Bestandsorienter Ausbau zur Erhöhung der Verkehrssicherheit
© Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Gebaute Verkehrssicherheit

Das Ziel der Bayerischen Straßenbauverwaltung ist es, die Zahl der Verkehrstoten nachhaltig zu senken. Außerdem soll die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle und der Verletzten auf Bayerns Straßen weiter reduziert werden.

Durch bauliche Maßnahmen kann die Verkehrssicherheit wesentlich erhöht werden. Derartige Maßnahmen sind:   

  • der Umbau von Straßenkreuzungen und -einmündungen zu Kreisverkehren oder Versatzen,
  • die Ausstattung von Knotenpunkten mit Ampeln sowie die Nachrüstung mit Inseln zur besseren Verkehrsführung und Erkennbarkeit,
  • die Verbesserung der Erkennbarkeit von Radwegen an Kreuzungen durch Änderung der Radwegführung, Anlage von Radfahrerfurten oder Freilegung der Sichtbeziehungen,
  • die Schaffung von barrierefreien Fußgänger- und Radfahrerfurten und der Einbau von Mittelinseln zur besseren Überquerbarkeit von Straßen,
  • der Ausbau von dritten Fahrstreifen an Landstraßen zum sicheren Überholen,
  • die Wiederherstellung der Griffigkeit durch Aufrauen glatter Straßenbeläge,
  • die Herstellung standsicherer Bankette durch Aufbringen einer tragfähigen Schotterschicht,
  • die Beseitigung von Hindernissen unmittelbar neben der Straße,
  • die Anlage von Lkw-Parkplätzen an Autobahnen,
  • die Verlängerung von Beschleunigungsstreifen auf Autobahnen, um das Einfädeln in den fließenden Verkehr zu erleichtern,
  • die Errichtung von Schutzplanken.

Diese baulichen Maßnahmen stehen nicht isoliert, sondern sind immer auch im Zusammenhang mit verkehrstechnischen Maßnahmen wie Beschilderung und Markierung zu sehen.

Grundlage für sicherheitsverbessernde Maßnahmen sind umfangreiche Unfallanalysen. Auch werden die Auswirkungen insbesondere von baulichen Veränderungen auf das Unfallgeschehen fortlaufend ausgewertet und neueste Erkenntnisse dazu in den Planungs- und Bauprozess eingebracht.

Diese Unfall- und Maßnahmenforschung wird innerhalb der Bayerischen Straßenbauverwaltung von der Zentralstelle für Verkehrssicherheit durchgeführt. Weitere Aufgabenfelder der Zentralstelle für Verkehrssicherheit im Straßenbau (ZVS) sind:

Identifikation von Unfallhäufungen

Unfallhäufungskarte
© Bayerische Straßenbauverwaltung

Als Unfallhäufungen werden unfallauffällige Bereiche des Straßennetzes bezeichnet, die fest definierte Unfallgrenzwerte überschreiten. Von der ZVS werden für das klassifizierte Straßennetz in Bayern (Autobahnen, Bundes-, Staats-, und Kreisstraßen) Unfallhäufungen im 3-Jahres-Turnus ermittelt.

Schulung und Betreuung der Unfallkommissionen

Unfallkommissionsschulung
© Bayerische Straßenbauverwaltung

Die Unfallkommission ist das örtliche Expertengremium für die Beseitigung von Unfallhäufungen. Sie besteht aus Vertretern der Straßenbaubehörden, der Polizei und des Verkehrsrechts. Die ZVS schult, bildet fort und berät die Mitglieder der örtlichen Unfallkommissionen.

Sicherheitsbewertungen von Straßennetzen

Sicherheitspotentialkarte
© Bayerische Straßenbauverwaltung

Verkehrssicherheitsdefizite werden nicht nur punktuell sondern auch netzweit im größeren Maßstab identifiziert. Dafür wird das Straßennetz unterteilt und das Unfallgeschehen dieser Abschnitte verglichen. Dafür ist es erforderlich, die Unfallzahlen beispielsweise mittels Fahrleistung zu relativieren und so Kenngrößen zu ermitteln.

Bayernweite Sicherheitsaktionen

Querungshilfe
© Bayerische Straßenbauverwaltung

Die ZVS koordiniert Maßnahmen der Bayerischen Straßenbauverwaltung zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und entwickelt diese fort, unter anderem im Rahmen des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms 2020 "Bayern mobil - sicher ans Ziel".

Sicherheitsaudit von Straßen

Netzknotenskizze für Planungsaudit
© Bayerische Straßenbauverwaltung

Wie Unfallauswertungen darlegen, werden immer wieder Straßenbaumaßnahmen geplant und realisiert, bei denen die Möglichkeiten verkehrssicherer Gestaltung nach dem Stand der Technik nicht ausgeschöpft sind. Um der Verkehrssicherheit einen höheren Stellenwert beizumessen, werden bereits bei der Planung Sicherheitsaudits erstellt. Die ZVS begleitet das Auditverfahren und bildet zudem neue Sicherheitsauditoren aus.