Offensive Sichere Innenstädte: Kirchner zieht Zwischenbilanz zur polizeilichen Videoüberwachung in Schweinfurt

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Die Videoüberwachung in der Schweinfurter Innenstadt wirkt. Diese erste Zwischenbilanz haben Bayerns Innenstaatssekretär Sandro Kirchner, Oberbürgermeister Ralf Hofmann und Unterfrankens Polizeivizepräsident Holger Baumbach heute gemeinsam gezogen. Seit Anfang März 2026 überwacht die Polizei die Bereiche Hadergasse und Wolfsgasse per Video, zunächst befristet auf sechs Monate. Die Anlage ergänzt die Sicherheitsmaßnahmen als Antwort auf die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegenen Straftaten und Ordnungsstörungen in diesem Bereich. Angesichts der positiven Entwicklung setzt das Innenministerium den erfolgreichen Kurs nun fort und verlängert die Videoüberwachung. ”Sicherheit beginnt dort, wo sich Menschen in ihrer Stadt wieder unbeschwert aufhalten können“, betonte Kirchner.

Innenstaatssekretär Sandro Kirchner beim Pressetermin in Schweinfurt anl. Bilanzierung temporär-stationärer Videoüberwachung ©PP Unterfranken

Zwischenbilanz macht Mut: Videoüberwachung in Schweinfurt zeigt Wirkung

Kirchner betonte, dass die Videoüberwachung präventiv wirkt, die Aufklärung von Straftaten unterstützt und die Polizei entlastet: “Sie ersetzt keine Polizeibeamten, sondern sorgt dafür, dass unsere Einsatzkräfte dort eingesetzt werden können, wo sie wirklich gebraucht werden.” Erste Erkenntnisse bestätigen diese Wirkung: In der Hadergasse wurde ein deutlicher Rückgang der Straftaten verzeichnet. Auch in der Wolfsgasse ist die Gesamtkriminalität zurückgegangen. Bei Körperverletzungsdelikten zeigen sich dort jedoch weiterhin stagnierende beziehungsweise steigende Fallzahlen. "Ein Abbau der Anlage wäre daher zum jetzigen Zeitpunkt verfrüht", resümiert der Staatssekretär. Ein Beispiel für die Wirksamkeit der Maßnahme ist ein Vorfall am 6. Mai 2026 in der Wolfsgasse, bei dem es zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit mehreren Beteiligten kam. "Mithilfe der Videoaufzeichnungen konnte der Tatablauf lückenlos rekonstruiert und die Tatbeteiligten eindeutig identifiziert werden", so Kirchner.

Schweinfurt reagiert auf steigende Kriminalität mit breitem Sicherheitsbündnis

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Zahl der Straftaten in den für die Videoüberwachung relevanten Bereichen Hadergasse und Wolfsgasse von 146 auf 322 mehr als verdoppelt. Besonders deutlich nahmen Körperverletzungen und Bedrohungen zu. Ergänzend zur Videoüberwachung verfolgen die Stadt Schweinfurt und die Polizei ein umfassendes Sicherheitskonzept. Kirchner: “Mehr Sicherheit gibt es nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch konsequentes Handeln. Polizei, Stadt und alle Sicherheitspartner ziehen in Schweinfurt an einem Strang.” Dazu gehören gemeinsame Streifen von Sicherheitswacht, Kommunalem Ordnungsdienst und Polizei, eine verstärkte polizeiliche Präsenz mit Unterstützungskräften wie der Bereitschaftspolizei, gezielte verdeckte Maßnahmen gegen wiederholt auffällige Täter – insbesondere im Bereich des Betäubungsmittelhandels – in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft sowie regelmäßige Sicherheitsgespräche mit Anwohnern, Gewerbetreibenden und weiteren Verantwortlichen. 

Von Verbotszonen bis Bürgerdialog: Schweinfurts Sicherheitskonzept wächst

Außerdem gelten seit März 2025 in der Schweinfurter Innenstadt Verbotszonen für Messer, Alkohol und Cannabis. Ende Juli 2025 wurde zudem das Projekt "Stadthelfer Schweinfurt" gestartet, das mit Präsenz und Gesprächsbereitschaft das respektvolle Miteinander fördern und das Sicherheitsgefühl stärken soll. Seit Frühjahr 2026 ergänzt der Bürgerdialog Polizei "blue.point" das Sicherheitskonzept, indem in der Innenstadt regelmäßig Erkenntnisse zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung erhoben werden.