Schlecht gesichert - Ladung verloren
Ein alltäglicher Vorfall im Straßenverkehr:
Ein Kind betritt unvermittelt die Fahrbahn. Sie erkennen die Gefahrensituation und leiten eine Vollbremsung ein. Lose Gegenstände "fliegen" aus dem Fond nach vorne. Bestimmte Gegenstände können auch unter die Pedale rollen.
Wenn es sich bei dem Transportgut z. B. um Betonfertigteile, Steinquader oder Eisenträger auf einem Lkw handelt, kann das katastrophale Folgen haben.
Der Gesetzgeber hat folgende Vorschriften erlassen:
- Die Ladung, einschließlich Geräten zur Ladungssicherung und Ladeeinrichtungen, sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und herrollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen kann. Dabei sind die anerkannten Regeln der Technik einzuhalten.
- Der Fahrzeugführer ist dafür verantwortlich, dass seine Sicht und das Gehör nicht beeinträchtigt werden, weder durch die Ladung, Geräte oder den Zustand des Fahrzeugs. Er muss dafür sorgen, dass das Fahrzeug und die Ladung vorschriftsmäßig sind. Die Verkehrssicherheit darf nicht leiden.
- Der Halter darf die Inbetriebnahme eines Fahrzeugs nicht anordnen oder zulassen, wenn ihm bekannt ist oder bekannt sein muss, dass die Verkehrssicherheit des Fahrzeugs durch die Ladung oder Besetzung leidet.
In der Praxis bedeutet dies, dass die Ladung so gesichert sein muss, dass sie weder ganz noch teilweise verrutschen, umfallen, verrollen, herabfallen oder ein Umkippen des Fahrzeuges verursachen kann. Das gilt auch für Vollbremsungen, Ausweichmanöver und schlechte Wegstrecken, die zum normalen Fahrbetrieb gehören.
Bei Zuwiderhandlungen müssen Sie mit einem Bußgeld, mit Punkten oder einem Verbot der Weiterfahrt und mit Schadenersatzforderungen rechnen. Viel schlimmer ist aber, dass Sie Ihre Gesundheit, Ihr eigenes Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer gefährden.
Die folgenden Tipps und Hinweise können Ihnen helfen, je nach Fahrzeugart richtig zu beladen und Fehler zu vermeiden:
Zweiräder

Grafik Beladung eines Motorrads
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Sie müssen sich vergegenwärtigen, dass sich die Fahreigenschaften des Kraftrades infolge der Beladung verändert.
Falsche Beladung beeinträchtigt die gesamte Fahrstabilität, die Kurvenstabilität, den Bremsweg und den Überholweg.
Tipps:
- Achten Sie insbesondere auf eine richtige Gewichtsverteilung.
- Achten Sie auf die richtige Einstellung von Federung bzw. Reifenluftdruck.
- Verstauen Sie zuerst die schweren Teile im unteren Bereich. Grundregel: Gewicht so tief wie möglich.
- Befestigen Sie die Ladung mit Spanngurten oder Gepäckspinnen.
- Nutzen Sie mit dem Motorrad fest verbundene Behältnisse, wie z. B. Topcase, Tankrucksack oder Seitenkoffer.
- Beachten Sie das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges (siehe Fahrzeugschein).
Pkw
Bei einem Frontalzusammenstoß entwickeln Ladungsteile ungeahnte Kräfte.
Machen Sie sich bewusst: Bei einem Aufprall eines Mittelklasse-Pkw auf einen Geländewagen bei 50 km/h schießt eine 18 kg schwere Getränkekiste mit der Kraft von knapp einer Tonne nach vorne, prallt gegen die Rücksitzbank und versprengt die Splitter der zerborstenen Flaschen im Innenraum.
Selbst aus leichten Gegenständen werden in solchen Situationen äußerst gefährliche "Flugobjekte":
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Normalgewicht
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Aufprallgewicht
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Handy
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0,3 kg
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16,5 kg
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Regenschirm
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0,7 kg
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38,5 kg
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Autoatlas
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1,5 kg
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82,5 kg
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Gefahr: Holzlatten hinter dem Kindersitz
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Vorsicht: Gefahr durch Getränkekästen
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Auch wenn glücklicherweise nicht jede Vollbremsung mit einem Aufprall endet, geht von ungesicherten Ladungsteilen eine erhebliche Gefahr aus. Deshalb beachten Sie bitte die folgenden Hinweise:
- Beim Stapeln von mehreren Gepäckstücken: Schwere Teile nach unten laden.
- Stellen Sie Gepäck direkt an die vordere Lehne. Dadurch wird die Aufprallwucht reduziert.
- Nutzen Sie vorhandene Verzurr-Ösen und fixieren Sie die Ladung mit Gurten.
- Antirutschmatten hemmen die Bewegungsenergie der Ladung.
- Gepäckfangnetze in Pkw-Kombis leisten einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Insassen.
- Lassen Sie bei der Fahrt keine Autoatlanten, Regenschirme oder Fotoapparate auf der Hutablage liegen.
- Brillen oder Kassetten nicht auf das Armaturenbrett, sondern ins Handschuhfach oder in Türablagefächer.
- Auch Tiere müssen gesichert werden, Hunde z. B. mit einem sogenannten Hundegurt auf der Rückbank.
- Beladen Sie ohne Sicherung niemals höher als bis zur Oberkante der Rückbank.
- Schließen Sie während der Fahrt vorhandene Gepäckraumabdeckungen.
- Vermeiden Sie Staulücken - so genannte "Luftlöcher"
Lkw
überladenes Fahrzeug
Nach Feststellungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft wurden bei vier von zehn Lkws derart mangelhafte Sicherungen der Ladung festgestellt, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer jederzeit möglich gewesen wäre. Nur bei rund 25 % der Fahrzeuge waren die Ladegüter korrekt gesichert. Von 1994 bis zum Jahr 2010 ergab sich eine steigende Tendenz im Bereich der geringen und gravierenden Mängel der Ladungssicherungen.
Äußerungen der betreffenden Fahrzeugführer wie "das ist doch so schwer, das kann sich gar nicht bewegen", "das wird schon halten" oder "ich fahre seit 20 Jahren, da ist noch nie etwas passiert" belegen, dass hier ein Informationsdefizit besteht: Weder die gesetzlichen Vorschriften, noch die von Ladungsteilen ausgehenden Gefahren sind hinlänglich bekannt.
Beachten Sie: Neben dem Fahrer sind auch der Halter und der Verlader für eine ordnungsgemäße Beladung verantwortlich.
Tipps:
- Laden Sie formschlüssig an der vorderen Bordwand.
- Achten Sie auf die notwendige Spannung von Gurten oder Ketten (wichtig für den erforderlichen Kraftschluss).
- Nutzen Sie am Fahrzeug bzw. Anhänger vorhandene Zurr-Ösen.
- Plane oder Spriegel sind keine Einrichtungen zur Ladungssicherung.
- Besuchen Sie Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Ladungssicherung.
- Gefahrguttransporte: Beachten Sie die zusätzlich geltenden Bestimmungen.
- Sichern Sie sich selbst: Benutzen Sie Sicherheitsgurte. Hierdurch verringern Sie das Risiko, bei einem Verkehrsunfall aus dem Fahrzeug geschleudert zu werden. Unfallforschungsergebnisse belegen, dass etwa die Hälfte der nicht angegurteten Lkw-Insassen durch Nichtanlegen des Sicherheitsgurtes extrem schwere Verletzungen erlitten bzw. tödlich verunglückten.