Bauarbeiten am Gleis
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Schieneninfrastruktur

Für die Schieneninfrastruktur ist vorrangig der Bund zuständig. Dennoch betreibt der Freistaat eine aktive und engagierte Schienenverkehrspolitik, sowohl bei der Infrastruktur in der Fläche und den Verbindungen in die Nachbarländer als auch insbesondere bei der S-Bahn-Infrastruktur.

Für die Erhaltung und den Neu- und Ausbau der Schienenwege ist der Bund verantwortlich. Die Erhaltung der Bundesschienenwege wird von den Infrastruktursparten der Deutschen Bahn einerseits über die von den Nutzern zu entrichtenden Infrastrukturnutzungsentgelte (Trassen- und Stationsentgelte) sowie durch Mittelzuweisungen des Bundes aufgrund der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung II (LuFV II) sichergestellt.

Für den Aus- und Neubau stellt der Bund der Deutschen Bahn Mittel nach dem Bundesschienenwegeausbaugesetz (BSchwAG) zur Verfügung, die insbesondere für Projekte des Bedarfsplans Schiene im Bundesverkehrswegeplan eingesetzt werden. Der Umfang der Bundesmittel reicht jedoch für die zeitgerechte Umsetzung der Vorhaben bei Weitem nicht aus.

Einen Sonderstatus nimmt beim Aus- und Neubau der Schienenwege die Infrastruktur für die S-Bahnen ein, die nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) von Bund und Land gemeinsam gefördert wird.

Wichtige Infrastrukturprojekte in Bayern finden Sie hier.

Der Bahnknoten München ist das größte Schienenprojekt des Freistaats für die kommenden Jahre und Jahrzehnte. Dieses Projekt hat nicht nur für München, sondern für ganz Bayern höchste Bedeutung. Aufgrund steigender Bevölkerungszahlen ist der Schienenverkehr in München und der gesamten Region in den letzten Jahren an seine Kapazitätsgrenzen gelangt. Die Bayerische Staatsregierung will mit dem Bahnknoten-Konzept

  • die Erreichbarkeit des Münchner Flughafens aus vielen bayerischen Landesteilen verbessern,
  • den Flughafen schneller mit der Münchner Innenstadt verbinden,
  • das Streckennetz rund um München für den weiter zunehmenden Schienenverkehr ertüchtigen,
  • die weitestgehend eingleisigen Strecke München - Mühldorf und weiter zum Chemiedreieck beziehungsweise nach Freilassing ausbauen,
  • das Nadelöhr Münchner S-Bahn-Stammstrecke entschärfen,
  • die Fahrzeiten der S-Bahn-Strecken in die Innenstadt verkürzen und
  • die Störanfälligkeit des Münchner S-Bahn-Systems reduzieren.

Die 2. Stammstrecke ist zentraler Bestandteil des Bahnknoten-Konzepts der Bayerischen Staatsregierung. Sie ist Voraussetzung für eine bessere Anbindung der gesamten Metropolregion an die Münchner Innenstadt und für eine schnelle und attraktive Verbindung zum Flughafen München. Durch den Bau des 2. Stammstreckentunnels wird das Nadelöhr des Münchner S-Bahn Systems beseitigt, damit die Entwicklung des ÖPNV mit der Entwicklung der Metropolregion Schritt halten kann.

Der Großraum München ist eine dynamische Wirtschaftsregion mit enormem Wachstumspotenzial. Entgegen dem bundesweiten Trend wird die Bevölkerung hier deutlich zunehmen und das vor allem im Umland. Die S-Bahn München ist bereits heute eines der größten S-Bahn-Systeme in Deutschland. Mit 150 Stationen, einer Streckenlänge von 442 Kilometern und 1.060 Zugfahrten pro Tag reicht sie weit in die Region und verbindet die Landeshauptstadt München mit dem Umland. Bei ihrer Inbetriebnahme im Mai 1972 war die S-Bahn für rund 250.000 Fahrgäste pro Werktag konzipiert. Mittlerweile verzeichnet die S-Bahn werktäglich bis zu 800.000 Fahrgäste.

