projekt noch in den Kinderschuhen. Zunächst beschränkt sich der Probelauf auf die Nürnberger Innenstadt und ein Wohngebiet in der Südstadt von Nürnberg. „Neben positiven Umweltwirkungen erhoffen wir uns auch spürbare Zeitersparnisse und Kostensenkungen“, erklärt Herrmann.

Die Technische Hochschule Nürnberg begleitet das Projekt und analysiert den Ablauf. Die konkreten Ergebnisse aus dem Nürnberger Test können später auf eine Vielzahl von Städten und Gemeinden in ganz Deutschland übertragen werden.