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© Bayerische Straßenbauverwaltung

Forschungsprojekte im Straßenbau

Die Bayerische Straßenbauverwaltung will die aktuellen, schnell fortschreitenden Entwicklungen im Bereich der Intelligenten Verkehrssysteme (IVS) aktiv mit gestalten können. Daher ist sie in verschiedenen nationalen und europäischen Implementierungs- und Forschungsprojekten vertreten.

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Mit der Gründung der Zentralstelle Verkehrsmanagement (ZVM) im Jahre 2009 wurde im Zuständigkeitsbereich der Bayerischen Straßenbauverwaltung eine Organisationseinheit geschaffen, die sich mit den Anwendungen und Serviceleistungen von IVS befasst. Dabei stehen die neuen digitalen Möglichkeiten zur Datenkommunikation mit anderen Systemen für eine verbesserte Verkehrssteuerung und Information im Vordergrund.

Einige Projekte, die den Blick in die Zukunft richten, sind im Folgenden aufgeführt.

Digitales Testfeld A 9

Am 4. September 2015 wurde die Innovationscharta für das "Digitales Testfeld Autobahn" auf der Bundesautobahn A 9 vom Bund, dem Land Bayern sowie vom Verband der Automobilindustrie (VDA) und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (bitkom) unterzeichnet. Das Testfeld umfasst im Wesentlichen den Abschnitt zwischen München und Nürnberg. Es kann von allen innovationswilligen Interessensgruppen aus der Automobil- und Zulieferindustrie, Digitalwirtschaft (einschließlich IT-Sicherheitswirtschaft) und Wissenschaft genutzt werden. Damit steht eine der wichtigsten Autobahnen in Deutschland für Forschungs- und Anwendungszwecke aus dem Bereich IVS zur Verfügung. Hier sollen die Standards für die "digitalisierte Straße" weiterentwickelt und die zügige Realisierung des hochautomatisierten und vernetzten Fahrens durch eine zukunftsweisende, intelligente Straßenausstattung unterstützt werden.

Testfeld PWC Gelbelsee A 9

Der Aufbau des bislang einzigartigen, innovativen Lkw-Parkleitsystems zwischen Nürnberg und München erleichtert das Auffinden von Lkw-Parkplätzen an Bundesautobahnen und vermeidet unnötigen Parksuchverkehr. Diese Initiative soll weiter ausgebaut und bundesweit Anwendung finden. Ein wesentliches Element für den sicheren Betrieb eines Lkw-Parkleitsystems ist die zuverlässige Detektion der Fahrzeuge. Um den Wettbewerb hier weiter zu verbessern, soll auf dem Testfeld Gelbelsee an der A 9 interessierten Herstellern die Möglichkeit zum Test ihrer Systeme unter einheitlichen, realistischen Bedingungen geboten werden.

Strategisches Routing und virtuelle Verkehrsbeeinflussungsanlage

Die Bayerische Straßenbauverwaltung unterstützt den Datenaustausch zwischen Straßeninfrastruktur und Fahrzeug mit dem Pilotprojekt "Strategisches Routing und virtuelle Verkehrsbeeinflussungsanlage". Um dem Verkehrsteilnehmer Wechselwegweisungsstrategien oder Schaltungen von Streckenbeeinflussungsanlagen nicht nur wie bisher über die Beschilderung an der Strecke mitzuteilen, sollen die Anzeigen in digitaler Form der Automobilindustrie und über dem Mobilitätsdatenmarktplatz auch anderen privaten Dienstanbietern angeboten werden. Dadurch wird es künftig möglich, dass die Verkehrslenkungsstrategien der öffentlichen Hand für handelsübliche Navigationssysteme zur Verfügung stehen. Des Weiteren ist geplant, die Schaltungen der Wechselverkehrszeichen von Verkehrsbeeinflussungsanlagen direkt im Fahrzeug anzuzeigen.

Projekt C-ITS

In dem Projekt C-ITS (Kooperative Systeme) sollen die sogenannten kooperativen Systeme in Deutschland zur Marktreife gebracht werden. Grundprinzip der kooperativen Systeme ist, dass durch digitale Vernetzung von Einrichtungen der Straßeninfrastruktur mit den Fahrzeugen eine präzise Gefahrenwarnung an den Fahrer übermittelt werden kann. Dies ist ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Die notwendigen Grundlagen werden auf dem Euro-Korridor "Rotterdam-Bayern-Wien" geschaffen. Beteiligt sind die im Korridor liegenden Straßenbauverwaltungen, das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) und die Automobilindustrie.

URSA MAJOR

Im Zusammenhang mit dem IVS-Aktionsplan (2008) und der IVS-Richtlinie (2010/40/EU) soll ein Austausch von Know-how und erprobten Verfahren zwischen den EU-Mitgliedstaaten erfolgen. Daraus sollen die Grundlagen für gemeinsame, harmonisierte IVS geschaffen werden. Die Europäische Kommission unterstützt die gemeinsamen Aktivitäten im Rahmen von Förderprojekten.

Im Rahmen des ITS Call 2013 der Europäischen Kommission für Finanzhilfen für Intelligente Verkehrssysteme (IVS) auf dem Transeuropäischen Straßennetz (TEN-T) wurde das Projekt URSA MAJOR (UM) mit den Verkehrskorridoren zwischen den Niederlanden, Deutschland und Italien initiiert (siehe auch https://ursamajor.easyway-its.eu/). 2015 wurde ein Folgeantrag für den Bereich Verkehr im Rahmen der "Connecting Europe Facility" (CEF) zur Förderung angemeldet. URSA MAJOR (Phase 1 und 2) deckt den Zeitraum 2013 bis 2018 ab. Der Projektinhalt von URSA MAJOR bezieht sich im Wesentlichen auf Verbesserungen im Bereich des Frachtverkehrs auf dem TEN-T Straßennetz. Dieses ist charakterisiert durch 9 Hauptverkehrskorridore, die das sogenannte europäische Kernnetz und das wirtschaftliche Rückgrat des Binnenmarktes bilden. Ziel sind verlässliche Reiszeiten durch Vermeidung von Behinderungen wie zum Beispiel Staus oder Engpässen.

In URSA MAJOR werden folgende IVS-Baumaßnahmen gefördert:

1. Informationsdienste für Lkw-Parklätze an stark frequentierten Autobahnen

2. IVS-Dienste für Verkehrsinformation und Navigation zur optimalen Routenführung in Echtzeit etc.

3. Beseitigung von verkehrlichen Engpässen z. B. mit Streckenbeeinflussungsanlagen oder auch temporären Seitenstreifenfreigaben

In URSA MAJOR sind neben Deutschland, den Niederlanden und Italien auch Österreich und die Schweiz als assoziierte Partner vertreten. Das Projektvolumen von URSA MAJOR beträgt rund 143 Millionen Euro. URSA MAJOR kooperiert mit der europäischen IVS-Plattform. Aufgabe der Plattform ist die Weiterentwicklung und weitere Harmonisierung der IVS-Dienste und Anwendungen im Sinne der IVS-Richtlinie 2010/EU/40 und der daraus resultierenden Spezifikationen zur Schaffung einer "Connecting Europe Facility".