Präventionspreis der Bayerischen Polizei 2002/2003
am 22.07.2004 in Regensburg
1. Landessieger: Puppenbühne der PD Weiden
Die Polizeipuppenbühne Weiden wurde im Jahre 1999 von drei Beamten der Polizeidirektion Weiden ins Leben gerufen. Neben Weiden i.d. Oberpfalz gibt es noch in München und Nürnberg jeweils eine Polizeipuppenbühne.
Der Grundgedanke der Polizeipuppenbühne Weiden ist, Kindern auf eine spielerische Art Wissen zu den Themenfeldern
"Sicherheit im Straßenverkehr"
und
"Wie beuge ich Gewalt vor"
zu vermitteln.
Dabei wurden die Polizeipuppenbühne mitsamt den notwendigen Kulissen und den zwei aufgeführten Stücke in Eigenregie durch die drei Polizisten erstellt.
Die beiden Theaterstücke haben folgende Inhalte: Im Verkehrspräventionsstück „Der verzauberte Kaspar“ geht es darum, den Kindern im Alter zwischen vier und sieben Jahren richtiges Verhalten im Straßenverkehr beizubringen. Hier werden die Lernziele in der Verkehrserziehung alters- und kindgerecht dargestellt. Das Stück „Macho Macho“ wurde für die 4. Jahrgangstufen der Grundschulen kreiert und soll gewalttätigem Verhalten und Beschädigungen von fremdem Eigentum vorbeugen.
Einige Tage nach der Aufführung führen die Beamten einen etwa vierstündigen Workshop in den 4. Klassen zum jeweiligen Thema durch. Des weiteren ist ein Elternabend für die Eltern der 4. Klassen im neuen Schuljahr geplant.
Der Erfolg dieses Konzeptes zeigt sich nicht nur durch den ersten Platz beim "Präventionspreis der Bayerischen Polizei 2002/2003", sondern insbesondere durch das rege Interesse der Kinder an den Aufführungen, die stets mit "Leib und Seele" bei der Sache sind.
Weiterführende Informationen zur Polizeipuppenbühne sind im Internet unter
www.xn--polizeipuppenbhne-g3b.de
abrufbar.
Kontaktadresse:
Polizeiinspektion Weiden
Regensburger Str. 52
92637 Weiden
Tel. 0961/401-344
2. Landessieger : "Pure Pleasure" - Alkohlfreie Theke der PI Dingolfing
"Pure pleasure" – reines Vergnügen! Dies ist nicht nur Logo und Name, sondern auch Ziel des Projektes der Polizeiinspektion Dingolfing, das in Zusammenarbeit mit der BMW-AG sowie verschiedenen anderen Firmen und Institutionen ins Leben gerufen wurde.
Mit dieser Kampagne wird der verantwortungsbewusste Umgang mit Alkohol bzw. die Abstinenz bei jungen Menschen gefördert, indem alkoholfreie Getränke "salonfähig" gemacht werden.
Die Getränketheke wurde komplett aus Leichtbau-Aluminium erstellt. Die durchdachte Konstruktion erlaubt es, die Theke innerhalb weniger Minuten in variabler Form – als geschlossenes 6-Eck, Längs- oder Ecktheke – aufzubauen. Auch Elektroanschlüsse und indirekte Beleuchtung sind bereits integriert.
Das komplett aus Sponsorenmitteln finanzierte, ca. 55.000 Euro teure Projekt, steht seit März 2003 allen Jugendgruppen, Kindergärten, Schulen, Vereinen, Verbänden und Betrieben für Feste, Jubiläen, Einweihungen, Geschäftseröffnungen, Beach-Partys, Open-Air und sonstigen Veranstaltungen innerhalb des Landkreise Dingolfing-Landau zur Verfügung und kann über die Geschäftsstelle des Kreisjugendringes Dingolfing-Landau (Tel.: 08731/40001) gegen einen geringen Unkostenbeitrag angemietet werden.
