Innenminister Joachim Herrmann in einem Rettungswagen
© BRK, Matschke/Taheri

Pilotprojekt "Telenotarzt Bayern"

München, 30. Januar 2019 (stmi). Das Pilotprojekt "Telenotarzt Bayern" wird in seiner jetzigen Form mit 21 Rettungswagen im gesamten Rettungsdienstbereich Straubing bis zum 30. September 2019 weitergeführt und damit um neun Monate verlängert. Das ist das Ergebnis eines Treffens der Arbeitsgemeinschaft (ARGE) der Krankenkassenverbände in Bayern mit allen operativ am Projekt Beteiligten.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann begrüßte die Entscheidung: "Die bisherigen Erfahrungen sind positiv: Der Telenotarzt ist ein sinnvolles System und hilft, Patienten besser zu versorgen und schneller Leben zu retten." Wie der Minister erläuterte, werden derzeit die Erfahrungen des Pilotprojekts detailliert ausgewertet. Nach Abschluss der Abstimmungen mit den Krankenkassen und anderen Projektbeteiligten soll dann voraussichtlich im Sommer dieses Jahres über die Zukunft des Telenotarzt-Systems entschieden werden. "Unser Ziel ist, den Telenotarzt schrittweise über mehrere Jahre im gesamten Freistaat einzuführen", so Herrmann.

Durch telemedizinische Systeme können Patienten im Rettungsdienst noch schneller und besser professionelle Hilfe erhalten. Mit Einverständnis des Patienten werden direkt vom Einsatzort oder aus dem Rettungswagen Videos, Fotos und Vitaldaten wie EKG-Werte in Echtzeit an den Telenotarzt in der Integrierten Leitstelle übertragen. Dieser unterstützt virtuell mit Anweisungen die Rettungsassistenten und Notfallsanitäter vor Ort. An seinem Arbeitsplatz in der Integrierten Leitstelle kann der Telenotarzt beispielsweise lebensrettende Medikamente verordnen, noch bevor ein Notarzt beim Patienten eintrifft. „Es soll keine wertvolle Zeit verloren gehen, wenn es um die Gesundheit oder gar um Menschenleben geht", sagte der Minister. Auch der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen erkennt in seinem aktuellen Gutachten „Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung“ von 2018 großes Potential telemedizinischer Verfahren. Eine telemedizinische Unterstützung vermittle demnach nicht nur Einsatzkräften im Rettungswagen Handlungssicherheit, sondern die Anwesenheit von Telenotärzten in Leitstellen könne auch dort entscheidend zu einem ressourcenschonenden Einsatz der Rettungsmittel beitragen.

Das Pilotprojekt wird durch die IQ MEDWORKS GmbH in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassenverbände in Bayern und dem Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration als oberster Rettungsdienstbehörde durchgeführt. Finanziell getragen wird das Projekt von den Krankenkassen, den Trägern der gesetzlichen Unfallversicherung sowie mit Mitteln aus dem Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Weitere Informationen rund um das Pilotprojekt finden Sie unter www.telenotarzt.bayern.