Innenminister Joachim Herrmann auf der Bühne des Landestags der Verkehrssicherheit
© PP Schwaben Süd/West

8. Landestag der Verkehrssicherheit in Kaufbeuren

Kaufbeuren, 2. Juni 2018 (stmi). Innenminister Joachim Herrmann hat heute in der Kaufbeurer Altstadt als Schirmherr gemeinsam mit Oberbürgermeister Stefan Bosse und Polizeipräsident Werner Strößner den 8. Landestag der Verkehrssicherheit eröffnet.

Für Jung und Alt war ein interessantes Programm mit 50 Aktionsständen geboten. Unter dem Motto 'Verkehrssicherheit zum Anfassen' gab es viele wichtige Informationen rund um die Verkehrssicherheit. "Unser alljährlicher Landestag der Verkehrssicherheit ist für uns ein ganz wichtiges Datum im Kalender unseres Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 'Bayern mobil – sicher ans Ziel'", erklärte Herrmann. "Wir wollen unsere Bürgerinnen und Bürger für die Gefahren im Straßenverkehr bestmöglich sensibilisieren. Denn wenn sich jeder an die Verkehrsregeln halten würde und vorausschauend unterwegs wäre, könnten wir eine Vielzahl von Verkehrsunfällen verhindern." Der Innenminister lobte die Stadt, die Polizei und die vielen Verkehrssicherheitspartner für die hervorragende Vorbereitung des Landestags.

Mehr Sicherheit beim Motorradfahren

Mehr Sicherheit beim Motorradfahren war eines der Schwerpunktthemen. Denn das Motorradfahren hat laut Herrmann in den letzten Jahren einen stetigen Zuwachs erlebt. So sind dieses Jahr (Stichtag: 01.01.2018) 926.882 Motorräder im Freistaat zugelassen, letztes Jahr (Stichtag: 01.01.2017) waren es noch 909.914. Das sind innerhalb eines Jahres fast 17.000 Zulassungen mehr in Bayern. "Jeder fünfte getötete Verkehrsteilnehmer in Bayern 2017 war ein Motorradfahrer", gab der Minister zu Bedenken. Auch heuer ereigneten sich bis Anfang April bereits 543 Verkehrsunfälle mit Motorradfahrern. 454 Bikerinnen und Biker wurden verletzt und zwei getötet. Nach ersten Meldungen hat sich diese Zahl im April und Mai nochmals deutlich erhöht. Im gesamten Jahr 2017 sind auf Bayerns Straßen 123 (2016: 133) Motorradfahrer ums Leben gekommen.

Prävention und Aufklärung

"Jeder getötete oder verletzte Biker ist einer zu viel", betonte Herrmann. Deshalb seien Prävention und Aufklärung über die Gefahren auch weiterhin sehr wichtig. Herrmann kündigte an, im Rahmen des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms neben gezielten Kontrollaktionen der Polizei auch bei zahlreichen weiteren Veranstaltungen den Motorradfahrern Tipps  zu geben, wie sie selbst ihre Sicherheit entscheidend erhöhen können. "Und vor allem machen wir darauf aufmerksam, wie wichtig die gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr ist, gerade wenn es um das Thema Motorradfahren geht", brachte es der Minister auf den Punkt. Wie Herrmann weiter erläuterte, hat das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West aktuell eine spezielle 'Kontrollgruppe Motorrad' ins Leben gerufen. Neben konsequenten Verkehrskontrollen gehören zu den Aufgaben der motorradfahrenden Polizistinnen und Polizisten auch die Kontaktpflege und Kommunikation mit der Biker-Szene und den regionalen Motorradclubs.

Ziel: Zahl der Verkehrstoten senken

2017 registrierte die Bayerische Polizei 404.951 Verkehrsunfälle, 1,7 Prozent mehr als 2016 (398.100). 608 Menschen verloren dabei ihr Leben, acht Verkehrstote weniger als 2016 (616). 69.659 Menschen wurden letztes Jahr bei Verkehrsunfällen auf Bayerns Straßen verletzt, ein Rückgang von 2.104 Verletzten im Vergleich zum Vorjahr. Ein Hauptziel des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms ist, in Bayern bis zum Jahr 2020 die Zahl der Verkehrstoten auf unter 550 zu senken.

Der Landestag der Verkehrssicherheit wird jedes Jahr seitens eines Polizeipräsidiums in einer anderen Stadt ausgerichtet (2011: Regensburg, 2012: Rosenheim, 2013: Schweinfurt, 2014: Nürnberg, 2015: Augsburg, 2016: München, 2017: Landshut).