Luftbild der Rastanlage Kammersteiner Land an der Bundesautobahn A 6 Heilbronn - Nürnberg
© Autobahndirektion Nordbayern

Rastanlagen

Der Schwerverkehr nimmt ständig zu. An den Autobahnen besteht daher ein erhebliches Defizit an Lkw-Stellplätzen. Insbesondere am Abend und in der Nacht sind die meisten Rastanlagen massiv überlastet. Dies ist zum einen ein Problem für die Lkw-Fahrer, die ihre Ruhezeiten einhalten müssen, aber keine geeigneten Parkflächen finden. Zum andern ist die Verkehrssicherheit gefährdet, wenn in den Zufahrten widerrechtlich Lkw abgestellt werden.

Wir wollen die Situation für Lkw-Fahrer verbessern und gleichzeitig die Verkehrssicherheit nachhaltig erhöhen. Dafür werden Rastanlagen aus- oder neugebaut sowie intelligente Verkehrssteuerung  eingesetzt.

Aus- und Neubau von Lkw-Stellplätzen

Um bestehende Defizite abzubauen ist der Neu- und Ausbau von Rastanlagen dringend notwendig. 2008 wurde ein erstes Ausbauprogramm aufgestellt. Danach waren für die Zeit von 2008 bis 2013 rund 3.500 zusätzliche Lkw-Stellplätze geplant. Bis Ende 2015 konnten wir rund 3.600 zusätzlich nutzbare Abstellflächen schaffen. Damit wurde das damalige Ausbauziel 2014 / 2015 erreicht. Im Hinblick auf die massiven Widerstände bei der Umsetzung von Aus- und Neubaumaßnahmen ist dies als Erfolg der beiden Autobahndirektionen zu sehen.  Auch 2016 sind mehrere Anlagen im Bau oder in der Planung, so dass auch in den nächsten Jahren der Ausbau und Neubau der bewirtschafteten und unbewirtschafteten Rastanlagen weitergeht. Der Neubau von zusätzlichen Stellflächen gestaltet sich oft langwierig und baurechtlich schwierig. Daher sollen intelligente Lkw-Parkraummanagementsysteme das Auffinden freier Stellflächen erleichtern und dazu beitragen, dass durch Parkraumverdichtung die vorhanden Parkflächen besser genutzt werden können. 

Lkw-Parkleitsystem

Auf der A 9 zwischen München und Nürnberg wurde in Deutschland das erste Parkleitsystem für Lkw errichtet, in dem künftig 21 Rastanlagen und zwei private Autohöfe eingebunden sein werden. Durch Information über noch freie Parkstände soll unnötiger Parksuchverkehr vermieden und eine ausgewogene Auslastung der Rastanlagen erreicht werden. Hierzu wurden die Rastanlagen entlang der A 9 mit einer hochpräzisen Detektionsmethodik zur Erfassung der aktuellen Lkw-Belegung ausgestattet. Grundlage hierfür sind die von Bayern entwickelten funktionalen Anforderungen, die eine zuverlässige Erfassung der Lkw-Belegung auf Rastanlagen garantiert. Damit wurden die wesentlichen Voraussetzungen für intelligente Lkw-Parkleitsysteme auf Autobahnen geschaffen, die auch für einen bundesweiten Einsatz geeignet sind. Die dynamischen Informationen über freie Stellflächen werden über das Internet unter www.bayerninfo.de oder die kostenfreie App „BayernInfo Maps“ und künftig über Rundfunk in digitaler Form zunächst als TMC und später auch als TPEG-Verkehrsmeldung zur Verfügung gestellt. Weitere Anlagen sind an der A 3, A 7, A 8 Ost und A 93 Süd geplant.

Kompaktparken

Beim Kompaktparken werden die vorhandenen Parkflächen dichter belegt ohne dass zusätzliche Verkehrsflächen erforderlich werden. Üblicherweise kann jeder Lkw seinen Stellplatz über eine separate Fahrgasse an- und abfahren. Beim Kompaktparken hingegen werden die Stellplätze flächensparend über nur eine Fahrgasse angefahren und drei bis vier Lkw stellen sich entsprechend ihrer Abfahrtszeit dicht hintereinander auf. Die Abfahrtszeiten werden bedarfsgerecht von einem Steueralgorithmus ermittelt und durch dynamische Anzeigen über jeder Stellplatzreihe angezeigt. Die Stellplatzkapazität kann so um bis zu 60 % erhöht werden.

Die Anlage für Kompaktparken wurde erstmals in Deutschland an der A 3 auf der Rastanlage Jura West errichtet und im Februar 2016 in Betrieb genommen. Weitere Informationen zum Kompaktparken sind auf der eigens eingerichteten Projektseite im Internet unter www.kompaktparken.de erhältlich. Ein ähnliches System für Kolonnenparken wird derzeit auf der A 93 Süd bei Kiefersfelden aufgebaut.