Einzige Voraussetzung ist, dass nur alkoholfreie Getränke ausgeschenkt werden dürfen. Durch das Sponsoring diverser Händler können diese Getränke deutlich unter dem Preis von alkoholischen Getränken angeboten werden und stellen somit eine reizvolle und konkurrenzfähige Alternative dar.
Kontaktadresse:
Polizeiinspektion Dingolfing
Bräuhausgasse 2
84130 Dingolfing
Tel. 08731/3144-0
E-Mail:
pi.dingolfing@polizei.bayern.de
3. Landessieger: "Gewalt? Ich bin doch nicht blöd!" der PD Traunstein
"Gewalt? Ich bin doch nicht blöd!" – Dieser in abgewandelter Form aus der Werbung bekannte Spruch bezeichnet den Kernpunkt des im Februar 2001 angelaufenen Projektes der Polizeidirektion Traunstein.
Dessen Ziele sind unter anderem:
- Verringerung der Gewaltstraftaten im Bereich der Kinder- und Jugendkriminalität
- Umdenken der Gesellschaft in ihrer Einstellung zur Gewalt und den daraus resultierenden Folgen
- Sensibilisierung aller Bevölkerungsschichten für Schwächere und die Bereitschaft, Gewalt nicht zu dulden (im Sinne von mehr Zivilcourage)
Dabei ist das gesamte Projekt als ein Bausteinsystem mit einander ergänzenden Modulen konzipiert, die in ihrer Gesamtheit eine "Mauer gegen Gewalt" ergeben.
Vorhaben dieser Größenordnung sind natürlich auch mit erheblichen Kosten verbunden. Insgesamt wurden bisher im Zusammenhang mit diesem Projekt insgesamt 101.000 Euro ausgegeben, die sich beispielsweise zu über einem Drittel über Einnahmen aus dem Verkauf vom T-Shirts, Caps und Schlüsselbänder finanzierten.
Als Kooperationspartner konnten annähernd alle Kommunen im Direktionsbereich, Landratsämter, Kreisjugendring, das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Schulen, der Weiße Ring aber auch Sportvereine, Jugendfeuerwehren sowie viele weitere Organisationen und Privatpersonen gewonnen werden. Aber auch weltbekannte Sportler wie z.B. Anni Friesinger, Georg Hackl, Martin Braxenthaler, Evi Sachenbacher, Rico Groß unterstützen die Aktion.
Bis jetzt wurden mit "Gewalt? Ich bin doch nicht blöd!" über 35.000 Schülerinnen und Schüler erreicht. Dieser Präventionsansatz, der auf eine verbesserte Erziehung, Wertevermittlung und Bildung abzielt, hat sich als ein hervorragender Erfolg erwiesen.
Kontaktadresse:
Polizeiinspektion Ruhpolding
Rathausstr. 12
83324 Ruhpolding
Tel.: 08663/8817-0
E-Mail:
traunstein.pd.praevention@polizei.bayern.de
Internet:
www.polizei.bayern.de/oberbayern/traunstein/
4. Landessieger: POLIZEI-Kurs des PP München
Der POLIZEI-Kurs ist ein Angebot der Münchner Polizei, das zur Selbstbehauptung ermutigt und die Selbstsicherheit stärkt.
Ziel ist neben dem Erlernen von Zivilcourage ("Wie helfe ich anderen?") auch das Erlernen von Selbstsicherheit ("Wie helfe ich mir selbst?"). Dabei geht es überwiegend um Verhaltensmuster, die in Rollenspielen erarbeitet werden.
Helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen,
lautet das Motto!
Der Kurs eignet sich insbesondere auch für solche Teilnehmer/innen, die selbst Opfer geworden sind, oder Opfern helfen möchten.
Der POLIZEI-Kurs vermittelt,
- wie man Gefahren rechtzeitig erkennen kann
- wie man sich in Gefahrensituationen verhalten soll
- wie man seine Stimme effektiv einsetzen kann
- welche Chancen der körperlichen Verteidigung man hat
- wo Risikobereiche sein können
- was Notwehr / Nothilfe ist.
