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Verdienstkreuz 1. Klasse und am Bande

am 20.12.2011 im Bayerischen Staatsministerium des Innern

an Rupert Reitberger, Walter Alkofer, Johann Fertl, Max Gast, Peter Goetting, Johann Gutter, Dr. Helmut Linhart und Klaus-Peter Mittermaier


Abdruck honorarfrei


Verdienstkreuz 1. Klasse

v.l.: Rupert Reitberger, Innenminister Joachim Herrmann

Verdienstkreuz am Bande

Laudationes

Verdienstkreuz 1. Klasse

Rupert Reitberger (73) aus Hollenbach, Landkreis Aichach-Friedberg, war 24 Jahre Erster Bürgermeister von Igenhausen bzw. der im Jahr 1971 entstandenen Großgemeinde Hollenbach. 1966 kam er in den Kreistag des ehemaligen Landkreises Aichach; seit der Entstehung des Landkreises Aichach-Friedberg im Jahr 1972 gestaltet er dessen Geschicke als dienstältester Kreisrat wesentlich mit. Seit 2002 ist er stellvertretender Landrat. Im Bezirkstag nahm er 34 Jahre lang die verschiedensten Funktionen wahr, unter anderem als Referent für europäische Partnerschaftsangelegenheiten. Seit mehr als vier Jahrzehnten leitet er nicht nur den Kirchenchor der Pfarrei St. Michael in Igenhausen, sondern schreibt auch eigene Musikstücke für den Landfrauenchor Aichach-Friedberg, den er ebenfalls betreut. Er hat zudem mehrere Volksmusikgruppen ins Leben gerufen. Ferner war er an der Gründung der Sozialstation Aichach der Caritas im Jahre 1980 beteiligt und fungiert seither als Kassenprüfer. Seit 1997 wirkt er als zweiter Vorsitzender des Vereins "Kennen und Verstehen", der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die psychosoziale und sozialpsychiatrische Versorgung im Landkreis zu verbessern. Er war am Aufbau des FC Igenhausen und der LG-Lech-Altbayern als Gründungsmitglied maßgeblich beteiligt. Zudem ist er seit drei Jahrzehnten Vorsitzender des Förderkreises Leichtathletik der LG Aichach-Rehling.

Verdienstkreuz am Bande

Walter Alkofer (68) aus Schliersee, Landkreis Miesbach, ist Obmann der Lawinenkommission Schliersee. Ihm ist es auch zu verdanken, dass heute an der Spitzingseestraße die modernste Lawinensprenganlage Bayerns steht und lange lawinenbedingte Sperrzeiten der Straße der Vergangenheit angehören. Sein Wissen und seine örtlichen Beobachtungen sind auch Basis für die Schutzwaldsanierungsmaßnahmen, die in den Lawinenstrichen im Bergwald über der Straße durchgeführt werden. Seine über Jahre erstellten Aufzeichnungen erlauben es heute, die Sanierungsmaßnahmen zielgerichtet an den Schwachstellen im Bergwald anzusetzen. Bei der Polizei war Alkofer 23 Jahre Verkehrserzieher bei Tausenden von Kindern und Jugendlichen. Größtenteils hat er in seiner Freizeit zudem Schulwege auf ihre Gefährlichkeit untersucht und den Gemeinden Empfehlungen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zur Hand gegeben. Bis zu seiner Pensionierung hat er als Mitglied der Kreisverkehrswacht Miesbach jährlich auch eine Vielzahl von Fortbildungsveranstaltungen im Erwachsenenbereich durchgeführt.