Um die S-Bahn fit für die Zukunft zu machen und die zusätzliche Nachfrage zu befriedigen, erhöht die 2. Stammstrecke die Kapazität zwischen Laim und Leuchtenbergring von zwei auf vier Gleise. Durch Taktverdichtungen werden zukünftig deutlich mehr S-Bahnen über die beiden Strecken fahren. Das Fahrplan-Startkonzept sieht täglich rund 1.200 Zugfahrten über die beiden Stammstrecken vor. Die Kapazitätserweiterung durch die 2. Stammstrecke ist Basis für weitere Ausbaumaßnahmen auf den Außenästen. Auch technisch mit der S-Bahn vergleichbare Züge aus Regionen außerhalb des jetzigen S-Bahn-Netzes, zum Beispiel aus Augsburg, können durch den neuen Tunnel direkt in die Innenstadt fahren. Von den umsteigefreien Verbindungen und schnelleren Fahrzeiten werden alle Fahrgäste der Metropolregion München profitieren.
Weitere Detailinformationen

Gesamtkonzept Erdinger Ringschluss
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Mit dem Gesamtprojekt Erdinger Ringschluss soll eine Verbesserung der Schienenanbindung des Münchner Flughafens aus allen Landesteilen erreicht werden. Die Vorhaben 1, 2, 4 sowie die Konzepte 6 und 7 sind Bestandteil des von der Bayerischen Staatsregierung und dem Bayerischen Landtag im Jahr 2010 beschlossenen Konzepts zum Bahnknoten München.

Das Gesamtprojekt Erdinger Ringschluss besteht aus folgenden Einzelvorhaben und Konzepten:

Neufahrner Kurve (Vorhaben 2)

Lückenschluss Flughafen – Erding (Vorhaben 4)

Überwerfungsbauwerk Flughafen West (Vorhaben1)

Walpertskirchner Spange (Konzept 6)

Weiterer Ausbau

  • S-Bahn Nürnberg: Ergänzungsnetz Nürnberg - Forchheim - Bamberg, Nürnberg - Ansbach (- Dombühl), Nürnberg - Hartmannshof, Nürnberg - Neumarkt
  • Elektrifizierung der Linie "A" Dachau - Altomünster
  • Elektrifizierung der Strecke Geltendorf - Lindau, inklusive Knoten Lindau
  • Ausbaustrecke Petershausen - Ingolstadt: teilweise Neutrassierung, Modernisierung und Fahrzeitverkürzung auf der Achse zwischen München und Nürnberg
  • Maßnahmen zum Regio-Schienen-Takt Augsburg: Umbau des Augsburger Hauptbahnhofs zur Mobilitätsdrehscheibe, weitere Maßnahmen im Knotenbereich
  • Ausbaustrecke München - Mühldorf - Freilassing Grenze D/A (ABS 38): Ausbau der im Personen- und Güterverkehr stark belasteten Verbindung von München ins Chemiedreieck und nach Österreich - Projektbeirat eingesetzt
  • Aus- und Neubaustrecke Nürnberg - Bamberg - Ebensfeld - Erfurt (VDE 8.1): Neubaustrecke durch den Thüringer Wald und Ausbau bestehender Streckenabschnitte unter anderem zur Verkürzung der Reisezeiten München - Nürnberg - Berlin
  • Ausbaustrecke Nürnberg - Marktredwitz - Hof - Schirnding Grenze D/CZ: Elektrifizierung der Franken-Sachsen-Magistrale und der Verbindung Nürnberg - Cheb/Eger - Prag (Memorandum über den Schienenverkehr zwischen Tschechien und Bayern)
  • Aus- und Neubaustrecke (Frankfurt -) Hanau - Nantenbach (- Würzburg): Beschleunigung und Modernisierung der im Personen- und Güterverkehr bedeutenden Eisenbahnstrecke über den Spessart
  • Aus- und Neubaustrecke München - Rosenheim - Kiefersfelden Grenze D/A (Brennerzulauf): Schaffung der notwendigen Kapazitäten für den transalpinen Personenfern- und Güterverkehr im Zulauf auf den geplanten Brennerbasistunnel
  • Ausbaustrecke Augsburg - Neu-Ulm: Erweiterung und Beschleunigung der Magistrale zwischen München über Augsburg nach Stuttgart