Innenminister Joachim Herrmann mit den Geehrten
© Stadt Erlangen

Aushändigung des Bundesverdienstkreuzes und des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten

Erlangen, 20. April 2017 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Cornelia Deffner, Kurt Held und Helmut Praus ausgehändigt und das Ehrenzeichen des Ministerpräsidenten für Verdienste von im Ehrenamt tätigen Frauen und Männern an Helmut Ströhlein überreicht. 

Bundesverdienstkreuz am Bande

Verdienstkreuz am Bande
© Bundesregierung, Julia Fassbender

Mit seinen Ordensverleihungen möchte der Bundespräsident die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf hervorragende Leistungen lenken, denen er für unser Gemeinwesen besondere Bedeutung beimisst. Der Verdienstorden wird an in- und ausländische Bürgerinnen und Bürger für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie darüber hinaus für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, wie zum Beispiel im sozialen und karitaiven Bereich.

Cornelia Deffner aus Lichtenau, Landkreis Ansbach

Cornelia Deffner betreut und pflegt seit 25 Jahren ihre Tochter aufopferungsvoll und mit außerordentlichem Engagement. Ihre Tochter Anke kam vor 25 Jahren als fünftes ihrer Kinder mit einer schweren Behinderung zur Welt. Sie betreut und versorgt ihre inzwischen erwachsene Tochter seitdem rund um die Uhr, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr, an Ostern, Pfingsten und Weihnachten. Es ist wohl einer der größten Liebesbeweise, es einem kranken und behinderten Kind zu ermöglichen, in der Familie bleiben und leben zu können. Ihr Entschluss, ihre Tochter zu pflegen, stand für sie von Anfang an unumstößlich fest. Seitdem steht sie ihr zur Seite und ist für sie da. Das ist ein enormer körperlicher und psychischer Kraftakt, ein leuchtendes Zeichen der Nächstenliebe. Mit unerschütterlicher Zuversicht meistert sie als Mutter den kräftezehrenden und anstrengenden Alltag. Sie hilft ihrem Kind mit schier unerschöpflicher Energie und großem Einsatz. Wenn es die Zeit erlaubt, fährt sie ihre Tochter spazieren, damit Anke an die frische Luft kommt und andere Dinge zu sehen und hören bekommt als die eigenen Räume und vertrauten Klänge des Zuhauses. Mit ihrer Fürsorge ermöglicht sie ihrer Tochter ein Leben im gewohnten häuslichen Umfeld, mit den vertrauten Stimmen und einer liebevollen Umgebung in der Familie.

Kurt Held aus Dietenhofen, Landkreis Ansbach

Kurt Held bringt sich seit Jahrzehnten ehrenamtlich in Vereinen, berufsständischen Organisationen und in der Kommunalpolitik ein. Sein politisches Engagement begann bereits 1972, also vor 45 Jahren, und seine Ämter sind zahlreich. 1996 wurde er in den Gemeinderat des Marktes Dietenhofen gewählt; von 2002 bis 2008 war er dort Zweiter Bürgermeister und von 2004 bis 2010 war er Zweiter Vorsitzender des Ortsverbandes Dietenhofen. Seit 2014 ist er Mitglied des Kreistags des Landkreises Ansbach. Nachdem er 1975 die Meisterprüfung im Bäckerhandwerk abgelegt hatte, unterrichtete er bis 1980 als ehrenamtlicher Fachlehrer an der Berufsschule in Ansbach im Bereich Bäckerhandwerk. 1981 übernahm er den elterlichen Betrieb in Dietenhofen mit fünf Mitarbeitern, legte 1983 die Meisterprüfung im Konditorhandwerk ab und baute das Unternehmen bis heute kontinuierlich auf. Mittlerweile beschäftigt er in neun Filialen, welchen zum Teil Cafés angegliedert sind, mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. In seinen Betrieben konnten bis jetzt rund 200 junge Menschen ausgebildet werden. 1995 trat er der Sektion Bayern des „Richemont Club International“ bei, einer Bäcker- und Konditorenvereinigung der Schweizer Konditoren-Fachschule, und ist dort seit dem Jahr 2000 Mitglied des Vorstands. Seit 2002 ist er außerdem Obermeister der Bäckerinnung Westmittelfranken und deren Vorstand. Er organisiert Versammlungen, Freisprechungsfeiern und Brotprüfungsveranstaltungen, die einer freiwilligen Qualitätskontrolle dienen. Er vertritt die Innung in der Öffentlichkeit und informiert die Mitglieder über aktuelle und wichtige Themen bei Versammlungen sowie in Rundschreiben. Bis 2005 war er zudem drei Jahre lang stellvertretender Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Ansbach-Westmittelfranken und übernahm dann das Amt des Kreishandwerksmeisters und im selben Jahr das Amt des Vorsitzenden im „Versorgungswerk der im Bezirk der Kreishandwerkerschaft Westmittelfranken zusammengeschlossenen Innungen e. V.“, das einen optimalen Versicherungsschutz speziell für den betrieblichen Bereich anbietet. Seit zehn Jahren ist er außerdem Bezirksobmann des mittelfränkischen Bäckerhandwerks, stellvertretender Landesinnungsmeister auf bayerischer Ebene, Mitglied im Vorstand des Landesinnungsverbandes für das bayerische Bäckerhandwerk, Mitglied der Tarifkommission des Landesinnungsverbandes für das bayerische Bäckerhandwerk und seit 2010 Mitglied der Vollversammlung und des Vorstandes der Handwerkskammer für Mittelfranken. Erwähnt seien noch die jahrzehntelangen Unterstützungen und Mitgliedschaften in der Schützengesellschaft Dietenhofen, im Bayerischen Roten Kreuz in Dietenhofen und Neuendettelsau sowie in der Freiwilligen Feuerwehr Dietenhofen.

