Prävention von Extremismus und Gewalt im Sport

Die Achtung der Menschenwürde, Toleranz und Respekt sind Grundpfeiler unserer Gesellschaft.
Rassistische und fremdenfeindliche Äußerungen und Taten greifen diese Grundpfeiler jedoch immer wieder an - auch im Zusammenhang mit Sportveranstaltungen oder im Sportbetrieb selbst. Deshalb rückt die Debatte über Gewalt und Extremismus im Sport wiederholt in den Fokus der Öffentlichkeit.

Sport als Ziel, Vereine als Chance

Der Sport stellt aufgrund seiner flächendeckenden Struktur, seiner gelebten Traditionen und seiner hohen Emotionalität ein attraktives Ziel insbesondere für rechtsextremistische Unterwanderungsversuche dar. Vor allem Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene, die es im besonderen Maße zu schützen gilt, sind hiervon betroffen. Sportvereine haben jedoch auch eine hohe gesellschaftspolitische Relevanz, eine große Bedeutung bei der Wertevermittlung und sie stärken den Zusammenhalt der örtlichen Gemeinschaft. Damit bieten sie wesentliche Chancen zur Bekämpfung extremistischer Aktivitäten.

Rote Karte für Rassismus

Der Sport hat vielfältige Möglichkeiten, ein Klima der Offenheit und Toleranz zu schaffen und somit dem Rechtsextremismus die „Rote Karte“ zu zeigen. Das Ergebnis einer Umfrage zu den Aktivitäten der Länder im Bereich des Sports verdeutlicht: Zahlreiche Länder fördern Projekte, Maßnahmen und Initiativen des organisierten Sports in unterschiedlicher Qualität und unterschiedlichem Umfang - teilweise kontinuierlich seit mehreren Jahren.

Politik für fairen Sport

Das Beratungsnetzwerk „Sport und Politik verein(t) gegen Rechtsextremismus im Sport“ hat das Ziel, möglichst flächendeckend Ansprechpartner im Sport zu schaffen, diese mit anderen Unterstützungsangeboten und Maßnahmen zu vernetzen und wichtige Informationen für die Vereine schnell und unkompliziert zur Verfügung zu stellen. Wesentliche Maßnahmen zur Bekämpfung von Rechtsextremismus im Sport werden in den Ländern aus unterschiedlichen Programmen finanziert. Seitens des Bundes kommen Mittel aus dem Förderprogramm "Zusammenhalt durch Teilhabe" des Bundeministeriums des Innern. Dessen Fortsetzung bis zum 31. Dezember 2016 verkündete das Ministerium am 12. September 2012.

Die extremistisch orientierte Unterwanderung von Sportvereinen oder Initiativen kann hinsichtlich der Gewährung staatlicher Zuwendungen zu einem Förderausschluss führen. In Bayern arbeitet beispielsweise der Bayerische Fußball-Verband (BFV) im Bereich der Gewaltprävention und des Antirassismus engagiert mit seinen Vereinen zusammen, um entsprechenden Tendenzen frühzeitig und möglichst weiträumig zu begegnen.