Wie das Polizeimotorrad funktioniert
An der B47 in Amorbach, einer besonders lärmbelasteten Strecke, erklärte Kirchner, wie das neue Polizeimotorrad funktioniert: Auf dem zivilen Motorrad ist eine Action-Kamera befestigt. Erkennt ein speziell geschulter Polizei-Motorradfahrer einen Verstoß, startet die Kamera. Sie zeichnet den gesamten Fahrvorgang des Motorradfahrers bis zur Anhaltung auf. So sind die bis zur Kontrolle erfassten Verstöße dokumentiert. Die Aufzeichnung dient dann als Beweismittel im weiteren Verfahren. „Die Aufzeichnung der Action-Kamera hilft Gerichten, das Fahrverhalten realistisch zu beurteilen. Und sie ermöglicht, dem betroffenen Motorradfahrer bei der Kontrolle sein Verhalten 'bildlich' vor Augen zu führen – das wirkt verkehrserzieherisch“, betonte der Staatssekretär. Das neue Action-Kamera-System wurde in den Motorradsaisons 2020 bis 2022 intensiv bei der Bayerischen Polizei getestet. Die getesteten Motorräder sind inzwischen für den Einsatz freigegeben und haben sich laut Kirchner bewährt.
Zahlreiche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten durch Action-Kamera aufgedeckt
Zwar sei das neue Polizei-Motorrad kein „Allheilmittel“, dennoch betonte Kirchner den Mehrwert als Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets: „Die bisherigen Erfahrungen in anderen bayerischen Polizeipräsidien bestätigen den hohen Einsatzmehrwert. Durch die Action-Kameras konnten zahlreiche Straftaten und Ordnungswidrigkeiten aufgedeckt und geahndet werden.“ Die Folgen für die Fahrer reichten demnach von Bußgeldern, Geldstrafen und Fahrverboten bis hin zur Beschlagnahme der jeweiligen Motorräder. Die Gesamtkosten für das AKS-Motorrad lagen bei rund 48.000 Euro. Davon entfallen etwa 10.000 Euro auf das „Action-Kamera-System“.
Nicht alle sind rücksichtslos
Staatssekretär Kirchner stellte klar, dass nicht alle Motorradfahrer rücksichtlos unterwegs sind. „Es ist nur ein Teil, der ein negatives Licht auf das Motorradfahren wirft. Genau diese Verkehrsrowdys nehmen wir gezielt ins Visier.“ Pauschale Fahrverbote oder Streckenverbote für ganze Gruppen von Verkehrsteilnehmern seien rechtlich nur schwer durchsetzbar und würden auch die vielen Rücksichtsvollen treffen. Kirchner: „Wer sich fair an die Regeln hält, hat nichts zu befürchten. Aber wer hier rücksichtslos unterwegs ist, muss mit spürbaren Konsequenzen rechnen“.
Weniger vermeidbarer Lärm
Die B47 im Bereich Amorbach sei laut dem Staatssekretär leider ein „Paradebeispiel“ für eine besonders lärmbelastete Strecke. „Neben den zu beklagenden Unfallopfern ist die übermäßige Lärmentwicklung ein großes Problem. Rücksichtsloses Fahren und manipulierte Auspuffanlagen belasten Anwohner ebenso wie Touristen. Diesem unnötigen Lärm sagen wir weiterhin entschlossen den Kampf an“, so Kirchner. „Unser Ziel ist klar: Weniger vermeidbarer Lärm, weniger Unfälle, mehr Rücksicht aufeinander.“