Junge Fahranfänger
Praktische Sicherheitsübungen
Jährlich erwerben etwa 130.000 junge Menschen den Führerschein.
Die Fahrerlaubnis und das erste eigene Auto haben einen extrem hohen Stellenwert im Leben einer jungen Frau oder eines jungen Mannes. Der Erwerb des Führerscheins ist quasi zu dem Symbol der Volljährigkeit in unserer Gesellschaft geworden.
Fahranfänger überschätzen gerne ihr eigenes Fahrkönnen und beurteilen aufgrund mangelnder Erfahrung kritische Situationen oft falsch. Als besonderes Problem kommt hinzu, dass bei jungen Menschen zu der geringen Fahrpraxis oft ein fehlendes Gefahrenbewusstsein kommt. Es vergeht traurigerweise kaum ein Wochenende, ohne dass junge Menschen ihr Leben im Straßenverkehr verlieren.
Bayern setzt sich deshalb dafür ein, zum Schutz der Jugendlichen und zur Stärkung der Verkehrssicherheit auch neue Mittel und Wege zu suchen, die Unfallzahlen zu reduzieren.
Führerscheinprüfung am PC
Eine gute Fahrausbildung und eine effektive Prüfung sind Voraussetzung für eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr. Als ein weiterer Baustein zur Erhöhung der Verkehrssicherheit wurde daher die Führerschein-Theorieprüfung zum 01.01.2010 von Prüfungsbögen aus Papier auf eine computergestützte theoretische Fahrerlaubnisprüfung umgestellt. An die Stelle des Ankreuzens auf den bisherigen Papierbögen tritt das Anklicken auf dem Bildschirm. Die Vorteile sind vor allem das intensivere Befassen mit den Verkehrsregeln, Ausdruck eines Ergebnisprotokolls und der verbesserte Schutz vor Manipulation. Die Prüflinge könnten die Geräte auch ohne PC-Kenntnisse unproblematisch bedienen. Bei den PC handelt es sich um Touchpads, das heißt, die Antworten werden per Berührung markiert.
0,0 Promille für Fahranfänger
Achtung Fahranfänger: Seit 01.08.2007 gilt für Führer von Kraftfahrzeugen auf Probe bzw. für Kfz-Führer vor Vollendung des 21. Lebensjahres die 0,0 Promille-Grenze!
Begleitetes Fahren ab 17
Das "Begleitete Fahren ab 17" sieht vor, dass 17-Jährige nach entsprechender Ausbildung in der Fahrschule und Führerscheinprüfung ein Jahr lang in Begleitung eines erfahrenen Führerscheininhabers Auto fahren dürfen. Während dieser Zeit sammeln sie Erfahrungen im Straßenverkehr, bevor sie mit 18 Jahren alleine fahren dürfen. Dies stellt einen vielversprechenden eigenständigen Ansatz dar, um das Unfallrisiko für junge Fahranfänger zu reduzieren. Hintergundüberlegung ist, das hohe Anfangsrisiko junger Fahranfänger durch mehr Fahrerfahrung und mehr Fahrroutine zu senken.
Ernstnehmende Verkehrssicherheitsarbeit ("EVA")
Erfolgreich eingeführt wurde auch das Konzept Ernstnehmende Verkehrssicherheitsarbeit ("EVA"), das jugendliche Kraftfahrer im Rahmen eines kommunikativen Ansatzes zu risikokompetentem Verhalten anleitet. Das Projekt "EVA" will besonders gefährdete Risikogruppen erreichen, zum Beispiel junge Fahranfänger aus dem gewerblich-technischen Bereich. So werden etwa gezielt Berufsschüler in der Schule und während der Unterrichtszeit für Fragen der Verkehrssicherheit sensibilisiert. Mit diesem persönlichen, individuellen Zugehen auf die jungen Führerscheinbesitzer im Umfeld der Schule besteht die Chance, Risikogruppen zu erreichen, die den bisherigen freiwilligen Aktionen ferngeblieben sind.
Könner durch Erfahrung
Bereits seit 1984 bietet die Landesverkehrswacht Bayern mit ihren Partnern für junge Führerscheinerwerber ein eigenes Sicherheitsprogramm unter der Bezeichnung "Könner durch
Er-Fahrung" an.
Das Training, das etwa einen halben Tag dauert und theoretische und praktische Inhalte bietet, ist für die Teilnehmer kostenlos.
Weitere Infos sind auf der Homepage der Landesverkehrswacht Bayern (www.verkehrswacht-bayern.de) vorhanden.