112 Newsletter: Einsatz des Rettungsdienstes
© BRK Kreisverband Berchtesgadener Land

112 Newsletter vom 30. Juli 2020

Liebe Leserinnen und Leser,

auch der heutige Newsletter beginnt mit einer Betrachtung der statistischen Zahlen und Daten zur aktuellen Corona-Lage in Bayern. Sie zeigen weiterhin eine insgesamt im Griff befindliche Lage, die jedoch genau im Auge behalten werden muss. Heute, Donnerstag, 30. Juli 2020, verzeichnen wir 50.821 bestätigte COVID-19-Infektionen (Stand: 10:00 Uhr). Das sind im Vergleich zum Donnerstag vor einer Woche 776 Fälle mehr (Vorwoche + 525). Im Durchschnitt der letzten sieben Tage bedeutet dies rund 110 Neuinfektionen pro Tag (Vorwoche 75). An bzw. mit einer Corona-Infektion verstorben sind mittlerweile 2.620 Personen. Das sind im Vergleich zum Donnerstag letzter Woche 4 Corona-Tote mehr. Mithin sind beide für die Gesamtsituation essentiellen Parameter relativ stabil.

Wieder genesen sind heute amtlich ausgewiesen 46.930 Personen oder 530 mehr als vor sieben Tagen. Die Zahl der aktuell an COVID-19-Erkrankten beläuft sich momentan in Bayern auf nunmehr 1.270 im Vergleich zu 1.030 letzte Woche, 990 vor zwei und 900 vor drei Wochen. Auch hier zeigt sich eine leider weiter steigende Entwicklung.

Die über sieben Tage statistisch geglättete Reproduktionszahl R, die angibt, wie viele weitere Personen ein Infizierter statistisch ansteckt, ehe er gesundet oder verstirbt, bemisst sich entsprechend der letztverfügbaren Zahlen der mathematischen Betrachtungen des Robert Koch-Instituts (RKI) für Bayern auf R=1,28 (nach R=0,98 letzten Donnerstag). Die allein auf den Tag abstellende Reproduktionszahl liegt bei R=0,9 (nach R=0,86 letzten Donnerstag). Damit bewegen sich auch diese Werte weiterhin knapp um 1 und weisen kein herausgehobenes Risikopotential aus.

Auch gebe ich Ihnen eine Einschätzung zu den 7-Tage-Inzidenzen für die Landkreise und kreisfreien Städte Bayerns. Leider müssen wir wegen des genannten Ausbruchsgeschehens auf einem Erntehof in Mamming mit dem Landkreis Dingolfing-Landau einen echten Hotspot verzeichnen. Die Inzidenzrate schoss mit rund 190 weit über den Schwellenwert von 50 hinaus. Mit unseren schnellen Testungen und Quarantänemaßnahmen hoffe ich sehr, dass wir der Bevölkerung in dem Landkreis weitere Maßnahmen ersparen können. An zweiter Stelle liegt der Landkreis Hof mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 33 und damit wieder unter der Schwelle von
35 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Verantwortlich ist hier ein Ausbruchsgeschehen in einer Großfamilie in Rehau. Die Zahl der Landkreise bzw. kreisfreien Städte mit einer 7-Tage-Inzidenz von Null zeigt sich mit jetzt 11 (Vorwoche 20) deutlich rückläufig. Insgesamt gibt es 6 Landkreise, die eine Inzidenz größer 10 aufweisen, 21 Landkreise bewegen sich zwischen 5 und 10. Der Rest weist eine Inzidenz unter 5 auf. Damit zeigt sich in vielen Landkreisen eine immer noch günstige Situation.

Deshalb gilt nach wie vor: Wir müssen wachsam bleiben, denn der jüngste Anstieg bei den Zahlen belegt abermals: Das Virus schläft nicht! Wir alle müssen darum mit Nachdruck darauf achten, dass wir die Abstands- und Hygieneregeln auch nach wie vor sorgfältig einhalten. Nur so können wir auf uns selbst und auf andere bestmöglich Acht geben. In diesem Zusammenhang weise ich darauf hin, dass die aktuell geltende 6. Infektionsschutzmaßnahmenverordnung um weitere zwei Wochen bis zum 16. August verlängert wurde.

