112 Newsletter: Einsatz des Rettungsdienstes
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112 Newsletter vom 22. April 2021

Liebe Leserinnen und Leser,

wie jede Woche steht auch heute die Daten- und Faktenlage am Beginn meines Corona-Newsletters. Heute, Donnerstag, 22. April, 08:00 Uhr, verzeichnen wir für Bayern insgesamt 567.347 bestätigte Covid-19-Infektionen. Im Vergleich zum Donnerstag der letzten Woche, bis zu dem 542.439 Infektionen gezählt worden waren, sind dies 24.908 mehr. Für die zurückliegenden sieben Tage ergibt sich daraus über die Woche hinweg ein nahezu identischer rechnerischer Schnitt von 3.558 Neuinfektionen pro Tag, nachdem dieser Wert vergangenen Donnerstag bei 3.560 und in den Wochen davor bei 2.492, 2.664, 2.305, 1.888, 1.496, 1.320, 1.104, 1.093, 1.263, 1.646, 1.909, 2.366, 3.265, 3.143, 3.203, 3.912, 4.172, 3.638, 3.475, 3.606, 3.432, 3.597, 2.918, 2.153, 1.243, 652 bzw. 372 lag. Mit diesem Gleichklang der Zahlen hege ich die Hoffnung, dass das exponentielle Wachstum fürs Erste gestoppt ist und wir – wenngleich auf viel zu hohem Niveau – beim Infektionsgeschehen zumindest in eine stabile Seitwärtsbewegung eingeschwungen sind. Diese Hoffnung stützt sich auch auf das Bundeslagebild. Dieses wies in der vergangenen Woche im Schnitt täglich 20.610 Neuinfektionen aus, nachdem der Wert für die Vorwoche ebenfalls auf nahezu gleichem Niveau bei 20.370 Neuinfektionen pro Tag lag. Bei aller Freude über die Stagnation darf man sich aber nicht blenden lassen. Denn mit Ausnahme der feiertagsbedingten „Osterdelle“ von 13.946 stellen die aktuellen Zahlen ausweislich der
Zeitreihe – 16.566, 14.416, 11.332, 8.715, 8.189, 7.725, 7.220, 8.290, 10.450, 12.900, 15.700 und 21.000 – negative Spitzenwerte dar.

Nun zum Ländervergleich. Bayern liegt auch heute mit einer 7-Tage-Inzidenz von 180 – nach 178, 119, 142, 114, 96, 77, 68, 58, 55 an den vorangegangenen Donnerstagen – auf Platz 4 des Negativ-Rankings. Weiterhin verzeichnen mit Ausnahme von Schleswig-Holstein alle Länder eine 7-Tage-Inzidenz über 100. Den höchsten Wert muss weiterhin Thüringen mit erfreulicherweise verbesserten 232 hinnehmen, den günstigsten verbucht das nördlichste Bundesland mit 71 (77). Der Durchschnittswert aller Bundesländer liegt heute bei 161, nach 160, 106, 134, 113 und 90 in den Vorwochen. Auch dieser Parameter zeigt also die Stagnation auf hohem Niveau sehr genau an.

Die Positivrate – also die Zahl der laborpositiven PCR-Tests im Verhältnis zu deren Gesamtzahl – als ein weiteres Kernelement der Lagebeurteilung schwankte in Bayern in den zurückliegenden Tagen zwischen 5,9 und 6,7 Prozent (Vorwoche: 5,0 und 6,9) bei einem 7-Tage-Mittel von 6,19 (5,71) und ist damit leider neuerlich gestiegen, obwohl wir bei den wöchentlichen Testungen einen Allzeit-Höchststand erreicht haben. Es ist also durchaus nach wie vor Druck im Kessel. Bundesweit gesehen liegt die Positivrate übrigens bei über 12,04 Prozent. Dies ist Ausfluss dessen, dass in keinem Bundesland auch nur annähernd so intensiv mit PCR-Tests gearbeitet wird, wie das in Bayern der Fall ist. Die anderen testen in absoluten Zahlen weniger und hierbei aber viele Fälle, bei denen nach der Symptomatik das positive Testergebnis keine echte Überraschung mehr ist, während wir alles tun, um das Dunkelfeld möglichst stark auszuleuchten.

