Duale Karriere im Leistungssport

Eine der größten Herausforderung für Nachwuchsleistungssportler liegt in der Notwendigkeit, neben den hohen Anforderungen des Leistungssports zugleich auch  den Ansprüchen einer (schulischen) Ausbildung gerecht zu werden. Um den Anschluss an die internationale Spitze nicht zu verlieren, müssen in bestimmten Sportarten immer größere Trainingsumfänge absolviert werden. Die mangelnde Vereinbarkeit von Sport und Beruf/Ausbildung ist folglich ein häufiger Grund für den Abbruch leistungssportlicher Karrieren.

Schule-Leistungssport-Verbundsysteme

Ein wichtiger Eckpfeiler der leistungssportlichen Nachwuchsförderung sind in Bayern deshalb die so genannten Schule-Leistungssport-Verbundsysteme. Dort wird versucht, die durch die hohen Trainingsumfänge beziehungsweise Wettkampfzeiten bedingte Konkurrenzsituation zwischen Schule und Leistungssport durch entsprechende schulorganisatorische Maßnahmen im Einklang mit der gewählten schulischen Laufbahn zu harmonisieren. Bestandteile dieser Verbundsysteme sind die jeweiligen Schulen, soweit vorhanden die angebundenen Internatseinrichtungen und die jeweiligen Trainingseinrichtungen der beteiligten Sportverbände am Standort. Es existieren derzeit vier solche Verbundsysteme, jeweils zwei für Sommer- und Wintersport, die auch durch den DOSB mit dem Prädikat „Eliteschulen des Sports“ anerkannt sind.

Zuständig für die Schule-Leistungssport-Verbundsysteme ist das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst.

Auch nach der schulischen Ausbildung besteht eine große Notwendigkeit, den weiteren beruflichen Ausbildungsweg der Athletinnen und Athleten für den Spitzensport kompatibel zu gestalten.

Partnerhochschulen des Spitzensports

Der Allgemeine Deutsche Hochschulsportverband (adh) hat daher das Prädikat der Partnerhochschulen des Spitzensports entwickelt. Damit werden Hochschulen ausgezeichnet, die den Bedürfnissen der Sportlerinnen und Sportler organisatorisch entgegenkommen.
Von größter Bedeutung für die spitzensportliche Karriere ist vor allem auch die Möglichkeit, den Studienort mit dem geeigneten Trainingsstandort verbinden zu können. Deshalb hat der Freistaat Bayern im Hochschulzulassungsrecht für die Hochschulen die Möglichkeit verankert, im Rahmen einer sogenannten Profilquote die hierauf angewiesenen Studienbewerber bei der Studienplatzvergabe bevorzugt zu berücksichtigen.

Polizeisportfördergruppe

Einen weiteren Beitrag zur Harmonisierung von Ausbildung und Spitzensport leistet der Freistaat Bayern im Rahmen der Polizeiausbildung. Dort steht jährlich ein Kontingent an Ausbildungsplätzen für herausragende spitzensportliche Talente zur Verfügung. Diese Ausbildung berücksichtigt in ihrer zeitlichen Struktur die Trainings- und Wettkampfplanungen der Sportverbände.

Olympiastützpunkt Bayern

Ein wesentliches Element der Dualen Karriereplanung ist die Laufbahnberatung der Olympiastützpunkte. Der Olympiastützpunkt Bayern ist den von ihm betreuten Sportlerinnen und Sportlern bei der Planung des Ausbildungsweges und der Suche von Ausbildungsstellen behilflich. Er steht bei allen im Rahmen der Ausbildung entstehenden Schwierigkeiten beratend und unterstützend zur Seite.

Bei der Frage der Zugangsberechtigung von Talenten zu den Schule-Leistungssport-Verbundsystemen oder zur Ausbildung der Polizei ist er ein wichtiger Partner der Bayerischen Staatsregierung.