Bayern verzeichnet niedrigste Zahl an Verkehrs­toten seit 70 Jahren – aber Geschwindigkeits­unfälle nehmen zu

Die Verkehrsunfallstatistik für das erste Halbjahr 2026 zeigt: 205 Menschen kamen im ersten Halbjahr 2026 bei Verkehrsunfällen in Bayern ums Leben – so wenige wie zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Unfallaufzeichnungen vor 70 Jahren nicht. Gleichzeitig stieg die Zahl der Verkehrsunfälle und Geschwindigkeitsunfälle.

Polizeikontrolle Bayerische Polizei (Archivbild) ©BayStMI

205 Verkehrs­tote im ersten Halb­jahr – niedrigster Stand seit 70 Jahren

Die Zahl der Verkehrstoten in Bayern ist im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahr deutlich gesunken: 205 Menschen kamen im Straßenverkehr ums Leben – ein Rückgang um 13,9 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum 2025. „Das ist die niedrigste Zahl an Verkehrstoten in Bayern zu diesem Zeitpunkt seit Beginn der Unfallaufzeichnungen vor 70 Jahren“, betonte Innenminister Joachim Herrmann. Von Januar bis Juni 2026 ereigneten sich 192.366 Verkehrsunfälle – 3,4 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025 (186.071). Dabei wurden 29.304 Personen verletzt (2025: 29.639). 

Die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle nahm weiter zu: um 31,9 Prozent auf 7.920 Fälle (2025: 6.003). Dabei kamen 71 Menschen ums Leben (2025: 66). Die Zahl der Verletzten bei Geschwindigkeitsunfällen erhöhte sich auf 3.986 (2025: 3.842). Herrmann: „Die rückläufigen Unfallopfer sind erfreulich und bestätigen unsere Anstrengungen in der Verkehrssicherheitsarbeit. Dennoch zeigt der Anstieg schwerer Geschwindigkeitsunfälle, dass wir uns mit dem Erreichten nicht zufrieden geben dürfen. Leider werden die Verkehrsregeln allzu oft nicht beachtet. Zu schnelles Fahren ist kein Kavaliersdelikt, sondern kann schlimme Folgen haben.“

Land­straßen bleiben Unfall­schwerpunkt – mehr Fahrrad­unfälle

Die meisten tödlichen Verkehrsunfälle ereignen sich nach wie vor auf Landstraßen. Dort kamen im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 135 Menschen ums Leben, das sind 7,5 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum (146). Die Zahl der Fahrradunfälle lag mit 9.493 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2025: 9.479). Dabei verloren 40 Menschen ihr Leben (2025: 39). Die Zahl der Todesfälle aufgrund nicht angelegter Sicherheitsgurte lag wie im Vorjahr bei 23. Zudem kam im ersten Halbjahr ein Kind in einem Pkw ums Leben, das als Insasse nicht gesichert war (2025: 0). Herrmann: „Dieser Leichtsinn kostet unnötig Menschenleben. Ich appelliere an jede und jeden, Kinder vor der Fahrt stets ordnungsgemäß zu sichern.“

Mehr Schulweg­unfälle und Drogen­delikte – weniger Alkohol­unfälle

Zudem ereigneten sich bereits zwei tödliche Schulwegunfälle (2025: 0). Die Zahl der Schulwegunfälle stieg um drei Fälle auf 298 leicht an. 359 Schüler wurden verletzt (2025: 332). Die Zahl der Unfälle unter Alkoholeinfluss ist um 12,3 Prozent auf 2.017 gesunken (2025: 2.300), wobei 18 Personen starben (2025: 14). Dagegen ist die Zahl der Verkehrsunfälle unter Drogeneinwirkung um 36,8 Prozent auf 368 deutlich angestiegen (2025: 269), wobei drei Personen ums Leben kamen (2025: 5). Der Innenminister kündigte an, dass die Bayerische Polizei auch weiterhin Kontrollen durchführen und Verkehrsverstöße konsequent ahnden werde.

Weitere Informationen zur Verkehrs­sicherheit in Bayern

Weitere Informationen zur Verkehrsunfallentwicklung in Bayern, zu den Maßnahmen sowie zum neuen Verkehrssicherheitsgewinnspiel „Sicherheit kommt gut an“ finden Sie im Verkehrssicherheitsprogramm 2030 „Bayern mobil – sicher ans Ziel“.