Erdinger Ringschluss schreitet voran

München, 7. August 2017 (stmi). Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann will, dass der Flughafen München mit allen Verkehrsmitteln besser erreichbar wird. Bei den Schienenprojekten ist Herrmann jetzt einen entscheidenden Schritt weiter. Gemeinsam mit dem Erdinger Oberbürgermeister Maximilian Gotz hat der Verkehrsminister heute die Finanzierung für die sogenannte Südtunnelverlängerung besiegelt.

Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann besiegelt gemeinsam mit dem Erdinger Oberbürgermeister Maximilian Gotz die Finanzierung für die sogenannte Südtunnelverlängerung.
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

„Damit ist ein weiterer Meilenstein für den Erdinger Ringschluss geschafft“, sagte Hermann heute bei der Vertragsunterzeichnung in München. In Zukunft soll die Bahn im Stadtzentrum von Erding ab dem neuen S-Bahnhof Erding bis zur Haager Straße in einem Tunnel fahren und erst südlich der Haager Straße wieder an die Oberfläche kommen. „Wenn Land und Kommunen an einem Strang ziehen, können wir beim Infrastrukturausbau etwas bewegen“, so Herrmann. Oberbürgermeister Gotz: „Auf den frei werdenden Flächen mitten in der Stadt entsteht wichtiges Bauland, das wir jetzt städtebaulich erschließen und entwickeln wollen.“ An den Projektkosten der Südtunnelverlängerung von insgesamt 68 Millionen Euro nach derzeitigem Planungsstand, wird sich die Stadt Erding mit rund 35 Millionen Euro beteiligen. Die DB wird 2018 für die jetzt abgestimmten Planungen das Planfeststellungsverfahren beantragen. Liegt dann Baurecht vor, wird nach dem Willen des Freistaates sofort mit dem Bau gestartet werden. Mit der Realisierung des Erdinger Ringschlusses ist nach Fertigstellung der 2. Stammstrecke zu rechnen.

Gewaltige Verbesserung

Für die Stadt Erding bedeutet die Untertunnelung eine gewaltige Verbesserung. Für die Anwohner fällt die Lärmbelästigung weg. Zudem wird die Durchschneidung der Stadt durch die Trasse aufgehoben. „Hier unterstützen wir die Stadt bei der Entwicklung der neuen Flächen mit Mitteln aus der Städtebauförderung“, so Herrmann. Durch den Erdinger Ringschluss will der Verkehrsminister nicht nur die Region, sondern auch Südostbayern und das Salzburger Land besser an den Flughafen anbinden. Das gesamte Projekt erfolgt in drei Bauabschnitten. Herrmann: „Ende 2019 soll die DB mit den Bauarbeiten für den ersten Abschnitt vom Flughafen bis nach Schwaigerloh starten. Dort ist neben einer S-Bahnstation auch eine Abstell- und Wendeanlage geplant. Sobald Baurecht für den zweiten Abschnitt von Schwaigerloh bis Erding vorliegt, werden wir auf einen schnellen Baustart bei der DB drängen.“ Im dritten Bauabschnitt soll die Walpertskirchener Spange gebaut werden. Damit wird erreicht, dass in Zukunft neben der S-Bahn auch der Regional- und Fernverkehr auf der Strecke fahren kann. Herrmann: „Die Walpertskirchener Spange soll im Bundesverkehrswegeplan 2030 Teil des Großknotens München werden. Hierzu sind wir mit dem Bund in Gesprächen.“

Zugbetrieb viel flexibler gestalten

Der Erdinger Ringschluss ist jedoch nur ein Projekt, das Herrmann weiter vorantreibt. Auch die Regensburger sollen in Zukunft stündlich mit dem Zug über Landshut, Moosburg und Freising direkt zum Flughafen fahren können. Das Projekt „Neufahrner Kurve“ ist bereits in Bau und soll ab 2018 in Betrieb gehen. Im Westen des Flughafens will der Verkehrsminister die Stelle, an der die Strecke der S1 und der S8 zusammengeführt wird, großzügig ausbauen. „Wir wollen dort ein Brückenbauwerk errichten, mit dem sich der gesamte Zugbetrieb viel flexibler gestalten lässt. Die S-Bahnen werden damit pünktlicher. Auch die Anzahl der Zugfahrten können wir dadurch erhöhen.  Für dieses Projekt haben wir bereits Baurecht. Derzeit verhandeln wir mit der Bahn die notwendigen Verträge und können dann zeitnah starten“, so Herrmann.