Ich komme zum Blick in die bayerischen Regionen. Hier zeigt sich ein erfreulicher Unterschied zur Vorwoche. Zwar hat sich die Lage in ganz Bayern nicht grundlegend verändert, aber zum Glück sind bei den 7-Tage-Inzidenzen der Landkreise und kreisfreien Städte die Spitzenwerte der am schlimmsten betroffenen Regionen nicht mehr ganz so hoch. Lag der Höchstwert letzte Woche noch bei nahe 600, stehen heute für den Landkreis Kronach 388 zu Buche. Zudem kommen die „Verfolger“ nicht mehr ausnahmslos aus Nordostbayern, sondern mit Mühldorf und Kempten aus Oberbayern und Schwaben. Das ist für diese natürlich nicht schön, zeigt aber für die vormals wochenlang führenden Hotspots wie die Stadt und den Landkreis Hof, dass es mit konsequenten Hygienemaßnahmen, Ausgangsbeschränkungen und intensiviertem Impfen durchaus gelingen kann, die Lage zu beruhigen. Für das intensivierte Impfen zeichnet u.a. auch die Bundeswehr verantwortlich, die mit Sanitätspersonal zur Unterstützung des kommunalen Impfzentrums eine zusätzliche Impfstation betreibt, um die aus Krisenbeständen der EU stammenden ergänzenden Impfdosen besonders schnell unters Volk zu bringen. Prompt ist das Virus auf dem Rückzug, ein herzlicher Dank an die Bundeswehr!

Im Segment zwischen 300 und 200 finden sich nunmehr 36 (26) Gebietskörperschaften und in einem Korridor mit Werten zwischen 200 und 100 weitere 53 (59) Landkreise und kreisfreie Städte. 4 (5) Gebietskörperschaften unterschreiten die 100er-Marke, wobei weiterhin der Landkreis Tirschenreuth mit 75,0 (76,3) bayernweit am günstigsten liegt.

In Bayern sind an oder mit einer Corona-Infektion mittlerweile 13.866 Personen verstorben. Das sind im Vergleich zum vorigen Donnerstag 208 (241) oder pro Tag ca. 29,7 Fälle mehr, nach 34,4, 24,4, 25,9, 24,0, 26,9, 39,1, 42,0, 73,7, 82,6, 111,7, 117,9, 125,1 bzw. 134,4 in den Vorwochen. Man darf somit auch bei der schlimmsten aller denkbaren Corona-Folgen aktuell auf eine stagnierende Entwicklung hoffen, ehe diese bald in einen Sinkflug übergeht.

Angespannt, aber stabil ist auch in dieser Woche die Corona-Lage in den bayerischen Kliniken. Die Gesamtzahl der hospitalisierten Corona-Patientinnen und -Patienten pendelt weiterhin in einem engen Korridor um die Marke von 3.000, heute bei 3.042. Entsprechendes spiegelt sich auf den Intensivstationen, für die der statistische Fixpunkt momentan bei 800 Patienten liegt. Heute sind es genau 821 (790) Corona-Intensivpatienten. Auch wenn das im Wochenvergleich ca. 30 mehr sind, so deutet zum Glück nichts darauf hin, dass die aktuelle Höchstlastsituation der Kliniken zeitnah zur Überlast mit Kollaps wird. Ein Dauerzustand darf daraus aber nicht werden, sonst wird es mit ähnlich gravierenden Folgen zum „Überlastungsbruch“ kommen. Denn auch die bewundernswerte Kraft, ja Opferbereitschaft der Intensivmediziner und -pfleger ist endlich und wird ohne eine substanzielle Entlastung irgendwann zur Neige gehen. Zudem ist die aktuelle Situation nur deshalb darstellbar, weil planbare schwere Operationen, nach denen die Patienten erfahrungsgemäß für einige Tage auf „Intensiv“ kommen, derzeit in erheblichem Umfang verschoben werden. Auch das ist kein Dauerzustand. Wir müssen deshalb von den Infektions- und Hospitalisierungshöchstständen herunter und ich hoffe, dass uns hier die Zeit in die Hände spielt. Zeit, die wir mit dem konsequenten Einhalten der AHA-Regeln gewinnen und dabei auch durch die Jahreszeit mit längeren Tagen, mehr Sonnenstunden sowie höheren UV-Werten, die das Covid-Virus gar nicht mag, Unterstützung bekommen.

