München, 16. Juni 2003
Pressemitteilung Nr. 287/03
Zahl der Getöteten bei Autobahnunfällen um rund 26 % gestiegen
Regensburger: "Jeder sechste Autofahrer fährt schneller als 150 km/h"
"Die Zahl der bei einem Unfall auf bayerischen Autobahnen Getöteten ist im Jahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr bei insgesamt rückläufigen Unfallzahlen um 26,2 % gestiegen", gab Innenstaatssekretär Hermann Regensburger am 16. Juni 2003 in München bekannt. Der Innenstaatssekretär kündigte eine verstärkte polizeiliche Überwachung auf den Autobahnen an, unter anderem durch den vermehrten Einsatz ziviler Fahrzeuge, die mit Video- und anderen Verkehrsüberwachungsgeräten ausgerüstet sind. Regensburger: "Nicht angepasste Geschwindigkeit und rücksichtsloses Verhalten sind die Hauptunfallursachen. Auf bayerischen Autobahnen ist jeder sechste PKW-Fahrer mit Geschwindigkeiten über 150 km/h unterwegs."
Zwar ging die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle auf Autobahnen im Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr von 31.750 auf 30.285 (-4,6 %) und die Zahl der dabei Verletzten von 9.160 auf 8.629 (-5,8 %) zurück. Dem steht jedoch ein Anstieg bei den tödlich Verletzten um 26,2 % auf 183 Personen (2001: 145) gegenüber. Ein überproportional hoher Anteil der tödlichen Verkehrsunfälle im letzten Jahr ist auf nicht angepasste Geschwindigkeit zurückzuführen. Regensburger fordert die Autofahrer zu einer umsichtigeren, vorausschauenden und weniger aggressiven Fahrweise auf: "Wenn Sie Ihre Fahrweise an dem Motto "Fair - sicher - gelassen" ausrichten, reduzieren Sie Ihr persönliches Unfallrisiko und kommen außerdem sicher, stressfreier und erholter an Ihr Ziel. Gleichzeitig schonen Sie Ihren Geldbeutel und die Umwelt, da bei gleichmäßiger Fahrweise und geringeren Geschwindigkeiten weniger Kraftstoff verbraucht und weniger Abgase ausgestoßen werden."
Im Frühjahr 2003 wurden bei Kontrollmessungen auf Autobahnabschnitten ohne Tempolimit bei 9.338 PKW (ohne LKW und Busse) die Geschwindigkeit gemessen. 1.207 Autofahrer (=12,93 %) fuhren nicht schneller als 100 km/h, bei 4.444 Pkw (= 47,59 %) wurden Geschwindigkeiten zwischen 101 km/h und 130 km/h gemessen. Mit einer Geschwindigkeit zwischen 131 km/h und 150 km/h waren 2.283 Autofahrer (= 24,45 %) unterwegs. 1.403 Autofahrer (=15,02 %) überschritten mit ihrem Wagen die 150 km/h-Grenze.