Sportentwicklung

An Traditionen und Werten festzuhalten, dabei aber gleichzeitig dem Neuen gegenüber offen zu sein und Innovationen für Verein und Mitglieder zu nutzen - das ist die anspruchsvolle Aufgabe, mit der sich Sportverbände und -vereine nicht erst in unseren Tagen konfrontiert sehen. Angesichts des gesellschaftlichen Wandels kommt der Sportentwicklung auch heute eine zentrale Rolle zu.

Verknüpfung von Tradition und vielfältigem Angebot

Die Mehrzahl der traditionsreichen Sportvereine wurden Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts als Männerturnverein gegründet - in einer Zeit, als das Turnen durchaus noch als politisches Statement galt. Heute sind aus diesen Vereinen in aller Regel erfolgreiche moderne Vielspartenvereine geworden, die ihren Mitgliedern eine Vielzahl attraktiver Sportangebote bereithalten: von traditionellen Sportarten bis zu Trendsportarten; von Freizeit- und Gesundheitssport bis zu leistungssportlichen Trainingsgruppen; vom Mutter-Vater-Kind-Turnen bis zum Seniorensport.

Sport als Spiegel der Gesellschaft

Der organisierte Sport war also schon immer eng mit der gesellschaftlichen Realität verbunden. Er war und ist ein Spiegel der Gesellschaft, der aber zugleich stets positiv in diese zurückwirkt. Dies ist dem Sport bis heute auch deshalb immer wieder so erfolgreich gelungen, weil er willens und fähig war, gesellschaftlichen Wandel zu begleiten, zu gestalten und sich stetig weiterzuentwickeln.

Unsere Gesellschaft und damit auch der Sport sind mit einem rasanten Wandel konfrontiert. Angesichts dessen kommt der Sportentwicklung auch heute eine zentrale Rolle zu, damit der organisierte Sport als größte Personenvereinigung Deutschlands auch in Zukunft seine positiven Wirkungen zum Wohle der Gesellschaft entfalten kann.

Einflüsse auf die Sportentwicklung

Gesellschaftliche Veränderungsprozesse, die es in der Sportentwicklungsplanung zu berücksichtigen gilt, vollziehen sich unter anderem in folgenden Bereichen:

  • Demographische Entwicklung in Ballungsräumen und im ländlichen Raum, hierbei unter anderem:
    • älter werdende Bevölkerung, die zugleich aktiver bleibt;
    • veränderte Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen (erhöhter Medienkonsum);
    • verstärkte Migration mit eigenen Sporttraditionen;
  • Veränderte gesellschaftliche Rahmenbedingungen, unter anderem:
    • Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen;
    • Reduzierung natürlicher Bewegungsräume im urbanen Raum;
    • Interessenskonflikte bei Outdoorsportarten mit Naturschutzbelangen;
    • Inklusion.

Sportentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe

Die aufgrund des fortlaufenden gesellschaftlichen Wandels stetig notwendige Sportentwicklung ist zunächst originäre Aufgabe des organisierten Sports selbst. Diese Aufgabe hat er in der Vergangenheit sehr erfolgreich bewältigt. Notwendig ist aber zugleich eine unterstützende Begleitung durch den Staat, der unter anderem im Bereich der Sportförderung Akzente im Bereich der Sportentwicklung setzen und notwendige Erneuerungsprozesse beispielsweise in Form innovativer Sportprojekte unterstützen kann.