Zeit verschafft uns auch das Impfen und hier läuft die Kampagne zusehends hochtouriger. Mit dem heutigen Tage sind in Bayern 3,81 Millionen Impfungen verabreicht, davon sind 2,91 Millionen Erstimpfungen. Damit beträgt die (Erst)Impfquote für Bayern 22,2 Prozent, ein Wert, der leicht über dem Bundesdurchschnitt von 21,6 Prozent liegt. Beeindruckend ist auch die gestrige Tagesimpfleistung mit 105.600 verabreichten Impfdosen. Für nächste Woche hoffen wir auf ähnliche Werte, wenn die für diese und nächste Woche zu erwartenden fast 800.000 Impfdosen geliefert sein werden. Zudem hat das Gesundheitsministerium entschieden, dass ab sofort von den niedergelassenen Ärzten der Wirkstoff von AstraZeneca ohne jede Altersbeschränkung verabreicht werden darf, sofern Impfpersonen dies nach einem ausführlichen Aufklärungsgespräch ausdrücklich wünschen.

Liebe Leserinnen und Leser, das politische Berlin stand diese Woche – jedenfalls in Sachen Corona – ganz im Zeichen der Verabschiedung des „Vierten Gesetzes zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“. Kernelement der Neuregelung ist der neu ins Gesetz kommende § 28b Infektionsschutzgesetz. Über dieses Gesetzesvorhaben wurde teils sehr emotional diskutiert. Deshalb lohnt der prüfende Blick, ob der Gesetzesbeschluss und seine Folgen die ganze Aufregung tragen.

Der wohl zentrale Unterschied zwischen „bisher“ und „demnächst“ liegt im formalen Zustandekommen der Regelungen. Denn im Unterschied zu den landesspezifischen Vorschriften, die bisher nach Beratungen der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) auf Basis einer im Bundesinfektionsschutzgesetz verankerten Verordnungsermächtigung durch die Landesregierungen per Verordnung erlassen wurden, fügt der Bund die neuen Vorschriften nun unmittelbar in „sein“ Infektionsschutzgesetz ein. Ob so oder so, es knüpfen beide legislativen Wege beim Bundesgesetzgeber an. Insoweit sind beide Wege gleichermaßen legitim und demokratiepolitisch einwandfrei und jede Darstellung unzutreffend, die von der MPK mit der Kanzlerin vorstrukturierten Landesregelungen entsprächen nicht der verfassungsmäßigen Ordnung.

Besonders hoch her ging es beim Meinungsstreit zur Kompetenzordnung zwischen Bund und Ländern. Diesen will ich gar nicht befeuern, darf aber doch darauf hinweisen, dass der Schutz vor ansteckenden Krankheiten seit je her gem. Art. 74 Abs. 1 Nr. 19 GG in der Zuständigkeit des Bundes liegt. Innerhalb dieser ist der Bund nun selbst tätig geworden, um die auf anderem Wege offenbar nicht zu erreichenden bundesweit einheitlichen Leitplanken zu setzen. Die zu Gunsten der Länder bestehende Verordnungsermächtigung lässt das neue Gesetz ebenso grundsätzlich unangetastet wie deren Befugnis, nötigenfalls strengere Vorschriften zu erlassen. Damit setzt der Bund mit seinem Gesetz einheitliche Mindeststandards, die die Länder nicht unterschreiten, aber bei Bedarf durchaus strenger fassen dürfen. Man darf gespannt sein, wie das Bundesverfassungsgericht entscheidet, das einige politische Akteure anrufen wollen.

Scharfe Kritik gab es auch wegen der Eingriffstiefe einzelner Maßnahmen. In diesem Zusammenhang darf ich zunächst herausstellen, dass die grundrechtlich besonders einschneidenden Maßnahmen wie etwa Ausgangsbeschränkungen, Abstandsgebote oder Einschränkungen der Versammlungsfreiheit fest an die Feststellung des Vorliegens einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite gebunden sind. Ob eine solche vorliegt, stellt bekanntlich der Deutsche Bundestag fest, sodass mit dessen Beschlüssen hierzu die damit bedingend verknüpften infektionsschutzrechtlichen Maßnahmen der Länder und des Bundes dasselbe juristische Schicksal teilen. Unabhängig davon, ob diese mittels einer Rechtsverordnung einer Landesregierung oder unmittelbar im Infektionsschutzgesetz des Bundes angelegt sind, mit dem Ende der Feststellung der nationalen Pandemielage werden diese Vorschriften unwirksam werden.