Johann Fertl (60) aus Steinkirchen, Landkreis Erding, hat drei Jahrzehnte lang als ehrenamtlicher Erster Bürgermeister von Steinkirchen die Geschicke der Gemeinde geleitet und ganz maßgeblich zu ihrer positiven Entwicklung beigetragen. Zudem war er fast zwei Jahrzehnte lang Vorsitzender der Verwaltungsgemeinschaft Steinkirchen. Unter seiner Leitung wurde der Flächennutzungsplan sowie mehrere Bebauungspläne aufgestellt, zahlreiche Baumaßnahmen durchgeführt und Verbindungsstraßen gebaut. Auch im Bereich der Abwasserbeseitigung wurde während seiner Amtszeit Erhebliches geleistet. In seine Amtszeit fiel der Anschluss der Gemeinde an die Kanalisation. 12 Jahre lang war er zudem Vorsitzender des Wasserzweckverbandes Holzland, eines der flächenmäßig größten Versorgungsgebiete des Landkreises. Er ließ umgehend eine Wasseraufbereitungsanlage installieren und sorgte auch für die schwierigen Anschlüsse der Weiler und Einöden. Ab 1978 gehörte er der Vorstandschaft des Kreisverbandes Erding im Bayerischen Gemeindetag an und war dort beinahe zwei Jahrzehnte lang als Kassier tätig. Darüber hinaus ist er seit seiner frühesten Jugend in der Kirche aktiv und bekleidete schon mit zehn Jahren das Amt des Lektors. Daneben war er ein überaus aktiver Vorsitzender der Landjugendbewegung, Jugendvertreter im Pfarrgemeinderat und schließlich Kirchenpfleger bei der Pfarrkirchenstiftung "Johann Baptist" Steinkirchen.

Max Gast (76) aus Sachsenkam, Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen, war von 1966 bis 1978 Mitglied des Gemeinderats und anschließend bis 2008 ununterbrochen Erster Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Sachsenkam. Von 1984 bis 2008 war Gast Mitglied des Kreistages Bad Tölz-Wolfratshausen. Unter seiner Federführung entstand unter anderem ein neuer Kindergarten, eine Dreifachturnhalle mit Sportplatz, Bau- und Wertstoffhof sowie die Sanierung des Wasserleitungsnetzes. In seiner Amtszeit wurde die Ansiedlung leistungsfähiger Gewerbebetriebe forciert und damit eine große Anzahl wichtiger Arbeitsplätze geschaffen. Damit wird auch die Zukunft von jungen Menschen und Familien in vorbildlicher Weise gefördert. Des weiteren ist Gast seit vielen Jahren Mitglied im Bayerischen Roten Kreuz und der Wasserwacht. Er war 12 Jahre stellvertretender Vorsitzender im BRK-Kreisverband und kümmerte sich insbesondere um die Rahmenbedingungen für den lückenlosen Dienstbetrieb der Wasserwacht an den Bademöglichkeiten.

Peter Goetting (65) aus Haar, Landkreis München, ist seit 1987 Vorsitzender der DLRG-Gliederung Haar, war von 1988 bis 1994 stellvertretender Vorsitzender des DLRG-Bezirks Oberbayern und von 1994 bis 1999 dessen Vorsitzender. Seit 1994 engagiert er sich in besonderer Weise als Vizepräsident des DLRG Landesverbandes Bayern, dort ist er schwerpunktmäßig für die Zusammenarbeit mit den Landes- und Kommunalbehörden in München und für die Kontaktpflege zur Österreichischen Wasserrettung (ÖWR), Landesverband Salzburg, zuständig. In seine Zuständigkeit fällt auch die Bewilligung von Verdienstzeichen in Bronze beziehungsweise Silber sowie die Bewertung und das Vorschlagswesen für das Verdienstzeichen in Gold. In Vertretung des Präsidenten betreut er außerdem die Bezirke Schwaben und Alpenland regional in eigener Kompetenz. Er ist Repräsentant des Landesverbandes und erster Ansprechpartner für alle Gliederungen. Seine Tätigkeit als Vizepräsident des DLRG-Landesverbandes Bayern war und ist stets von konstruktiven Beiträgen getragen.

