nächtliche Asphaltierungsarbeiten auf der Bundesstraße 12 bei Buchloe
© Kutter GmbH & Co. KG Bauunternehmung, Memmingen

Erhaltungsmanagement auf Bayerns Straßen

Das rund 23.000 Kilometer lange Netz der Bundesfern- und Staatsstraßen in Bayern stellt ein Anlagevermögen von mehr als 40 Milliarden Euro dar. Das Ziel der Bayerischen Straßenbauverwaltung ist es, diesen Wert systematisch zu erhalten und die verfügbaren Haushaltsmittel möglichst effektiv einzusetzen. Dies ist angesichts der immer weiter zunehmenden Verkehrsbelastung und der ungünstiger werdenden Altersstruktur der Fahrbahnen und Bauwerke eine große Herausforderung.

Werkzeuge im Erhaltungsmanagement

Um einen optimalen Nutzen mit dem eingesetzten Geld zu erzielen und einen guten Zustand der Straßen und Brücken über einen langen Zeitraum zu gewährleisten, nutzt die Bayerische Straßenbauverwaltung moderne Werkzeuge des Erhaltungsmanagements und entwickelt sie konsequent weiter.

Grafik: Prozesskreislauf Erhaltungsmanagement
© Bayerische Straßenbauverwaltung

Wichtige Grundlage hierfür sind die im 4-jährigen Turnus stattfindenden Bestandsaufnahmen durch die Zustandserfassungen und -bewertungen (ZEB) für die Fahrbahnen sowie die Ergebnisse der regelmäßigen Bauwerksprüfungen. Neben den aktuellen Ergebnissen wird auch die Zustandsentwicklung durch den Vergleich mit zurückliegenden Messkampagnen analysiert. Darauf aufbauend und unter Berücksichtigung der regional unterschiedlichen Randbedingungen (Netzlänge, Verkehr, Straßenzustand) werden Erhaltungsprogramme zum Einsatz der jährlich für die Erhaltung zur Verfügung stehenden Mittel erstellt. Im Bereich der Autobahnen kommt hierbei das Pavement-Management-System (PMS) zum Einsatz. Im Bereich der Bundes- und Staatsstraßen hat die Bayerische Straßenbauverwaltung das so genannte Koordinierte Erhaltungs- und Bauprogramm (KEB) eingeführt. Das KEB unterstützt die Staatlichen Bauämter bei der mittelfristigen Planung von Erhaltungsmaßnahmen auf Grundlage objektiver Maßstäbe und ermöglicht dabei ein Controlling sowie eine zielgerichtete Abwicklung der Erhaltung der Fahrbahnen und Bauwerke.

Ergebnisse der Zustandserfassung und -bewertung (ZEB)

Die Ergebnisse der Zustandserfassungen und -bewertungen (ZEB) zeigen grundlegend, dass der Fahrbahnzustand der Autobahnen deutlich besser ist als der Zustand der Bundesstraßen. Der Zustand der Bundesstraßen wiederum ist besser als der Staatsstraßenzustand. Generell ist in den vergangenen Jahren eine Verschlechterung der Substanzwerte zu beobachten.Dem gegenüber stehen in allen drei Straßenklassen Verbesserungen im Gebrauchswert der Fahrbahnoberfläche. Der Gebrauchswert berücksichtigt sicherheitsrelevante Merkmale wie die Griffigkeit und die fiktive Wassertiefe sowie Unebenheiten und Spurrinnen und stellt damit das für den Autofahrer vorrangige Beurteilungskriterium dar.

Aktuelle Entwicklungen lassen sich aus den Ergebnissen der ZEB 2011 auf den Staats- und Bundesstraßen in Bayern ableiten.

Bei den Staatsstraßen ist es demnach gelungen, die bisherige, deutliche Verschlechterung des Straßenzustandes zwischen den vorangegangenen Messkampagnen durch gezielten und erhöhten Mitteleinsatz zu stoppen. Der Nachholbedarf für die Fahrbahnerhaltung konnte allerdings nicht abgebaut werden. Er beträgt nach den Ergebnissen der ZEB 2011 rund 720 Millionen Euro. Durch die Einführung eines neuen Mittelverteilungsschlüssels, der maßgeblich den Zustand der Straßen berücksichtigt, ist es jedoch in den vier Jahren zwischen den beiden letzten Messkampagnen gelungen, den Fahrbahnzustand landesweit zu harmonisieren. Die Ergebnisse der ZEB 2011 bestätigen die auf Grundlage der ZEB 2007 getroffenen Aussagen hinsichtlich Mittelbedarf, Nachholbedarf und Zustandsentwicklung. Wir erwarten, dass der Nachholbedarf für die Fahrbahnerhaltung durch die derzeit zur Verfügung stehenden hohen Bestandserhaltungsmittel künftig langsam abgebaut werden kann.

Grafik: Entwicklung des Substanzwertes auf bayerischen Straßen, Kampagnenvergleich der Mittelwerte des Substanzwertes
© Bayerische Straßenbauverwaltung

Im Bereich der Bundesstraßen konnte die deutliche Substanzverschlechterung der vergangenen Jahre zwar gebremst, nicht jedoch – wie dies bei den Staatsstraßen gelungen ist – ganz gestoppt werden. Mit der nun geplanten Erhöhung der Bestandserhaltungsmittel für die Bundesfernstraßen und einer konsequenten Erhaltungsstrategie wird die Bayerische Straßenbauverwaltung einem weiteren Substanzverlust entgegenwirken und nach Möglichkeit auch noch den Nachholbedarf abbauen.

Der beschriebene Weg eines effektiven Erhaltungsmanagements wird durch die Bayerische Straßenbauverwaltung auch in Zukunft weiter optimiert werden.

Bauwerkserhaltung

Nähere Informationen zur Bauwerkserhaltung finden Sie beim Thema Brückenbau.

Bildergalerie