München, 03. September 2005
Pressemitteilung Nr. 383/05
Zentraler Gedenkakt "60 Jahre Flucht und Vertreibung"
Beckstein: "Bayern bekennt sich ohne Wenn und Aber zu berechtigten Anliegen der deutschen Heimatvertriebenen"
"Die Schicksalsgemeinschaft aller Vertriebenen steht seit jeher wie eine große Familie zusammen. Ich halte diese Solidarität auch für überaus wichtig, um die berechtigten Anliegen der Vertriebenen öffentlich kund zu tun, auf das andauernde Unrecht der Vertreibung hinzuweisen, für die Heilung des Vertreibungsunrechts einzutreten und die Hand zur Versöhnung und Verständigung auszustrecken. Ich versichere Ihnen ausdrücklich, dass der Freistaat Bayern sich ohne Wenn und Aber zu den berechtigten Anliegen der deutschen Heimatvertriebenen bekennt", betont Innenminister Dr. Günther Beckstein als stellvertretender Ministerpräsident anlässlich der Hauptkundgebung des zentralen Tages der Heimat des Bundes der Vertrieben am 3. September 2005 in Straubing.
Der Minister erinnert an die "Charta der Heimatvertriebenen" vom 5. August 1950, in der die Heimatvertriebenen erklären, dass sie auf Rache und Vergeltung verzichten, und dass sie mit allen Kräften die Schaffung eines geeinten Europas unterstützen, in dem die Völker ohne Furcht und Zwang leben können. "Mit dieser großartigen Geste der Versöhnung haben die Vertriebenen zu einer Zeit, in der noch alle Wunden offen lagen, einen Markstein zu Versöhnung und Frieden in Europa gesetzt. Wenn in Deutschland jemand den Friedensnobelpreis verdient hat, dann sind es unsere Heimatvertriebenen", hebt Beckstein hervor. Weiter betont der Minister, dass das Gedenkjahr 2005 ideal wäre, das Zentrum gegen Vertreibung endlich auf den Weg zu bringen: "Das Gedenken an die eigenen Opfer und an das tausendfache Leid unseres Volkes bedeutet keine Relativierung der deutschen Schuld. Ein jedes Opfer von Gewalt steht in seiner Würde und in seinem Menschsein für sich. Unsere Trauer um unsere eigenen Opfer ist ganz natürlich und selbstverständlich. Es ist ein Gebot der Menschlichkeit."