6. Bayerische Verkehrssicherheitskonferenz

München, 27. November 2017 (stmi). Ablenkung im Straßenverkehr gehört zu den häufigsten Ursachen für schwere Verkehrsunfälle. Das Thema stand daher im Mittelpunkt der 6. Bayerischen Verkehrssicherheitskonferenz in München.

Podium Verkehrssicherheitskonferenz
© Redaktion Bayerns Polizei

"Ablenkung im Straßenverkehr ist gefährlich. Sie verdoppelt das Unfallrisiko. Das Schreiben von Nachrichten auf dem Smartphone steigert das Risiko sogar um das Fünf- bis Zehnfache. Das sind alarmierende Zahlen, die wir alle sehr ernst nehmen müssen." Das betonte Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann zum Auftakt der 6. Bayerischen Verkehrssicherheitskonferenz in München, die Ablenkung und Unaufmerksamkeit im Straßenverkehr als Schwerpunktthema hatte. Die Ablenkung im Straßenverkehr gehöre zu den häufigsten Ursachen für schwere Verkehrsunfälle, so der Bayerische Verkehrsminister. So werde Ablenkung teilweise für zehn bis 30 Prozent der Unfälle mitverantwortlich gemacht, nach anderen Studien sogar in zwei von drei Unfällen. Herrmann: "Alle Studien sind sich jedoch einig, dass Ablenkung eine große Gefahr für den Straßenverkehr darstellt."

Schwerpunktthema Ablenkung

Die Bayerische Staatsregierung gehe dieses Thema deshalb verstärkt an und hat in diesem Jahr einen Schwerpunkt darauf gelegt. "Wir führen zahlreiche Aktionen durch, um die Verkehrsteilnehmer für Ablenkungen und die damit verbundenen Gefahren zu sensibilisieren und Verstöße konsequent zu ahnden." So achte die Polizei noch stärker auf die Nutzung von Smartphones am Steuer. Im Jahr 2016 wurden so fast 62.000 Verstöße festgestellt. In diesem Jahr habe die Bayerische Polizei ihre Bemühungen noch einmal intensiviert und im Mai die landesweite Aktion 'Ablenkung' durchgeführt. Herrmann: "Dabei wurden rund 8.000 Verstöße gegen das sogenannte Handyverbot erkannt." Der Minister wies darauf hin, dass die Nutzung von Smartphones oder anderen elektronischen Geräten am Steuer mit empfindlichen Strafen belegt ist. So sei pauschal mit einer Geldbuße von 100 Euro und einem Punkt, bei Sachbeschädigung sogar mit 200 Euro Geldbuße, ein Monat Fahrverbot und zwei Punkten zu rechnen.

Auf dem Landestag der Verkehrssicherheit in diesem Jahr in Landshut stand das Thema 'Ablenkung' im Mittelpunkt. Auch das große Gewinnspiel des Verkehrsministeriums hat sich in diesem Jahr mit 'Ablenkung' beschäftigt. Für das Verkehrssicherheitsprogramm 2020 'Bayern mobil – sicher ans Ziel' konnte der Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich gewonnen werden. Herrmann: "Besonders in Bezug auf Ablenkung ist er ein großes Vorbild, denn er muss sich als Fußballer – ähnlich wie im Straßenverkehr – auch unter schwierigen Bedingungen voll auf seine Aufgabe konzentrieren."

Überarbeitung des Handy-Paragraphen

Herrmann verwies außerdem darauf, dass die Staatsregierung tatkräftig unterstützt habe, den sogenannten Handy-Paragraphen der Straßenverkehrsordnung zu überarbeiten, um die Gefährlichkeit der Nutzung von Smartphones und anderen elektronischen Geräten am Steuer zu verdeutlichen. Die alleinige Beschränkung auf Mobil- und Autotelefone war angesichts der Vielzahl an verfügbaren Geräten wie Tablets und ähnlichem nicht mehr zeitgemäß. Herrmann: "Deswegen wurde das Verbot auf alle elektronischen Geräte ausgeweitet, die nicht fest verbaut sind oder sich nicht in einer Halterung befinden." Herrmann abschließend: "Viele Menschen unterschätzen die Ablenkung, insbesondere bei bewusster Ablenkung durch das Smartphone. Im Straßenverkehr ist aber unsere volle Aufmerksamkeit gefordert. Jede Form der Ablenkung schränkt diese Aufmerksamkeit ein."