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Rettungsgasse hilft Leben retten

München, 25.06.2013

Rettungsgasse hilft Leben retten - Innenminister Joachim Herrmann stellt Info-Kampagne vor: Neues Faltblatt für Autofahrer, gezielte Rundfunkdurchsagen sowie spezielle Hinweistexte bei Polizeifahrzeugen

+++ Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute bei der Autobahnmeisterei Hohenbrunn gemeinsam mit Dr. August Markl, dem Vorsitzenden des ADAC Südbayern, eine Informations-Kampagne zur Rettungsgasse vorgestellt. "Unser Ziel ist, die Notwendigkeit der Rettungsgasse wieder stärker in das Bewusstsein der Autofahrer zu rücken", betonte der Innenminister. Denn der Alltag zeige leider, dass viele Autofahrer bei Staus auf Autobahnen nicht an eine Rettungsgasse denken. Das könne, so Herrmann, zu unnötigen sowie gefährlichen Verzögerungen bei der Versorgung der Verletzten und der Räumung der Unfallstelle führen. "Bilden Sie deshalb bereits bei stockendem Verkehr eine Rettungsgasse zwischen dem linken und dem daneben liegenden rechten Fahrstreifen und halten Sie die Rettungsgasse immer offen", appellierte der Innenminister an alle Autofahrer. "Die Rettungsgasse hilft, Leben zu retten!" +++

Wie Herrmann weiter erläuterte, wurde in einer vom bayerischen Innenministerium einberufenen Expertenrunde mit Vertretern des ADAC, des Bayerischen Rundfunks, der Landesverkehrswacht Bayern, des Landesfeuerwehrverbandes, des Bayerischen Roten Kreuzes, des Technischen Hilfswerks, des Verbandes der Bergungs- und Abschleppunternehmer, der Johanniter-Unfall-Hilfe, des Malteser Hilfsdienstes, der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft sowie des Assistance Partner Vereins ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt, um die Rettungsgassenbildung zu verbessern. Mit Blick auf das neue bayerische Verkehrssicherheitsprogramms 2020 'Bayern mobil – sicher ans Ziel' wolle Herrmann damit einen wichtigen Beitrag zur Verminderung der oft schlimmen Unfallfolgen auf Autobahnen leisten.

"Unter anderem haben wir zusammen mit dem ADAC ein neues Faltblatt entwickelt, das die wichtigsten Verhaltensregeln zur Rettungsgasse verdeutlicht", erklärte der Innenminister. Das Faltblatt werde nun unter anderem durch die Stauberater des ADAC an die Autofahrer verteilt (auch unter www.sichermobil.bayern.de abrufbar). Ergänzend setze Herrmann auf gezielte Rundfunkdurchsagen, die im konkreten Stau-Fall zur Bildung der Rettungsgasse aufrufen. "Als weitere Maßnahme werden wir mit Hinweistexten auf speziell ausgestatteten Polizeifahrzeugen an stark belasteten Autobahnen dazu auffordern, die Rettungsgasse offen zu halten", so Herrmann. Daneben werde derzeit geprüft, ob an Autobahnen auf Schilderbrücken und Verkehrsbeeinflussungsanlagen spezielle Rettungsgassenhinweise gezeigt werden können. Des Weiteren sollen die bereits in Österreich bewährten Hinweisschilder zur Rettungsgasse an besonders staugefährdeten Autobahnabschnitten aufgestellt werden.

Die Pflicht zur Bildung der Rettungsgasse ist in Paragraf 11 der Straßenverkehrs-Ordnung festgeschrieben. Darin heißt es: Stockt der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen mit drei Fahrstreifen für eine Richtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden. Wie der Innenminister betonte, gehören zu den Hilfsdiensten auch Fahrzeuge mit gelbem Rundumleuchten wie Abschleppfahrzeuge und dem ersten Anschein nach nicht als Hilfsdienste erkennbare Fahrzeuge, die beispielsweise von den Umweltbehörden sein können. Herrmann stellte klar, dass die Rettungsgasse ausreichend breit sein müsse, damit auch schweres Gerät wie Autokräne an die Unfallstelle gelangen könne. Der Seitenstreifen sei kein Ersatz für die Rettungsgasse.