Helmut Praus aus Uehlfeld, Landkreis Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim

Helmut Praus wurde bereits 1972 in den Gemeinderat der Marktgemeinde Uehlfeld mit seinen 13 Ortsteilen gewählt. 1989 übernahm er das Amt des zweiten und von 1996 bis 2010 dann das des ersten Bürgermeisters sowie den Vorsitz des Schulverbandes. Er hat sich zunächst um die kommunale Haushaltslage gekümmert und konnte den Schuldenstand des Marktes Uehlfeld komplett abbauen. Er hat damit bewiesen, dass es möglich ist, Investitionen zu tätigen, Verbindlichkeiten abzubauen, sogar Rücklagen zu bilden und dabei allen kommunalen Pflichtaufgaben nachzukommen. Praus hat sich insbesondere für die Schaffung von Arbeitsplätzen und Infrastruktur im ländlichen Raum engagiert. In hohem Maße hat er sich für Zukunftsinvestitionen und die Umsetzung von Großprojekten eingesetzt und dabei hervorragende Arbeit zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger geleistet. Während seiner Amtszeit wurde unter anderem eine Verbindung zweier Siedlungen zur Schule mit einem gefahrlosen Brückenbauwerk, dem „Blauen Wunder“ errichtet, Kleinkinderplätze in den gemeindlichen Kindergärten eingerichtet, ein „Naturkindergarten“ geschaffen und das „Vitanas Senioren Centrum Rosenpark“ angesiedelt. Daneben lag ihm der Umwelt- und Naturschutz sehr am Herzen. Durch verschiedene Maßnahmen, insbesondere der Städtebauförderung, sorgte er dafür, dass mehr Grünflächen in Uehlfeld entstanden. Er initiierte eine vorbildliche Waldbewirtschaftung und die Pflanzung von standortgerechten Laubbäumen. Von 2002 bis 2014 war er Mitglied des Kreistags des Landkreises Neustadt a. d. Aisch - Bad Windsheim und stellte sich auch hier in verschiedenen Ausschüssen in den Dienst der Öffentlichkeit. Außerdem engagierte er sich in der Lokalen Aktionsgruppe Aischgrund (damals mit 17 Gemeinden), deren 1. Vorsitzender er bis 2011 über fünf Jahre hinweg war. Besondere Meilensteine in dieser Funktion waren die Aufnahme in das „LEADER-plus-Programm“ mit einem regionalen Entwicklungskonzept sowie zahlreiche Projekte im Bereich Naturschutz und des sanften Tourismus. Auch im Ruhestand ist er weiterhin aktiv. So erstellt er jährlich einen kostenfreien Veranstaltungskalender und weitere Publikationen. Seit 2013 hält er für den Heimat- und Verschönerungsverein sowie für den Seniorenkreis der Evangelischen Kirche ehrenamtlich Bildvorträge. Besonders hervorzuheben ist schließlich noch die Gründung des Fördervereins „First Responder“, eine Erste-Hilfe-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Uehlfeld im Jahre 2015, als dessen 1. Vorsitzender er tatkräftig um Mitglieder und Spenden wirbt.

Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten

Das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten wird seit 1994 als ehrende Anerkennung für langjährige hervorragende ehrenamtliche Tätigkeit verliehen. Es erhalten Personen, die sich durch aktive Tätigkeit in Vereinen, Organisationen und sonstigen Gemeinschaften mit kulturellen, sportlichen, sozialen oder anderen gemeinnützigen Zielen hervorragende Verdienste erworben haben. Die Verdienste sollen vorrangig im örtlichen Bereich erbracht worden sein und in der Regel mindestens 15 Jahre umfassen.

Helmut Ströhlein aus Erlangen

Helmut Ströhlein ist seit 25 Jahren mit unermüdlichem Einsatz Vorsitzender des Turn- und Sportvereins 1891 Frauenaurach und ein Beispiel für vorbildliches ehrenamtliches Engagement in Bayern. Er ist seit knapp 60 Jahren Mitglied im TSV und war seitdem in den verschiedensten Abteilungen selbst sportlich aktiv, bevor er ab 1984 in die Funktionärsebene wechselte und seit 1992 den TSV als Vorsitzender anführt. Sein unermüdlicher und aufopferungsvoller Einsatz für den Verein, für den er viel an Freizeit verwendet, und sein sorgsames und vorausschauendes Handeln als Vorsitzender haben dafür gesorgt, dass der TSV 1891 Frauenaurach heute erfolgreich und sorgenfrei in die Zukunft blicken kann. So hat Ströhlein unter anderem dafür gesorgt, dass das anschauliche TSV-Sportgelände mit Vereinsheim, Sportgaststätte und Turnhalle heute in einem ansprechenden Zustand ist. Die Renovierungsarbeiten konnten aufgrund seines guten Wirtschaftens in den vergangenen Jahren ohne größere Probleme bewältigt werden, auch wenn es eine große finanzielle Kraftanstrengung war. Aber nicht nur in seinem Verein geht er tatkräftig ans Werk: Im Jahr 1985 gründete er eine Gemeinschaft zur Ablegung des Sportabzeichens und hat seitdem viele hunderte Sportler als Sportabzeichen-Referent erfolgreich begleitet. Ferner bringt er sich auch im Sportverband der Stadt Erlangen ein und ist ehrenamtlich als Schriftführer für den Verband tätig.