Wie schnell die Infektionszahlen steigen können, zeigt die Entwicklung in Mamming. Wird in landwirtschaftlichen Betrieben mit Saisonarbeitern ein Corona-Ausbruchsgeschehen festgestellt, werden darum umgehend zuerst der Betrieb selbst sowie konzentrisch alle umliegenden landwirtschaftlichen Betriebe kontrolliert und alle Saisonarbeitnehmer und sonstige Betriebszugehörige getestet. Im Fall einer positiven Testung wird unverzüglich eine umfassende Quarantäne angeordnet.

Außerdem werden wir generell landwirtschaftliche Betriebe mit Saisonarbeitnehmern in kürzeren Intervallen als bisher testen. Für die Kontrollen bilden wir Teams aus den örtlichen Gesundheitsämtern, den Landwirtschaftsämtern sowie den Gewerbeaufsichtsämtern. In Mamming wurden die Quarantänemaßnahmen so schnell und effizient umgesetzt. Reihentestungen und auch die freiwilligen Testangebote dauern zum jetzigen Zeitpunkt noch an. Glücklicherweise ist die Bevölkerung bislang nicht in größerem Umfang betroffen. Das Infektionsgeschehen scheint auf den betroffenen Erntehof abgrenzbar zu sein!

Neben den landwirtschaftlichen Betrieben beobachten wir natürlich auch das intensivierte Reisegeschehen aufmerksam. Wir haben genau im Blick, wie sich Reisen nun gerade bei den Neuinfektionen auswirken. Denn vor allem einige beliebte Reiseregionen in Südeuropa weisen leider wieder erhöhte Infektionszahlen auf. Damit wir kein zweites Ischgl erleben, haben wir deshalb nun vorgesorgt – denn der Schutz der Bevölkerung steht weiterhin an oberster Stelle.

Deshalb haben wir neben der weiterhin bestehenden Quarantänepflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten die Testungen intensiv ausgeweitet. Erfreulich ist auch, dass der Bund bei Rückkehrern aus Risikogebieten unserer Forderung entsprochen hat, künftig an den Flughäfen Tests zur Pflicht zu machen. Deshalb hat die Bayerische Staatsregierung an den Flughäfen in München, Nürnberg und Memmingen bereits vorläufige Testzentren eingerichtet, die künftig Reisenden täglich von 5 bis 23 Uhr zur Verfügung stehen.

Aber auch den übrigen Rückkehrern aus Nicht-Risikogebieten wollen wir ergänzend ein attraktives und kostenloses Testangebot anbieten. So können sich u. a. Reiserückkehrer an den großen Autobahngrenzübergängen der A3, der A8 und der A93 und den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg auf freiwilliger Basis testen lassen. Ich ermuntere alle Reisenden, von diesem Angebot rege Gebrauch zu machen – so schützen wir einander bestmöglich vor Infektionen! Die Testzentren sind an den Rastanlagen Hochfelln-Nord (A8), Heuberg (A93) (dauerhaft ab 07.08.2020, bis dahin übergangsweise Inntal-Ost) und Donautal-Ost (A3) eingerichtet und haben heute ihren Dienst aufgenommen. Auch in den Hauptbahnhöfen Nürnberg und München wurde damit begonnen, Testzentren einzurichten. Sie sollen in Kürze einsatzbereit sein.

Die Kosten für die Testungen übernimmt der Freistaat Bayern, soweit sie nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung getragen werden. Zudem sollen im Bahn- und Straßenverkehr aus Risikogebieten Stichprobenkontrollen der Reisenden durchgeführt werden, um die Einreisebestimmungen durchzusetzen.

