Erzbischof Ludwig Schick, Vorstandsvorsitzender Richard Lutz, Bundesminister Christian Schmidt, Innenminister Joachim Herrmann und Regionalbischöfin Elisabeth Hann von Weyhern
© Deutsche Bahn AG / Oliver Lang

Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke von München nach Berlin

Nürnberg, 8. Dezember 2017 (stmi). Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hat in Vertretung des Bayerischen Ministerpräsidenten gemeinsam mit Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Ministerpräsidenten anderer Bundesländer, dem geschäftsführenden Bundesverkehrsminister Christian Schmidt, Bahnvorstand Dr. Richard Lutz und kirchlichen Würdenträgern die Hochgeschwindigkeitsstrecke München – Berlin der Deutschen Bahn feierlich eröffnet.

Das sogenannte ‚Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8.1‘ (kurz VDE 8.1), das die Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt umfasst, wird am Sonntag, den 10. Dezember 2017, in Betrieb gehen. Mit einer Gesamtlänge von rund 500 Kilometern ist das Gesamtprojekt VDE 8 das größte von allen Verkehrsvorhaben des Bundes auf der Schiene. Es umfasst den Aus- und Neubau von Bahnstrecken zwischen den Städten Nürnberg, Erfurt, Halle (Saale), Leipzig und Berlin.

Aufbruch in ein neues Bahnzeitalter

Verkehrsminister Joachim Herrmann im Sonder-ICE
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Der bayerische Verkehrsminister konnte sich auf einer ICE-Sonderfahrt von Nürnberg nach Berlin von den Vorzügen der Schnellstrecke überzeugen. "Das ist der Aufbruch in ein neues Bahnzeitalter", schwärmte Herrmann. "In unter vier Stunden die gut 500 Kilometer nach Berlin ist ein starkes Argument für die Bahn und eine höchstattraktive Alternative zum Auto." Herrmann ist überzeugt, dass mit Streckenangeboten wie dieser die Eisenbahn das Verkehrsmittel des 21. Jahrhunderts werden kann. "Jedenfalls ist die Hochgeschwindigkeitsstrecke München – Berlin ein echter Meilenstein für die Mobilität der Zukunft und für unser Bahnland Bayern", so der Minister.  

Eisenbahnempfang in Nürnberg

Gruppenbild Eisenbahnempfang in Nürnberg
© Bayerische Bereitschaftspolizei

Mit der Eröffnung des ‚Verkehrsprojekts Deutsche Einheit‘ am 10. Dezember 2017 startet der größte Fahrplanwechsel in der Geschichte der Deutschen Bahn. Für Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann ist klar, warum der Ausgangspunkt der Feierlichkeiten in Bayern liegt: „Bayern ist die Wiege der Eisenbahn in Deutschland“, sagte er  anlässlich des vierten Eisenbahnempfangs am 7. Dezember 2017 in Nürnberg. „Die Eröffnung der Hochgeschwindigkeitsstrecke von Nürnberg nach Erfurt ist ein Quantensprung für das Bahnland Bayern.“

München - Berlin in unter vier Stunden

Grafik "ICE- und IC-Linien ab 10. Dezember 2017"
© Deutsche Bahn AG / Julia Amend

Das sogenannte ‚Verkehrsprojekt Deutsche Einheit Nr. 8‘ (kurz VDE 8) ist mit einer Gesamtlänge von rund 515 Kilo­metern das größte von allen Verkehrsvorhaben des Bundes auf der Schiene. Es umfasst den Aus- und Neubau von Bahnstrecken zwischen den Städten Nürnberg, Erfurt, Halle (Saale), Leipzig und Berlin. „Erstmals in der Geschichte wird man diese Strecke unter vier Stunden Fahrzeit bewältigen können. Mit den Sprinter-ICEs ist es sogar möglich, die Fahrzeit von Nürnberg nach Berlin auf knapp unter drei Stunden zu reduzieren. Deutschland rückt damit weiter zusammen. Dank der Leistung von Ingenieuren und politischen Brückenbauern“, so Herrmann weiter.

Besseres Angebot im Nahverkehr

Grafik "Verkürzung der Reisezeiten"
© Deutsche Bahn AG / Julia Amend

Wichtig ist dem Bayerischen Verkehrsminister, dass dadurch nicht nur die Fahrgäste im Fernverkehr profitieren. So gibt es laut Herrmann dadurch auch ein besseres Angebot im Nahverkehr, beispielsweise für den Raum Coburg und die Metropolregion Nürnberg. Auf Bestellung des Freistaats werden heuer ab dem Fahrplanwechsel im 2-Stunden-Takt Züge auf der Linie Nürnberg – Coburg – Sonneberg als Ergänzung zu den bereits bestehenden Verbindungen nach Coburg verkehren, laut Herrmann "ein großartiges Zusatzangebot". Weiterhin werden nach Herrmanns Worten die Züge zwischen Breitengüßbach und Coburg die Neubaustrecke beziehungsweise die Gleise für den Fernverkehr befahren und so für schnelle Verbindungen zwischen Thüringen, Coburg und Nürnberg sorgen.

Übersicht "Kürzere Reisezeiten im Nah- und Ferrnverkehr"
© Deutsche Bahn AG / Çiğdem Buga

"Auch beim Bahnknoten Bamberg verbessern wir die Anschlüsse zwischen Fern- und Nahverkehr", kündigte Herrmann an. Gleichzeitig werde der Freistaat beispielsweise den Ausbau S-Bahn-Netzes im Großraum Nürnberg vorantreiben, das durch den Ausbau bis Dombühl inzwischen auf fast 250 Kilometer angewachsen ist. "Eine beachtliche Entwicklung, die der Freistaat mit Investitionen von rund 150 Millionen Euro wesentlich gefördert hat", erklärte Herrmann.

Nach der Wiedervereinigung beschloss die Bundesregierung im Jahr 1991 die Reali­sierung von 17 Infrastrukturprojekten. Damit sollten nicht nur die Verkehrsverbindungen zwi­schen West- und Ostdeutschland ver­bessert werden, sondern auch die Menschen schneller und näher zusammenzubringen und neue Verbindungen zwischen alten Nachbarn zu schaffen. Das größte VDE-Projekt, die Hochgeschwindigkeitsstrecke von München nach Berlin, wird am kommenden Sonntag, den 10. Dezember 2017 seinen Betrieb aufnehmen.