Nach dem gestern vom Bundestag beschlossenen Gesetz, das der Bundesrat heute hat passieren lassen, liegt der zentrale Grenzwert für die „Bundes-Notbremse“ bei 100. Wird dieser an drei aufeinander folgenden Tagen in einer kreisfreien Stadt oder einem Landkreis überschritten, greifen ab dem übernächsten Tag eine Reihe von Maßnahmen, zu denen ich gleich komme. Der vom Bundesgesetzgeber angelegte Zusammenhang zwischen Voraustatbestand und Rechtsfolge sowie der zentrale Grenzwert entsprechen der bereits geltenden bayerischen Rechtslage. Ein Unterschied besteht allein darin, dass nach dem neuen Gesetz die Rechtsfolge kraft Gesetzes eintritt, während es hierfür bisher nach bayerischem Recht einer von Landrat oder Oberbürgermeister unverzüglich zu erlassenden Verfügung bedarf, die amtlich bekanntzumachen ist. Angesichts eines sich oft kurzfristig dynamisch entwickelnden Infektionsgeschehens scheint mir die bayerische Regelung klarer und bürgerfreundlicher. Denn die Menschen können sich online jederzeit im Amtsblatt oder auf der Homepage der Stadt oder des Kreises informieren, was gilt. Nach dem Wortlaut des Bundesgesetzes müsste sich eigentlich jeder permanent beim RKI informieren und die Entwicklung der letzten fünf Tage verfolgen, um zu wissen, was gerade gilt. Hier werden wir in der Umsetzung auf eine Lösung hinwirken, die der bisherigen Verfahrensweise im Ergebnis entspricht.

Heftig gestritten wurde über die sog. Ausgangssperre, die tatsächlich eine nächtliche Ausgangsbeschränkung ist. Denn die ohnehin nur zwischen 22:00 Uhr und 05:00 Uhr wirkende Vorschrift kennt eine Reihe von Ausnahmen. Diese reichen analog der bayerischen Regelungslage von der Berufsausübung über die Versorgung medizinischer und veterinärmedizinischer Notfälle, die unaufschiebbare Betreuung Unterstützungsbedürftiger bis zur Versorgung von Tieren oder ähnlich gewichtigen Gründen. Das Bundesgesetz unterscheidet sich von der bayerischen Regel allein in einer Ausnahme. Diese erlaubt körperliche Bewegung im Freien allein, also als Einzelperson, zwischen 22:00 Uhr und Mitternacht. Ob wir in Bayern dem folgen, wird noch zu klären sein.

Leicht skurril mögen manche die Regelung finden, wonach der Bundesgesetzgeber für den Schulbetrieb ab einem 7-Tage-Inzidenzwert von 165 nur noch Distanzunterricht erlaubt. 165! Warum ausgerechnet 165? Dies ist ein Kompromisswert aus den Positionen des Bundes und der 16 Länder. Die „wenigeren“ hielten nach ihrer Einschätzung 100 für den richtigen Grenzwert, die „mehreren“ 200, der Schnitt ergab 165. So einfach liegen die Dinge bisweilen.

