112 Newsletter: Einsatz des Rettungsdienstes
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112 Newsletter vom 27. Mai 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

wie jeden Tag möchte ich auch dieses Update mit einem kurzen statistischen Überblick zur Corona-Lage in Bayern beginnen. Stand heute, Mittwoch, 10:00 Uhr, haben wir 46.885 bestätigte Corona-Infektionen zu verzeichnen. Das sind im Vergleich zum Vortag + 140 mehr (vorgestern auf gestern
+ 103) oder + 0,3 Prozent. Bezogen auf 100.000 Einwohner waren oder sind in Bayern statistisch bisher 359 Menschen bestätigt mit COVID-19 infiziert (gestern 357).

Wieder genesen sind amtlich ausgewiesen 42.310 Personen oder 210 mehr als gestern
(+ 0,5 Prozent). Aktuell leiden in Bayern 2.130 Personen an COVID-19, das sind ca. 100 weniger als gestern (- 6,7 Prozent). Bezogen auf 100.000 Einwohner sind aktuell noch 16 Bewohner Bayerns erkrankt (gestern 17).

An bzw. mit einer Corona-Infektion verstorben sind mittlerweile 2.442 Personen, das sind im Vergleich zum Vortag + 23 (vorgestern auf gestern + 17) oder insgesamt + 1,0 Prozent mehr.

Die über sieben Tage statistisch geglättete Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er selbst gesundet oder verstirbt, bemisst sich entsprechend der mathematischen Betrachtungen des Robert Koch-Instituts (RKI) heute für Bayern wieder auf R=0,88 (Vortag R=0,83). Der isolierte Tageswert für heute wurde mit R=0,88 (gestern R=0,75) festgestellt. Wir bleiben damit auch weiterhin unterhalb der magischen Marke von R=1. Das ist sehr erfreulich, da ein Wert kleiner 1 anzeigt, dass die Welle weiterhin flach verläuft.

Dies zeigt sich im Übrigen auch bei der Belegung von Krankenhausbetten mit COVID-19-Patienten. Derzeit sind noch insgesamt 816 Betten mit Corona-Patienten belegt. Von diesen befinden sich 601 auf einer Normalstation, 215 auf einer Intensivstation und nur mehr 185 der Intensivpatienten werden künstlich beatmet.

Insgesamt bestätigen all diese Zahlen die günstige Entwicklung der letzten Wochen.

Und auch heute sollen die 7-Tage-Inzidenzen für die am stärksten betroffenen Kreise und kreisfreien Städte Bayerns nicht fehlen, illustrieren doch diese Werte, ob, und wenn ja, wo es Hotspots gibt.

Einmal mehr sind die drei Erstplatzierten dieselben wie die letzten vier Tage und auch die Reihenfolge der drei Gebietskörperschaften hat sich nicht geändert. An der Spitze steht die Stadt Regensburg mit einer kumulierten 7-Tage-Inzidenz von 74,0 (gestern 76,7). Hinter Regensburg folgt der Landkreis Lichtenfels mit einer kumulierten 7-Tage-Inzidenz von 40,4 (gestern ebenfalls 40,4). Knapp dahinter auf Platz 3 folgt der Landkreis Coburg mit einem Wert von 36,8 (gestern 33,4) Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen 7 Tagen und rutscht damit wieder ganz leicht über die Vorwarnstufe von 35.

Sehr erfreulich: Die weit überwiegende Zahl der Landkreise und kreisfreien Städte weisen Werte kleiner 10 aus. Ein Hotspot-Geschehen beschränkt sich damit aktuell auf die drei namentlich genannten Gebietskörperschaften. Und das ehemalige „Sorgenkind“ Stadt Straubing weist heute einen Wert von nur mehr 4,2 aus, was einmal mehr zeigt, dass mit konsequentem und zielgerichtetem Eingreifen auch schwierige Situationen wieder beherrschbar gemacht werden können.

Viele namhafte Virologen sind der Auffassung, dass für eine weiterhin wirksame Bekämpfung und Eindämmung der Corona-Pandemie einer intensivierten Testpraxis wesentliche Bedeutung zukommt. Dem Virus müsse noch wesentlich mehr nachgespürt werden, um generell die Entdeckungswahrscheinlichkeit auch für solche Fälle zu erhöhen, bei denen Infizierte keine Krankheitssymptome zeigen.

Gestern hat sich darum der Ministerrat u.a. mit Möglichkeiten einer Ausweitung der Testungen auf das Corona-Virus befasst. Ganz generell sollen Angehörige von Berufen, die in Einrichtungen mit besonders vulnerablen Personen und einem generell erhöhten Ansteckungsrisiko arbeiten, regelmäßig getestet werden. Dies betrifft insbesondere Beschäftigte in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Den dort Beschäftigten sollen die Betreuungsrichter an den Amtsgerichten gleichgestellt werden. Diese entscheiden über die rechtliche Betreuung von Menschen, die meist krankheitsbedingt ihre Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln können. Um sich einen unmittelbaren Eindruck vom Zustand der betroffenen Person zu machen, kommen Betreuungsrichter in aller Regel in die genannten Einrichtungen und halten sich deshalb vergleichsweise häufig dort auf.