Der POLIZEI-Kurs ist
kein
Selbstverteidigungskurs!
Der etwa vierstündige Kurs für jeweils 15 bis 20 Teilnehmer wird allen Münchner Stadt- und Landkreisbürgern kostenlos angeboten. Die Durchführung erfolgt beim Kommissariat 314 oder durch Kontaktbeamte der örtlichen Polizeiinspektionen.
Kontaktadresse:
Polizeipräsidium München
Kommissariat 314
Verhaltensorientierte Prävention und Opferschutz
Tegernseer Landstraße 212
81549 München
E-mail:
pp-mue.muenchen.k314@baypol.bayern.de
Internet:
www.polizei.bayern.de/muenchen/schuetzenvorbeugen/index.html
5. Landessieger: "Hau AB!" Mitmachtheater der PD Bamberg
Die Annäherung an das Thema
Sexuelle Gewalt an Kindern
gelingt durch die Einbettung der Thematik in das altersgerechte Medium des interaktiven Theaters außerordentlich gut. Kinder werden mit "Hau AB" spielerisch an potentielle Konfliktsituationen herangeführt. Sie erfahren durch aktive Einbeziehung in das Spielgeschehen, welche möglichen Reaktionsformen sich auf Grenzüberschreitungen anbieten. Damit geht auch eine Stärkung der Persönlichkeit einher. Gleichzeitig informiert „Hau AB“ Kinder über konkrete Möglichkeiten, Hilfe bei derartigen Vorfällen zu erlangen. Über die primäre Zielgruppe der Kinder im Grundschulalter hinaus schließlich wendet sich "Hau AB" an Pädagogen/-innen und bietet diesen Anregungen und Hilfestellungen zur altersadäquaten Diskussion des Themas.
Entwickelt wurde das Projekt vom Bamberger Arbeitskreis "Sexuelle Gewalt gegen Kinder", dem neben der maßgeblich beteiligten Beauftragten für Frauen und Kinder der Polizeidirektion Bamberg auch Fachkräfte des Stadt- und Kreisjugendamtes, des Gesundheitsamtes, des Notrufs, der Erziehungsberatungsstelle, des Kinderschutzbundes, von Pro Familia und dem Weißen Ring angehören, sowie dem Kinder- und Jugendtheater Chapeau Claque. Eine wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch den Lehrstuhl für Pädagogik der Universität Bamberg.
"Hau AB" kann direkt bei
Chapeau Claque
oder bei der Beauftragten für Frauen und Kinder der Polizeidirektion Bamberg (Tel.: 0951/9129-0) gebucht werden. "Hau AB" wird von Chapeau Claque in gewohnter Umgebung der Schüler im Klassenzimmer vor zwei Klassen der Zielgruppe 3. und 4. Jahrgangsstufe gespielt. Die Spieldauer umfasst maximal zwei Schulstunden. Auf Wunsch der Lehrkräfte kann eine Nachbereitung von "Hau AB" durch Mitarbeiter/Innen des Arbeitskreises "Sexuelle Gewalt gegen Kinder" erfolgen, insbesondere auch durch die Beauftragte für Frauen und Kinder der Polizeidirektion Bamberg.
Die Erfahrungen zeigen, dass sich die Kinder außerordentlich aktiv an den Spielsequenzen beteiligen. Die Mitmachmöglichkeiten motivieren, bieten Gelegenheit zur Verarbeitung von eigenen Erfahrungen und regen zum Weiterdenken an. Unzweifelhaft besteht bei Eltern, Lehrern und Kindern ein sehr hoher Informationsbedarf zu diesem Thema. "Hau AB" erweist sich als voller Erfolg".
Kontaktadresse:
Ppolizeidirektion Bamberg
Pressestelle
Schildstraße 81
96050 Bamberg
Tel.: 0951/9129-155
E-Mail:
pp-ofr.bamberg.pd-presse@polizei.bayern.de