Bayerisches Reformationsfest in Nürnberg

Nürnberg, 1. Juli 2017 (stmi). Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle und Innenminister Joachim Herrmann haben beim heutigen Bayerischen Reformationsfest die Bedeutung Bayerns in der Reformation und das Miteinander der Konfessionen heute klar herausgestellt. „Christlichen Wurzeln und die christliche Identität haben Bayern geprägt und prägen es bis heute“, so Spaenle und Herrmann übereinstimmend.

1. Juli 2017: Bayerisches Reformationsfest in Nürnberg: Innenminister Joachim Herrmann und Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle haben beim Reformationsfest die Bedeutung Bayerns in der Reformation und das Miteinander der Konfessionen heute klar herausgestellt. "Christlichen Wurzeln und die christliche Identität haben Bayern geprägt und prägen es bis heute", so Spaenle und Herrmann übereinstimmend.
© Jens Wegener

Für Innenminister Herrmann, der in Vertretung des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer die Festrede hielt, war und ist die Reformation „ein gewaltiges Ereignis für unser Land und die Weltgeschichte“. Martin Luther nannte er eine Jahrtausendpersönlichkeit: "Darum ehren wir den berühmten Reformator dieses Jahr auch von staatlicher Seite: Mit unserer bayerischen Landesausstellung 'Ritter, Bauern, Lutheraner' und heute mit diesem großen Staatsempfang hier in Nürnberg."

Der Reformationstag am 31. Oktober vor 500 Jahren, der in diesem Jahr ein Feiertag in Bayern ist, sei ein einschneidendes Datum deutscher und europäischer Geschichte. Nürnberg zähle dabei zu den herausragenden Orten des Reformationsgeschehens, weil es vor 500 Jahren eine der wichtigsten Städte im Heiligen Römischen Reich war, intellektuelles Zentrum des Humanismus und die erste Reichsstadt, die sich zu Luthers Ideen bekannte.

Konfessionelle Schranken heute überwunden

Herrmann: "Die konfessionellen Schranken sind im Freistaat heute überwunden, in Bayern und Deutschland ist längst ein versöhntes Miteinander der Christen lebendig. Vieles von dem, was wir heute als 'typisch deutsch' bezeichnen, ist eigentlich typisch Luther. Die Leistungsbereitschaft, die uns Deutsche in aller Welt auszeichnet, ist eine protestantische Tugend." Das Menschenbild Luthers sei für uns in Bayern bis heute Auftrag und Verpflichtung, nämlich Leistungsethik, Verantwortung des Einzelnen, Solidarität mit Kranken und Schwachen. Herrmann: "Der Einsatz und die gelebte Mitmenschlichkeit in unserer Bevölkerung sind das feste Fundament für den Zusammenhalt in unserem Land. Die evangelische Kirche ist dabei eine feste und tragende Säule unserer Heimat.“

Enorme Dynamik

Minister Spaenle: "Süddeutschland und vor allem Bayern mit ihren damaligen Zentren von Politik, Kirche, Wirtschaft und Kommunikation spielten eine zentrale Rolle in der Reformation und der Gegenreformation im 16. und 17. Jahrhundert. Das rechtfertigt das Bayerische Reformationsfest in Nürnberg. Nürnberg war wie Augsburg ein klassisches Beispiel für den Freiraum und auch das interessierte und gebildete Publikum, mit dem neue Ideen ausprobieren konnte und das der Reformation als Bewegung gerade in den ersten Jahren nach Veröffentlichung der Thesen Luthers eine enorme Dynamik verlieh.“ Bis heute sei Bayern – wie kaum ein anderes Land in Deutschland – von konfessioneller Vielfalt geprägt. Die Mehrzahl gehöre der katholischen Konfession an, ein Fünftel der evangelischen. Der intensive ökumenische Dialog lasse die einenden Elemente der beiden christlichen Konfessionen höher zu bewerten als die trennenden.

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