Rückblick auf die vergangenen 18 Jahre in Bayern
Im bestens gefüllten Odeon unterhielten sich die beiden darüber, wie sich Bayern in den vergangenen 18 Jahren verändert hat. Beide hatten vor 18 Jahre ihre Ämter angetreten: Herrmann wurde bayerischer Innenminister und Marx wurde Erzbischof von München und Freising. Sie blickten dabei gemeinsam mit Moderator Roman Roell auf prägende Ereignisse zu dieser Zeit zurück wie die Fußball-Weltmeisterschaft im eigenen Land und dem Besuch des damaligen Papstes Benedikt XVI. in seiner Heimat. Seither hat sich viel verändert: Weltfinanzkrise 2008, riesige Herausforderungen in der Migration, die Corona-Pandemie, wirtschaftliche Stagnation sowie nicht enden wollende Kriege im Nahen Osten und auch der Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine. Krisen, die auch die Gesellschaft nachhaltig verändert haben.
Bezug zur Religion bereits im Grundgesetz fest verankert
Beide waren sich darüber einig, dass in den herausfordernden Zeiten, in denen wir leben, eines sicher ist: Demokratie braucht Religion und der Glaube ist ungeheuer bedeutend für eine moderne Gesellschaft. Innenminister Herrmann betonte: „Es geht um das eigene feste Wertefundament, das für eine gelingende Demokratie gelebt werden muss. Denn Hilfsbereitschaft, Gerechtigkeit und Solidarität braucht unser Land für die innere Geschlossenheit - mehr denn je!” Dabei verwies Herrmann auch darauf, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes ganz bewusst in der Präambel den Bezug zur Religion hergestellt hatten. Ein direktes Ergebnis aus den schrecklichen Erfahrungen des nationalsozialistischen Unrechts und ein „Gegenentwurf“ zum Totalitarismus des NS-Regimes.
Dialogforum Religion und Integration: Gemeinsam gegen Hass und Hetze
Weitere Themen des abwechslungsreichen und kurzweiligen Gesprächs waren das Bayerische Konkordat vor 102 Jahren, die Bayerische Verfassung als auch der interreligiöse Dialog. Herrmann machte dabei unmissverständlich klar: „Der Freistaat Bayern steht seit jeher für ein religionsfreundliches Klima und Toleranz. Deshalb ist mir als Bayerischen Innen- und Integrationsminister auch der interreligiöse Dialog besonders wichtig. Gerade aufgrund der aktuellen politischen Entwicklung bedarf es einer breiten gesellschaftlichen Unterstützung und der Intensivierung des interreligiösen Dialogs." Mit dem Dialogforum Religion und Integration setzt der Freistaat ein klares Zeichen und bringt Vertreterinnen und Vertreter von Religionsgemeinschaften, Hochschule, Institutionen des interreligiösen Dialogs, Verwaltung und Politik zusammen. Mit der „Gemeinsamen Erklärung“, die am 6. Juli im Innenministerium der Öffentlichkeit vorgestellt hat, wurde dabei ein wichtiges Signal für den interreligiösen Dialog gesetzt: Alle beteiligten Religionsgemeinschaften, die verschiedenen christlichen Konfessionen, jüdische und muslimische Gemeinden, buddhistische Gläubige bekannten sich damit zum friedlichen Miteinander, zum Dialog und zum gemeinsamen Einsatz gegen Hass, Hetze, Diskriminierung und verurteilten Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und jegliche Form von Intoleranz.