Johann Gutter (60) aus Vöhringen, Landkreis Neu-Ulm, übernahm bereits im Alter von dreißig Jahren als Chorleiter den Dirigentenstab beim Liederkranz Vöhringen e.V.. Seither ist nicht nur das musikalische Niveau des Chores weiter gestärkt worden, sondern er war und ist mit seiner sicheren Tenorstimme über all die Jahre hinweg ein Vorbild für alle Sängerinnen und Sänger. Im Jahr 1981 gründete er den Frauenchor. Seither werden unter seiner Leitung unter anderem auch aktuelle Musicals und Shows von erstklassiger Qualität dargebracht. Er hat sich als Regisseur, Komponist, Solist, Pianist und Moderator weit über die örtlichen Grenzen hinaus einen Namen gemacht. Zudem ist er seit fast zwei Jahrzehnten Gruppenchorleiter bei der aus neun Chören und drei Ensembles bestehenden Sängergruppe Kleiner Illergau. Des weiteren engagiert er sich seit 1984 als aktives Mitglied des Stadtrats der Stadt Vöhringen, davon war er 12 Jahre zweiter Bürgermeister und ist seit 1996 Mitglied im Kreistag des Landkreises Neu-Ulm.

Dr. Helmut Linhart (74) aus Weilheim, Landkreis Weilheim-Schongau, war 28 Jahre lang mit Leib und Seele Verwaltungsrichter, zuletzt als Vorsitzender am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof. Auf Grund seines hohen Verantwortungsbewusstseins, seiner Erfahrung und seines fundierten Wissens lehrte er an der Bayerischen Verwaltungsschule unter anderem Allgemeine Rechtslehre, Bürgerliches Recht, Kommunalrecht, Baurecht und Verwaltungsprozessrecht in Ausbildungslehrgängen und Fortbildungsseminaren. Engagiert entwarf er unzählige Übungs- und Prüfungsaufgaben, korrigierte sie und nahm auch mündliche Prüfungen ab. Zudem wirkte er von 1983 bis 2003 bei den Prüfungen der Bayerischen Beamtenfachhochschule (heute Fachhochschule für öffentliche Verwaltung und Rechtspflege in Bayern) in Hof mit. Seit 25 Jahren bereitet er die Spitzenbeamten des gehobenen Dienstes in Seminaren der Bayerischen Verwaltungsschule sowie in abendlichen Veranstaltungen im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen auf die Prüfung für den Aufstieg in den Höheren Dienst vor. Von 1990 bis 2002 war er Prüfer in der Zweiten Juristischen Staatsprüfung.

Klaus-Peter Mittermaier (69) aus Ottobrunn, Landkreis München, trat 1981 als Abteilungsleiter beim Suchdienst-Standort München in die Dienste des DRK ein. Bereits 1986 wurde er zum Leiter berufen. Diese Aufgabe hat er mehr als zwei Jahrzehnte mit viel Engagement und großem Erfolg wahrgenommen. In seiner Funktion als Leiter hatte er vielfältige Aufgaben in wichtigen humanitären Bereichen inne. Er hat alles daran gesetzt, die Schicksale von Vermissten aus dem Zweiten Weltkrieg und aus den Konflikten und Katastrophen der Gegenwart zu klären. Darüber hinaus nahm er für das Rote Kreuz an vielen schwierigen Auslandseinsätzen teil. In der schwierigen Zeit vor Beginn der deutschen Wiedervereinigung im Sommer 1989 stellte er im Zusammenhang mit der Flucht der DDR-Bürger über die ungarische Grenze und aus der Deutschen Botschaft in Prag über das Suchdienst-Netzwerk den Kontakt zu Angehörigen wieder her. Im Dezember 2004, während der Tsunami-Katastrophe, trug er maßgeblich dazu bei, dass die Vielzahl der besorgten Angehörigen beraten und unzählige Suchanfragen aufgenommen werden konnten. Seine wertvollen Erfahrungen konnten zum Wohle der Betroffenen auch im Jahre 2005 genutzt werden, als er als Delegierter in Sri Lanka bei der Bewältigung der Tsunami-Schäden an vorderster Stelle wirkte.