Bundes- und bayernweiter Netzaufbau für den Digitalfunk
Viele Großstädte und einige Länder nutzen bereits den Digitalfunk - wenn auch manche derzeit noch im Probebetrieb. Die neue digitale Funktechnik wird parallel zur herkömmlichen veralteten analogen Technik eingesetzt. Das ist möglich, weil der Aufbau des BOS-Digitalfunknetzes mit seinen rund 4.300 geplanten Funkstandorten zeitlich gestaffelt in 45 Netzabschnitten erfolgt. So kann in einigen Regionen der Digitalfunk schon genutzt werden, während die Funkinfrastruktur an anderer Stelle gerade noch errichtet wird.
Die Gesamtplanung und -koordination des bundesweiten Digitalfunknetzes obliegt der Bundesanstalt für den Digitalfunk der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BDBOS) mit Sitz in Berlin. Der Freistaat Bayern hat die Aufgabe, geeignete Standorte für Basisstationen zu suchen und den Aufbau vorzubereiten.
Netzaufbau Bayern
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, Projektgruppe DigiNet
In Bayern liegen insgesamt sechs der bundesweit 45 Netzabschnitte:
- Mittelfranken·
- München und Umgebung·
- Oberbayern·
- Oberfranken und Oberpfalz·
- Niederbayern und Schwaben·
- Unterfranken
Der Netzaufbau in Bayern schreitet kontinuierlich voran. Nach dem bereits laufenden Netzabschnitt München werden - beginnend mit Mittelfranken - ab Mitte 2013 sukzessive alle anderen bayerischen Netzabschnitte in Betrieb genommen. Ziel ist, in weiten Teilen Bayerns 2014 den Digitalfunk zu beginnen und bis 2015 den flächendeckenden Digitalfunk sicherzustellen.
Standortgewinnung
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, Projektgruppe DigiNet
Mit der Standortgewinnung wurde in Bayern nach einem europaweiten Vergabeverfahren die telent GmbH als erfahrenes Unternehmen aus dem Mobilfunkbereich beauftragt. telent und ihr Partnerunternehmen Abel Mobilfunk GmbH sind unter anderem bevollmächtigt, die von der Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) entwickelten und zur Verfügung gestellten Standortsicherungsverträge abzuschließen.
Bei der Auswahl der Standorte werden die betroffenen Kommunen und die örtlichen Einsatzkräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungs-/Hilfsorganisationen beteiligt, um deren Versorgungsanforderungen in den einzelnen Suchkreisen zu berücksichtigen. Generell versuchen wir bei der Standortgewinnung bereits bestehende Antennenstandorte etwa von Polizei, Feuerwehr oder Landesbehörden sowie bestehende Funkmasten von Rundfunk- oder Mobilfunkbetreibern mit zu nutzen.
Zum Teil müssen aber auch neue Standorte errichtet werden. Denn dort, wo Einsatz- oder Unfallschwerpunkte sind, muss zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger die beste Funkversorgung gewährleistet sein. Dies kann dazu führen, dass beispielsweise in der Nähe von Wohnsiedlungen Digitalfunk-Standorte eingerichtet werden müssen. Gleichzeitig müssen für Polizei und Rettungskräfte Gebiete versorgt werden, die für die kommerziellen Mobilfunkbetreiber uninteressant sind, wie beispielsweise Straßen als Unfallschwerpunkte von Auto- und Motorradfahrern, alpine Regionen für die Berg- und Höhenrettung sowie Flüsse und Seen. Damit werden teilweise auch Standorte an touristisch attraktiven Orten notwendig.
Bewertungskriterien Standortauswahl
© Bayerisches Staatsministerium des Innern, Projektgruppe DigiNet
Wichtige Bewertungskriterien für die Auswahl von Standorten sind neben den einsatztaktischen Anforderungen die Topographie (Anhöhen, Täler, Berggipfel, Gipfelnähe, Hanglage), Bewuchs- und Bebauungsdichte und –höhe sowie Realisierbarkeit des Standortes (Zugangswege, Untergrund, Strom- und Netzanbindung, baulicher Aufwand, Wartung und Service).
Generell muss jeder Digitalfunkstandort die einsatztaktischen Anforderungen der Blaulichtorganisationen erfüllen.
