Studie Siedlungsentwicklung und Mobilität
© Oberste Baubehörde im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr

Forschung - Modellprojekt Siedlungsentwicklung und Mobilität (SuM)

Die starken Einwohner- und Arbeitsplatzzuwächse vor allem im Umland der Stadt München sowie ein steigendes Verkehrsaufkommen prägen seit vielen Jahren die Region. Deshalb haben wir das Modellvorhaben „Siedlungsentwicklung und Mobilität“ mit Zuschüssen des Freistaats Bayerns für modellhafte städtebauliche Planungen und Forschungen unterstützt. Initiiert wurde es von der Stadt München zusammen mit acht Städten und Gemeinden des „MORO-Arbeitskreises Nachhaltige Stadtentwicklung“ im Raum München.

Die Ergebnisse des Modellvorhabens zeigen die Zusammenhänge von Siedlungsentwicklung, schienengebundenem Personennahverkehr und den finanziellen Auswirkungen von privaten und öffentlichen Standortentscheidungen. Hierbei wurden die Wohn- und Mobilitätskosten für die privaten Haushalte sowie die Effekte der Ausweisung von Wohnbauland auf die kommunalen Finanzen über einen Zeitraum von 30 Jahren untersucht. In der ersten Stufe des Projektes lag der Fokus auf der regionalen Ebene und den privaten Haushalten, in der zweiten Stufe wurden die kommunale Ebene und die öffentlichen Haushalte betrachtet.

Die Untersuchungsergebnisse sollen die bestehenden Planungsinstrumente ergänzen und den Gemeinden in der Region München Entscheidungsgrundlagen bieten für eine nachhaltige, am schienengebundenen Personennahverkehr orientierte Siedlungsentwicklung und für die Weiterentwicklung des öffentlichen Nahverkehrs. Sie richten sich an die Kommunen, die Maßnahmenträger des öffentlichen Verkehrs sowie die privaten Haushalte. Die Projektergebnisse sind aber ebenso interessant für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft.

Infrastruktur Folgekosten von Wohnbaugebieten

Für eine nachhaltige Entwicklung ist es erforderlich, kompakte und auch langfristig bezahlbare Siedlungsstrukturen zu schaffen und zu erhalten. Die Ausweisung und Realisierung neuer Baugebiete bringen finanzielle Belastungen für den kommunalen Haushalt mit sich, die nicht selten zum Zeitpunkt der Standortwahl und Entscheidung über eine Ausweisung noch nicht transparent oder vollständig erfasst werden. Eine frühzeitige Darstellung der finanziellen Auswirkungen von neu auszuweisenden Baugebieten im Vergleich zu Projekten der Innenentwicklung bietet eine wichtige Entscheidungsgrundlage für Kommunen. Dies trägt auch dazu bei, den Flächenbedarf zu reduzieren.

In einem gemeinsamen Modellprojekt der Obersten Baubehörde und des Landesamtes für Umwelt wird derzeit exemplarisch in mehreren Städten und Gemeinden verschiedener Größenordnung eine "vorausschauende Folgekostenbetrachtung" durchgeführt.

Revitalisierung von Einfamilienhausgebieten

An diesem ressortübergreifenden Modellprojekt beteiligen sich neben uns das Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie das Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. Inhalt ist die Weiterentwicklung von Einfamilienhausgebieten, die zwischen 1950 bis 1970 gebaut wurden. Besonders berücksichtigt werden die demographischen Veränderungen. Hierbei sollen Lösungsansätze zur Anpassung und Revitalisierung älerer Einfamilienhausgebiete erarbeitet werden.

Ziel ist eine bedarfsorientierte individuelle Quartiersplanung und ein umsetzungsorientierter Ansatz, der den beteiligten Kommunen, Bürgern und Hauseigentümern konkrete Konzepte mit rasch umsetzbaren Einzelmaßnahmen zur Verfügung stellt. Insgesamt bewarben sich 32 Kommunen aus ganz Bayern um die Teilnahme am Modellprojekt, von denen mit Marktrodach, Karlstadt und Langenneufnach ausgewählt wurden.

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