Unter dem Strich bringt das Gesetz also gerade für Bayern nicht viel Neues. Sie mögen deshalb fragen, was denn dann die neue bundesgesetzliche Regelung eigentlich bringt, wenn schon bisher die Länder Vergleichbares ins Werk setzen konnten. Der eigentliche Mehrwert des von Bundestag und Bundesrat beschlossenen Gesetzes liegt meines Erachtens tatsächlich in der Schaffung eines bundesweit einheitlichen, regulatorischen Mindeststandards bei Anti-Corona-Maßnahmen. Denn damit wird denjenigen Ländern wirksam der Weg zu vermeintlichen Hintertürchen verstellt, über die so manche Landesmutter oder mancher Landesvater zuvor versucht hatte, zwar notwendigen und deshalb von der MPK beschlossenen, aber unpopulären Maßnahmen ein Stück weit zu entgehen. Derlei Kreativität nutzt das Virus kompromisslos zur Weiterverbreitung aus. Deshalb endet die Verantwortung der 16 Landesregierungen in einer Pandemie von nationaler Tragweite auch nicht strikt an den jeweiligen Grenzen der 16 Länder, sondern muss als Ganzes verstanden werden. Wer da zaubert, der schadet letztlich nicht nur den Menschen in „seinem“ Land, sondern zumindest auch den unmittelbaren Nachbarn, wie wir etwa in den nordöstlichen Regionen Bayerns erfahren mussten. Die Anrainer hatten die Sache zunächst einseitig auf die leichte Schulter genommen, ehe es beiderseits der Grenzen umso schlimmer kam. Das Fazit lautet deshalb: Man kann da und dort anderer Auffassung sein, aber es besteht definitiv kein Grund zur Fundamentalempörung.

Wie geht es nun weiter? Abhängig vom Zeitpunkt der Verkündung im Bundesgesetzblatt wird das Gesetz voraussichtlich spätestens am 26. April in Kraft treten. Die Staatsregierung wird dafür Sorge tragen, dass die im Lichte der Bundesregelungen anpassungsbedürftigen Vorschriften der 12. Bayerischen Infektionsschutzmaßnahmenverordnung zeitgerecht modifiziert sind. Spätestens Ende Juni müsste der Bundestag die Feststellung der Pandemie nationaler Tragweite verlängern, sonst laufen die neuen Bundesregelungen automatisch aus.

Liebe Leserinnen und Leser, ich hatte Ihnen bereits mehrfach berichtet, dass der Ärztliche Dienst der Bayerischen Polizei an verschiedenen Standorten in ganz Bayern Impfstationen betreibt. Bei der Verabreichung der Erstimpfungen an Polizeibedienstete, die ja schon aus der Art ihrer Tätigkeit heraus und insbesondere dem Umgang mit Corona-Leugnern wie jüngst anlässlich der verbotenen Demonstration in Kempten einem wesentlich erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, befinden wir uns auf der Zielgeraden. Aktuell haben sich über das polizeiliche Impfangebot ca. 25.800 Polizeibedienstete immunisieren lassen und ich gehe davon aus, dass tatsächlich noch eine ganze Reihe mehr über eine Grundimmunisierung verfügen, etwa, weil sie schwerkranke Angehörige pflegen oder in ihrer Freizeit im Rettungsdienst tätig sind und deshalb bereits auf einer anderen Schiene zum Zug kamen. Jedenfalls ist der überwiegende Teil der Dienstkräfte der Bayerischen Polizei jetzt mit einer ersten Dosis versorgt und eventuelle Corona-Erkrankungen werden wesentlich milder oder womöglich sogar symptomfrei verlaufen. Das schützt nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern verkürzt auch im Vergleich zu einer ansonsten wesentlich schwerer verlaufenden Infektion drastisch die krankheitsbedingten Ausfallzeiten.

Vorgestern haben wir Un- und Kurzentschlossenen noch ein Impfangebot machen können. Wer noch diese Woche über das polizeiinterne Registrierungssystem CoVa sein Interesse bekundet, der wird nächste Woche im Rahmen eines „Nachzüglertermins“ mit verarztet. Dann ist die erste Runde abgeschlossen, die Zweitimpfungen werden Mitte Mai starten.

Ebenso auf gutem Weg befindet sich die Erstimpfung impfwilliger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Führungsgruppen Katastrophenschutz (FüGK) der kreisfreien Städte, Landratsämter, Bezirksregierungen und im Innenministerium. Diese Maßnahme ist möglich geworden, nachdem bereits viele kommunale Impfzentren auf die Priorität 3 – und damit im Kern auf die Altersgruppe 60 bis 70, medizinisch vorbelastete Menschen und die Feuerwehr – zusteuern und das Gesundheitsministerium sein OK gegeben hat. Während die FüGKler der Kreisverwaltungsbehörden sicherlich am einfachsten bei deren Impfzentren vor Ort versorgt werden, haben die Bezirksregierungen keine entsprechenden Strukturen. Deshalb habe ich in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium den Regierungen angeboten, ihre FüGKler bei den regelmäßig in oder in der Nähe der Bezirkshauptstädte liegenden polizeilichen Impfstellen zu bedienen. Zwar macht mit diesem Schritt die Impfkampagne nicht wirklich Masse, denn wir reden hier lediglich von einer niedrigen dreistelligen Personenzahl. Aber diese Maßnahme bringt wieder ein Stück mehr Stabilität ins System der Corona-Bekämpfung, sind es doch die FüGKen, über die auch außerhalb der Regelarbeitszeit ein wesentlicher Teil der logistischen und lagebezogenen Informationssteuerung erfolgt.

