Verkehrsverbünde

Gebietskörperschaften wie Gemeinden oder Landkreise beziehungsweise Verkehrsunternehmen können sich zu Verkehrsverbünden zusammenschließen. Die Verkehrsverbünde haben das Ziel, den öffentlichen Personennahverkehr gemeinsam durchzuführen. Innerhalb der Verbünde werden Fahrpläne aufeinander abgestimmt und Fahrscheine gegenseitig anerkannt. Ziel ist eine attraktive Verkehrserschließung in der Region. In Bayern spielen der Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV), der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN), der Regensburger Verkehrsverbund (RVV), der Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV) und der Verkehrsunternehmens-Verbund Mainfranken (VVM) in Würzburg eine hervorgehobene Rolle.

Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV)

Das U-Bahnnetz im MVV hat eine Gesamtlänge von über 103 Kilometern. Aktuell geplant wird die Verlängerung der U-Bahnlinie 6 vom Klinikum Großhadern nach Martinsried. Die Verlängerung der U-Bahnlinie 3-Nord vom Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum nach Moosach wurde im Dezember 2010 in Betrieb genommen. Das Straßenbahnnetz im MVV erstreckt sich auf eine Länge von rund 75 Kilometern. Das Netz der Münchner S-Bahn ist 442 Kilometer lang und befördert täglich über 800.000 Fahrgäste. Nach 40 Jahren stößt das S-Bahn-System an seine Kapazitätsgrenzen. Die Bayerische Staatsregierung hat daher Anfang 2010 ein Entwicklungskonzept für den Bahnknoten München beschlossen.

Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN)

Der VGN umfasst als flächenmäßig größter Verkehrsverbund Bayerns den Regierungsbezirk Mittelfranken sowie Teile der angrenzenden Regierungsbezirke und somit nahezu den gesamten Kernbereich der Metropolregion Nürnberg. Die Aufnahme von Stadt und Landkreis Bamberg, Bayreuth und die Integration der Bahnhaltepunkte in den Landkreisen Haßberge und Kitzingen in den Verbund sind zum 1. Januar 2010 erfolgt. Weitere Verbunderweiterungen werden derzeit diskutiert. Die Betriebsstreckenlänge der drei U-Bahnlinien beträgt 39 Kilometer und umfasst 46 U-Bahnhöfe. Im Jahr 2008 ist die U 2 auf automatisierten Betrieb umgestellt worden. Weitere Bauabschnitte sind für die U 3 geplant.

Regensburger Verkehrsverbund (RVV)

Der RVV umfasst neben der Stadt und dem Landkreis Regensburg den südlichen Landkreis Schwandorf, den westlichen Landkreis Cham sowie einen großen Teil des Landkreises Kelheim (Abensberg, Bad Abbach, Kelheim und Neustadt a. d. Donau). Im Landkreis Neumarkt i. d. OPf. sind der Eisenbahnverkehr bis Neumarkt und einzelne Busverkehre in den RVV integriert. Dort überlappt sich das Bediengebiet mit dem des Verkehrsverbundes Großraum Nürnberg. Seit 2009 gehört die Eisenbahnstrecke bis Amberg zum RVV-Tarifgebiet; seit 2013 wird der RVV-Tarif auch im Stadtbusverkehr Amberg anerkannt.

Augsburger Verkehrs- und Tarifverbund (AVV)

Der AVV umfasst den öffentlichen Personennahverkehr in der kreisfreien Stadt Augsburg, im Landkreis Augsburg, im Landkreis Aichach-Friedberg sowie im Altkreis Wertingen, der heute zum Landkreis Dillingen gehört. Als wichtigstes Projekt im AVV zählt der von der Stadt Augsburg unter dem Begriff „Mobilitätsdrehscheibe Augsburg“ (MDA) verfolgte Ausbau des Straßenbahnnetzes. Durch die Inbetriebnahme der darin enthaltenen Straßenbahnlinie 6 zum Fahrplanwechsel 2010/2011 erweiterte sich das Straßenbahnnetz der Augsburger Stadtwerke auf eine Länge von 45,4 Kilometer. Zum Fahrplanwechsel 2013/2014 erfolgt die Inbetriebnahme eines weiteren MDA Teilprojektes, des zentralen Umsteigepunktes Königsplatz.

Verkehrsverbund Mainfranken (VVM)

Im Raum Würzburg wurde 2004 mit der Gründung des Verkehrsunternehmens-Verbundes Mainfranken GmbH (VVM) sowie der Nahverkehr Würzburg-Mainfranken GmbH (NWM) der Grundstein für regionale Verbundstrukturen gelegt. Das Verbundgebiet umfasst ab 1. August 2013 die komplette Planungsregion 2 sowie die Schienenverbindungen bis Markt Bibart und Uffenheim einschließlich der dortigen Buszubringerlinien. Parallel laufen bereits die Verhandlungen mit weiteren Gebietskörperschaften über deren Beitritt zum Verkehrsverbund Mainfranken. Das Straßenbahnnetz der Würzburger Stadtwerke hatte Ende 2012 insgesamt 5 Linien und eine Betriebsstreckenlänge von 41,8 Kilometern.