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München, 28. Juli 2004

Pressemitteilung Nr. 336/04

Beckstein: "Hohe Zahl von Flüchtlingen in Süditalien beweist Notwendigkeit von Auffanglagern in Nordafrika"

Aktuellen Medienberichten zufolge sind allein von Samstag, 24.07. bis Montag, 26.07. über 500 aus Afrika über das Meer kommende Flüchtlinge mit Ziel Europa auf der italienischen Insel Lampedusa südlich Sizilien gelandet. Die sizilianischen Behörden gehen davon aus, das in den nächsten Wochen Tausende weitere folgen werden, die sich auf unsicheren "Nussschalen" auf die lebensgefährliche Überfahrt machen. Für Innenminister Dr. Günther Beckstein beweist diese dramatische Entwicklung, wie wichtig die Unterbringung von Flüchtlingen in der Herkunftsregion ist: "Flüchtlinge sollten möglichst in ihrer Region humanitär versorgt werden, statt ihr Leben in die Hände skrupelloser Schlepperorganisationen zu legen. Solche Auffanglager könnten in verschiedenen nordafrikanischen Staaten eingerichtet werden. Ich könnte mir auch vorstellen, dass in solchen Lagern etwa unter Aufsicht der Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen UNHCR Asylanträge von Flüchtlingen bearbeitet werden. Was in Albanien mit Hunderttausenden von Kosovo-Albanern, die vor Milosevic flohen, funktioniert hat, muss ebenso gut in Afrika möglich sein." Auch der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes Rudolf Seiters zeigt sich dieser Idee gegenüber aufgeschlossen. Cap-Anamur-Gründer Rupert Neudeck fordert in einem Zeitungsbeitrag sogar ausdrücklich die Einrichtung von Auffangzentren vor Ort durch den UNHCR mit Unterstützung der EU. "Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass der Vorschlag weder illusionär noch inhuman, sondern realistisch und vor allem menschlich ist", so Beckstein.

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