Darüber hinaus greift der Ministerrat mit seinem Beschluss insbesondere folgende Aspekte auf:

Personen, die Corona-Symptome zeigen, sollen innerhalb von 24 Stunden getestet werden und binnen weiterer 24 Stunden soll das Testergebnis vorliegen. Diese „Eilfallregelung“ ist schon deshalb sachgerecht, weil bei einer einschlägigen Symptomatik die Wahrscheinlichkeit, dass tatsächlich ein COVID-19 Fall vorliegt, im Vergleich zu symptomlosen Personen wesentlich höher ist. Liegt tatsächlich eine Infektion vor, zählt jeder Tag. So ist es gleichermaßen im Interesse der Allgemeinheit und des Betroffenen, dass dieser möglichst schnell in Quarantäne kommt und die Gefahr einer Weiterverbreitung des Virus minimiert wird.

Im Sinne dieser Logik können bei Personen ohne jede Symptomatik etwas längere Fristen gelten. In symptomfreien Fällen soll der Test innerhalb 48 Stunden vorgenommen werden und das Ergebnis binnen einer Woche vorliegen. In der Praxis werden dies in erster Linie Kontaktpersonen der Kategorie I sein, also Menschen, die mit einer infizierten Person im relevanten Zeitraum mindesten 15 Minuten in engem Kontakt waren, etwa in einem Büro gegenübergesessen sind.

Kontaktpersonen der Kategorie I kommen bisher zwar regelmäßig für 14 Tage in Quarantäne, werden in dieser Zeit aber zumindest so lange nicht getestet, wie sie nicht selbst Symptome zeigen. Künftig wird sichergestellt, dass dieser Personenkreis im Zuge der Quarantäne mindestens einmal getestet wird. Dies wird sinnvollerweise nach der anzunehmenden Inkubationszeit geschehen, denn erst dann kann bei einer tatsächlich vorliegenden Infektion der Test auch anschlagen.

Lehrkräfte sowie Erzieherinnen und Erzieher erhalten Gelegenheit, sich freiwillig testen zu lassen. Dieser Ansatz folgt dem Gedanken, dass dort, wo viele Menschen zusammenkommen und insoweit Linien sozialer Kontakte aus vielen Richtungen mitbringen oder in viele Richtungen tragen, die Folgen einer einzelnen Ansteckung besonders stark weiterverbreitet werden können.

Verstärkte Testungen soll es auch für Bedienstete in Einrichtungen und Betrieben der kritischen Infrastruktur geben. Zu denken ist hier insbesondere an Justizvollzugsanstalten und Einrichtungen des Maßregelvollzugs, also bestimmten geschlossenen Einrichtungen, in denen Straftäter untergebracht sind, für die wegen Schuldunfähigkeit eine Verurteilung zu einer Gefängnisstrafe nicht möglich war.

Auf meine Veranlassung hin arbeiten bereits seit zwei Wochen Fachleute aus der Polizeiabteilung des Innenministeriums an einem Konzept, das verstärkte Testungen bei der Polizei vorsieht. Nach derzeitiger Planung werden künftig nach Möglichkeit alle Angehörigen einer Polizeidienststelle getestet, bei der ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin positiv auf COVID-19 getestet wurde. Des Weiteren werden alle Polizistinnen und Polizisten getestet, die an Einsätzen mit Corona-positiven Personen beteiligt waren. Hier denke ich etwa an Angehörige der Bereitschaftspolizei, die im Zusammenhang mit der Räumung von Hotspot-Asylbewerberunterkünften tätig wurden. Und schließlich soll allen Polizeibediensteten ein Corona-Test angeboten werden, die in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt entweder Dienst tun oder dort wohnen, sofern für die betreffende Gebietskörperschaft das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit eine 7-Tage-Inzidenz von mindestens 35 ausweist.

Schließlich hat das Kabinett das Gesundheitsministerium und mein Haus beauftragt, ein Konzept zu entwickeln, wie künftig Reisende aus Drittstaaten, das sind alle Staaten außer den EU-Mitgliedstaaten, der Schweiz, Liechtenstein, Norwegen, Island und das Vereinigte Königreich, verstärkt in das Testgeschehen einbezogen werden können.

Wir bringen Licht ins Dunkel!

Mit besten Grüßen

Ihr
Joachim Herrmann, MdL
Joachim Herrmann, MdL
Staatsminister


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