Innenminister Joachim Herrmann mit Kindern beim Blaulichtempfang in Deggendorf
© Christoph Schedensack

Herrmann empfängt Blaulichtorganisationen

Deggendorf, 3. Juni 2018 (stmi). „Bei uns in Bayern können wir uns sehr sicher fühlen. Und falls doch einmal etwas passiert, ist immer jemand zur Stelle. Der Dank dafür gebührt Ihnen allen, die bei Polizei, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und freiwilligen Hilfsorganisationen Dienst für die Gemeinschaft leisten!“ Mit diesen Worten würdigte Innenminister Joachim Herrmann beim Blaulichtempfang in Deggendorf Einsatzkräfte aus Niederbayern und der Oberpfalz.

Das Motto der Veranstaltung sei mit ‚Sicheres Bayern‘ gut gewählt. „Hundertprozentige Sicherheit kann zwar niemand garantieren, aber wir demonstrieren in Bayern Jahr für Jahr, dass mehr Sicherheit möglich ist. 2017 konnten wir die Kriminalitätsbelastung auf das niedrigste Niveau seit 30 Jahren senken“, verkündete der Minister stolz. Dies sei vor allem der Verdienst der bayerischen Polizistinnen und Polizisten, die laut Herrmann zudem eine erneut verbesserte und im bundesweiten Vergleich sehr gute Aufklärungsquote vorweisen können. Aber auch die rund 450.000 Einsatzkräfte anderer Organisationen trügen einen erheblichen Teil zu diesem ‚sicheren Bayern‘ bei. „Wir können uns in Bayern wahrlich glücklich schätzen, ein so gut aufgestelltes Gefahrenabwehr- und Hilfeleistungssystem zu haben“, betonte der Innenminister.

Hervorragende Sicherheitslage

Wie Herrmann unterstrich, ist die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, nirgendwo in Deutschland geringer als in Bayern. Der Minister lobte die hervorragende Sicherheitslage in Niederbayern und der Oberpfalz. Die Kriminalitätsbelastung von beiden läge mit 3.562 Straftaten in Niederbayern und 4.039 Straftaten in der Oberpfalz pro 100.000 Einwohner (ohne ausländerrechtliche Delikte) 2017 deutlich unter dem bayernweiten Durchschnitt (4.533) und sei deutlich niedriger als bundesweit (6.764). Zudem sei die Aufklärungsquote bei beiden Regierungsbezirken bemerkenswert hoch: in Niederbayern lag sie bei 68 Prozent, in der Oberpfalz bei 67 Prozent und damit weit über der bundesweiten (56,5). Herrmann dazu launig: „In Niederbayern und der Oberpfalz haben Ganoven schlechte Karten.“

Starkes Netzwerk der Organisationen

Unter Sicherheit sei aber bei Weitem nicht nur die Verhinderung von Straftaten, sondern die Hilfe in allen Notlagen zu verstehen, wie der Minister erläuterte. Hier könne sich Bayern auf ein starkes Netzwerk aus freiwilligen Hilfsorganisationen, Feuerwehren, Technischem Hilfswerk, Bundeswehr, Bundespolizei und Bayerischer Polizei verlassen, die beispielsweise bei Katastrophenbehörden eng und vertrauensvoll zusammenarbeiteten. „Unsere Welt wird immer komplexer. In den letzten Jahren sind ganz neue Einsatzlagen entstanden. Dadurch wachsen auch die Anforderungen an die Einsatz- und Führungskräfte immer stärker. Dem Freistaat ist es deshalb ein echtes Anliegen, den hohen Standard bei der Ausbildung und der Ausrüstung immer weiter zu verbessern und die Rahmenbedingungen optimal auszugestalten“, versicherte Herrmann. „So unterstützen wir beispielsweise Gemeinden und Landkreise beim Erwerb von Feuerwehrfahrzeugen und bei der Errichtung von Feuerwehrgerätehäusern. Allein in den letzten fünf Jahren haben wir hier mehr als 184 Millionen Euro an Fördergeldern ausbezahlt. Niederbayern profitierte mit fast 25 Millionen Euro davon und die Gemeinden in der Oberpfalz erhielten mehr als 19 Millionen Euro.“

Aktive Bürgerschaft

Genauso wichtig, wie die materielle Ausstattung seien aber auch Anerkennung und Respekt der Bevölkerung für das mutige Engagement der Helfer, wie der Minister ausführte: „Wir können niemanden zwingen, Danke zu sagen, aber wir können ein Bewusstsein dafür schaffen, dass dieser Einsatz für unsere Sicherheit aller Ehren wert ist.“ Ein gutes Beispiel hierfür sei die bayernweite Kampagne ‚doppelt engagiert‘, die zur Wertschätzung beitragen solle. Denn von den rund 450.000 Einsatzkräften, die bei Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und freiwilligen Hilfsorganisationen aktiv sind, engagierten sich laut Herrmann rund 430.000 ehrenamtlich. „Eine so aktive Bürgerschaft wie in Bayern ist nicht selbstverständlich und in Deutschland einmalig“, hob der Minister hervor. Die Kampagne solle Arbeitgebern zeigen, dass Mitarbeiter, die sich in den Blaulichtorganisationen betätigten, ihre Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit, Stressresistenz und hohe Motivation immer auch vorteilhaft in ihre Arbeitsstellen einbrächten.

Auszeichnung ehrenamtsfreundlicher Betriebe

Im Gegenzug für das Verständnis, das die meisten Unternehmen ihren wegen Hilfseinsätzen oft auch kurzfristig fehlenden Mitarbeitern entgegenbrächten, verlieh Herrmann erstmalig die neu geschaffene Auszeichnung  ‚Ehrenamtsfreundlicher Betrieb - Gemeinsam für mehr Sicherheit‘ an vier Unternehmen aus Niederbayern und der Oberpfalz. Mit der Auszeichnung wurden die Firmengruppe Max Bögl aus Neumarkt in der Oberpfalz, die Firma Brandl GmbH aus Neufraunhofen, die F.EE Unternehmensgruppe aus Neunburg vorm Wald sowie die Krones AG aus Neutraubling bedacht. Der Innenminister: „Mir ist bewusst, dass eine funktionierende Gefahrenabwehr neben dem Engagement der Ehrenamtlichen auch ein großes Entgegenkommen der Arbeitgeber voraussetzt, die ihren Mitarbeitern im Falle eines Einsatzes den Rücken frei halten. Mein herzlicher Dank für Ihre vorbildliche Unterstützung!“

Näheres zur bayernweiten Kampagne ‚doppelt engagiert‘ des Bayerischen Innenministeriums finden Sie unter: www.doppelt-engagiert.de.