Nicht nur bei Reisenden, sondern auch bei Asylsuchenden sind wir in Bezug auf Corona-Infektionen auf der Hut: Um das Risiko einer eingeschleppten Verbreitung des Virus zu verringern, haben wir schon in einer sehr frühen Pandemiephase Ende Februar alle ankommenden Asylsuchenden in den bayerischen ANKER-Zentren verdachtsunabhängig auf das Corona-Virus getestet. Seitdem wurden mehr als 6.000 Tests durchgeführt. Bei entsprechendem Verdacht wurden auch konsequent Testungen in Gemeinschafts- und dezentralen Unterkünften durchgeführt. Dadurch haben wir es geschafft, die Zahl der Corona-Infektionen in der Asylunterbringung erfolgreich zu begrenzen.

Auf diesen Erfolgen ruhen wir uns aber nicht aus. Wir intensivieren unsere Tests noch weiter, um das Risiko eine Verbreitung des Virus in Asylunterkünften noch besser zurückzudrängen: Zukünftig werden Asylbewerber bei jedem Besuch des Ärztezentrums eines ANKER-Zentrums verdachtsunabhängig auch auf das Corona-Virus getestet, unabhängig vom konkreten Anlass des Arztbesuchs. Auch vor jeder Verlegung eines Asylbewerbers wird dieser verdachtsunabhängig getestet und erst nach Vorliegen eines negativen Befundes kann eine Verlegung erfolgen. Damit wollen wir ein unerkanntes Verschleppen des Virus vermeiden.

Bei einem Positiv-Fall sollen zudem immer alle Bewohner sowie Beschäftigte der betroffenen Unterkunft getestet und die gesamte Einrichtung mindestens 14 Tage unter Quarantäne gestellt werden. Erst wenn eine weitere Testung am Ende der Quarantäne ausschließlich zu negativen Testergebnissen kommt, wird sie aufgehoben. Um örtliche Infektionsgeschehen noch besser eingrenzen und bewältigen zu können, sollen dabei auch in umliegenden Asylunterkünften Reihentestungen durchgeführt werden, wenn relevante persönliche Kontakte zwischen den Bewohnern bestehen.

Themenwechsel: Nicht verhehlen will ich aber auch, dass ich mich diese Woche darüber geärgert habe, dass vielerorts wie beispielsweise im Münchner Gärtnerplatzviertel viele Menschen ohne Wahrung von Abständen miteinander gefeiert haben – und das oft unter nicht unerheblichem Alkoholeinfluss. Leider zeigt die Erfahrung, dass insbesondere gemeinsamer Alkoholkonsum innerhalb größerer Menschenansammlungen im öffentlichen Raum zu einer verstärkten Missachtung der nötigen Infektionsschutzregeln und damit zu einer erheblichen Ansteckungsquelle führt. Dieses rücksichtslose Verhalten gefährdet uns alle! Ich empfehle allen Städten mit solchen Problemen, an einschlägigen Örtlichkeiten Alkoholverbote im öffentlichen Raum zu prüfen. Das Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration wird hierfür möglichst zeitnah rechtliche Handreichungen geben.

Ich bin sicher, dass wir bei gegenseitiger Rücksichtnahme und Wahrung der Hygiene- und Abstandsregelungen unsere gute Situation in Bayern weiter aufrechterhalten können und nicht wie leider in vielen anderen Ländern auf eine zweite Corona-Welle zusteuern.

Kommen Sie gesund zurück von Ihren Reisen! Erfreuen wir uns lieber an den Wellen im kühlen Nass!

Mit besten Grüßen

Ihr
Joachim Herrmann, MdL
Joachim Herrmann, MdL
Staatsminister


Unsere Themen

Newsletter-Service

Sollten die Bilder des Newsletters vom Mailprogramm Ihres Rechners nicht richtig angezeigt oder ausgedruckt werden, können Sie sich hier die Internet-Version des Newsletters ansehen, herunterladen und ausdrucken.

Möchten Sie den Blaulicht-Newsletter abonnieren oder Ihr Abo ändern: hier
Über Anregungen und Kritik freuen wir uns: oeffentlichkeitsarbeit@stmi.bayern.de
Für mehr Informationen besuchen Sie uns auf der Homepage des 112-Newsletters.