Wirtschaft nicht weiter belasten: Landtag beschließt Verbot für kommunale Verpackungssteuern im Freistaat

Keine überflüssige Bürokratie und unsinnige Detailregelungen: Innen- und Kommunalminister Joachim Herrmann begrüßt den Beschluss des Landtags, das Kommunalabgabengesetz zu ändern und damit kommunale Verpackungssteuern zu verbieten. Herrmann zur Regelung, die das seit 1979 bestehende Verbot von „Bagatellsteuern“ in den Kommunen ergänzt: „Jetzt haben wir eine klare Rechtslage und können sichergehen, dass in Bayerns Städten und Gemeinden kein bürokratisches Steuerwirrwarr entsteht, das die Wirtschaft und unsere Bürger am Ende weiter belastet.“

Innen- und Kommunalminister Joachim Herrmann begrüßt den Beschluss des Bayerischen Landtags, kommunale Verpackungssteuern zu verbieten. © AdobeStock

Herrmann: Keine weitere Belastung durch Melde- und Dokumentationspflichten

Herrmann ist überzeugt, dass mit einer neuen Steuer ein weiterer erheblicher bürokratischer Aufwand aufgrund von Aufzeichnungspflichten und Abgrenzungsschwierigkeiten in der Praxis verbunden gewesen wäre. „Eine Verpackungssteuer hätte detaillierte Festlegungen erfordert, welcher Sachverhalt konkret erfasst sei und welcher nicht.“ Das führe zu absurden Fallkonstellationen, wie Beispiele aus Kommunen zeigen, wo die Verpackungssteuer eingeführt wurde. „Dass etwa Kaffeelöffel aus Holz mit einer Länge unter acht Zentimeter steuerfrei bleiben und solche, die länger sind, besteuert werden. Oder dass ein Kaffeebecher ohne Deckel günstiger ist als mit Deckel. Oder dass die Papiertüte, in der eine Butterbreze steckt, nicht besteuert wird, die Verpackung um eine warme Leberkas-Semmel hingegen schon. So einen Unfug machen wir im Freistaat nicht mit." Gerade kleine Unternehmen wie Imbissbuden, Cafés oder Bäckereien würden durch zusätzliche Melde- und Dokumentationspflichten überproportional belastet. Herrmann: „Und das, obwohl eine Untersuchung der Uni Tübingen keinen messbaren Erfolg bei der Müllvermeidung feststellen konnte.“

Kommunale Verpackungssteuer müsste auf Bürger umgelegt werden

Bayern wolle die Betriebe in jeder Hinsicht entlasten und nicht zusätzlich belasten. „Die Einführung einer Verpackungssteuer wäre daher ein völlig falsches Signal." Sie stehe im Widerspruch zu anderen Steuererleichterungen für die ohnehin stark belastete Gastronomiebranche, die eine solche Steuer auf die Bürger umlegen müsste: „Wenn der Bundesrat den Bundestagsbeschluss bestätigt, wird die Umsatzsteuer für Speisen in der Gastronomie zum 1. Januar 2026 von 19 auf sieben Prozent reduziert. Eine kommunale Verpackungssteuer im ,To Go‘-Bereich würde das Ziel einer solchen grundsätzlichen und dauerhaften Entlastung der Gastronomie klar unterlaufen."