In gleicher Weise werden wir auch den noch ungeimpften Bediensteten der drei Staatlichen Feuerwehrschulen in Würzburg, Regensburg und Geretsried ein Angebot machen. Denn dort finden nicht nur Schulungen für „Hauptamtler“ statt, deren Aufenthalt an einer der Einrichtungen der Berufsausübung zuzurechnen ist. Dort werden auch ehrenamtliche Feuerwehrkräfte mit besonderen Funktionen aus ganz Bayern geschult, etwa Gruppen- oder Zugführer. Ab Montag beginnen wir nach mehrwöchiger Pause an allen drei Standorten wieder mit unbedingt notwendigen Kursen, um die Funktionsfähigkeit des Brandschutzes auch weiterhin flächendeckend zu gewährleisten. Natürlich unterliegt der Betrieb strengen Hygieneregeln, u.a. einer deutlich ausgedünnten Kapazitätsauslastung und mehrmaligen Tests pro Woche.

Viele Menschen würden gerade in diesen frühlingshaften Tagen und Wochen liebend gerne Hochzeiten, Jubiläen oder besondere Geburtstage mit vielen Freunden und Gästen feiern, was aber pandemiebedingt nicht möglich ist. Ganz ähnlich geht es der Bayerischen Polizei, die im April 1946 nach den unbeschreiblichen Schrecken des NS-Regimes auf der Grundlage demokratischer und rechtsstaatlicher Prinzipien neu begründet wurde. Natürlich hätten wir in einem „normalen“ Jahr den 75. Geburtstag der Bayerischen Polizei mit zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen gefeiert, zu denen wir nicht nur polizeiintern eine ganze Menge auf die Beine gestellt, sondern auch möglichst viele Bürgerinnen und Bürger eingeladen hätten. So aber müssen wir „auf Sicht fahren“ und von Monat zu Monat entscheiden, was geht. Zum Glück bietet uns das Internet zahlreiche Möglichkeiten, damit sich die sehr jung gebliebene und hoch moderne Jubilarin auch in diesen Zeiten einer breiteren Öffentlichkeit zeigen kann. Eingestiegen sind wir in das Festjahr heute Mittag mit einem von Radiomoderator Roman Roell ausgesprochen kurzweilig präsentierten presseöffentlichen Livestream. Hierbei haben nicht nur viele Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte der unterschiedlichsten Dienstgrade sich und ihre Tätigkeit in kleinen Filmsequenzen digital vorgestellt und so „ihrer“ Polizei ein Gesicht gegeben. Es haben auch prominente Menschen auf sehr persönliche Weise per Videobotschaft gratuliert – von meinem „legendären“ Amtsvorgänger Dr. Günther Beckstein bis FC Bayern-Star Joshua Kimmich und von Snowboardweltcupsiegerin Ramona Hofmeister, selbst „Sport-Polizistin“ der Bayerischen Polizei, bis zum Münchner TATORT-Kommissar Miroslav Nemec, um nur einige zu nennen. In so einem Moment, in dem einem das gesamte Leistungsspektrum unserer Polizei kompakt zusammengefasst vor Augen geführt wird und auch die besonderen Herausforderungen einer über nun 14 Monate unendlich einsatzintensiven Zeit der Pandemie greifbar werden, da möchte man in Abwandlung eines früheren Werbeslogans über die Bayerische Polizei sagen: „Nie war sie so wertvoll wie heute!“ Falls Sie sich den Stream zur Veranstaltung ansehen möchten, klicken Sie hier.

In jedem Falle gilt: Ad multos annos feliciter – denn die Zeit arbeitet für uns!

Mit besten Grüßen

Ihr
Joachim Herrmann, MdL
Joachim Herrmann, MdL
Staatsminister


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